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Bäcker sagen: Qualität hat ihren Preis

Bäcker sagen: Qualität hat ihren Preis

Völklingen. Eigens aus Bocholt war Brotprüfer Karl Ernst Schmalz ins Saarland gereist, um den 65 Bäckereifachbetrieben im Regionalverband Gelegenheit zu geben, ihre Produkte unter die Lupe nehmen zu lassen

Völklingen. Eigens aus Bocholt war Brotprüfer Karl Ernst Schmalz ins Saarland gereist, um den 65 Bäckereifachbetrieben im Regionalverband Gelegenheit zu geben, ihre Produkte unter die Lupe nehmen zu lassen. Doch nur gerade mal zwei Bäckermeister nahmen am Mittwoch an der offiziellen Brotprüfung teil: Guido Adolph, der in Wehrden in der Schaffhauser Straße Adolphs Brotladen führt und dazu noch elf Filialen betreibt, und Heinz Jörg Kleinbauer aus Scheidt. "Schwer nachvollziehbar" fand Brotprüfer Schmalz die geringe Resonanz. "Vielleicht lag es daran, dass einige das Risiko scheuten, bei der warmen Witterung prämierungswürdiges Brot zu backen. Denn bei diesen Temperaturen ist es schwer, die Qualität hochzuhalten. Die Hefe entwickelt sich schneller, und das Mehl hat nicht genügend Zeit, sich aufzuschließen, also zu verquellen", erklärt der Fachmann. Neun verschiedene Brote, vom Weizen- über Körner- bis hin zum Vollkornbrot, bot Lokalmatador Guido Adolph auf, dazu noch vier Brötchensorten. "Das Brot soll natürlich eine gleichmäßige Kruste als Schutz haben, innen aber gelockert sein", erklärt Heinz Jörg Kleinbauer. Und vor allem: "Es soll den ganzen Tag und auch noch später gut schmecken, denn warm schmeckt alles." Die Bäckergilde wirbt für ihren Berufsstand: "Zu uns kommen Leute aus dem ganzen Umkreis, um unsere Spezialitäten wie unser Bauernbrot oder das Nordic-Walking-Brot, das mit Traubenkernmehl gebacken wird, zu kaufen. Selbstverständlich ist für die traditionellen Bäcker, kein Fertigmehl zu verwenden, sondern Mehl aus der Region zu beziehen", sagen die Teilnehmer. Bedauert wird dabei, dass die Zahl der Bäcker im Saarland von 700 vor 20 Jahren auf derzeit 250 abgenommen hat. "Das geht natürlich zu Lasten der Vielfalt und ist mit dem Verlust von Brotsorten verbunden", erklärt Kleinbauer. Für die Teilnehmer an der Brot- und Brötchenprüfung hat sich die Sache auf jeden Fall gelohnt: Adolphs Brotladen darf sich über zwei Goldmedaillen für seine Bäckerbrötchen und sein Schwedenkornbrot freuen, Silber gab es für das Nordic-Walking-Brot und das Bauernbrot. Kollege Kleinbauer darf wegen seiner großen Auswahl gleich mit fünfmal Gold und zweimal Silber und den entsprechenden Zertifikaten Richtung Landeshauptstadt reisen. Auf dem richtigen Weg sah auch die Geschäftsführerin des Bäckereiinnungsverbandes, Sabine Heusler, das heimische Backhandwerk: "Trotz der heute nur wenigen Teilnehmer können sich die Verbraucher auf immer mehr Spezialitäten freuen, auch wenn Qualität natürlich ihren Preis hat."