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Bald 500 bis 600 Flüchtlinge in Völklingen

Bald 500 bis 600 Flüchtlinge in Völklingen

In der Stadtratssitzung am Donnerstagabend informierte die Verwaltung darüber, was sie tut, um Kriegsflüchtlinge unterzubringen. 269 Menschen – plus 45 bis 50 Minderjährige – leben bisher in Völklingen, 200 bis 300 weitere Flüchtlinge kommen bis Jahresende dazu.

Die Stadt Völklingen will die ihr zugeteilten Flüchtlinge, so lange es die Möglichkeiten erlauben, dezentral in kleinen Wohneinheiten unterbringen und nicht in Massenunterkünften. Dies hat Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU ) am Donnerstag vor dem Stadtrat bekräftigt. Wie der für die Flüchtlingsunterbringung zuständige Fachbereichsleiter Kurt Kasper informierte, habe die Stadt zum Stichtag 8. Oktober 269 Personen untergebracht.

Etwa die Hälfte von ihnen seien allein stehende Männer zwischen 18 und 30 Jahren, außerdem 23 Paare, 27 Familien mit Kindern und sechs Alleinerziehende (die 45 bis 50 unbegleiteten Minderjährigen in der Clearingstelle Heidstock und am Nordring sind in dieser Zahl nicht enthalten, sie werden nicht von der Stadt betreut).

Bis 21. Oktober werden der Mittelstadt von der Landesaufnahmestelle in Lebach weitere 14 Flüchtlinge zur Unterbringung zugeteilt, davon 80 Prozent junge Syrer. Kasper schilderte, dass darüber hinaus eine große, nicht genau zu beziffernde Zahl von "inoffiziellen" Flüchtlingen in Völklingen auftauche und sich zu Verwandten geselle.

Nach Darstellung des Oberbürgermeisters hat Völklingen nach dem internen saarländischen Verteilschlüssel alles in allem sogar "14 Prozent Flüchtlinge zu wenig" aufgenommen.

Die Situation könnte sich nach seiner Prognose dann zuspitzen, wenn für die bis Jahresende zu erwartenden weiteren 200 bis 300 Flüchtlinge nicht genug Wohnungen zur Verfügung stehen. 60 Prozent der Menschen sind in privaten Häusern untergebracht, 40 Prozent in städtischen. Das Ausbauprogramm der Wohngesellschaften läuft, unter anderem sollen im ehemaligen Obdachlosenhaus in der Zilleichstraße Wohnungen für neun Familien entstehen. Die Anwerbung von privaten Zimmern verläuft dem Vernehmen nach schleppend. "Sechs oder sieben von zehn Anbietern fallen weg, wenn sie erfahren, dass nicht die Stadt der Mieter ist, sondern der Flüchtling", beschrieb Kasper die Ursache. Klaus Lorig stellte in Aussicht, diese Konstruktion zu ändern, um den Anreiz für Vermietung zu erhöhen. Und wenn das nicht reicht? "Dann werden die ersten Turnhallen fällig" - was unbedingt vermieden werden soll.

Lorig stimmte den Rat bereits darauf ein, dass demnächst öfter "schnelle Entscheidungen" zu treffen seien, um die Flüchtlinge anständig aufzunehmen und zu betreuen. Derzeit sei sogar der Fuhrpark als "Einrichtungskommando" für Wohnungen im Einsatz; das sei auf Dauer nicht zu leisten.

Auf Kindergärten und Schulen komme großer Andrang zu, wenn Asylbewerber anerkannt seien und ihre Familien nachholten. Es komme also darauf an, genug Räume und Personal zu haben. Die bislang einzige Schule, an der die Lage "bedrückend" zu werden beginnt (Kasper), ist die Grundschule Bergstraße/Röchlinghöhe mit derzeit 17 Kindern von Asylbewerbern und 28 Zuwanderer-Kindern überwiegend vom Balkan.