1. Saarland
  2. Saarbrücken
  3. Völklingen

Ay Yildiz will den Platz des SV Wehrden

Ay Yildiz will den Platz des SV Wehrden

In der Völklinger Fußballwelt droht Streit. Der türkische Fußballclub Ay Yildiz, derzeit noch beim SC Fenne zu Gast, will Sportplatz und Clubheim des SV Wehrden übernehmen. Der Verein weist dieses Ansinnen zurück.

Der Völklinger Integrationsbeirat greift am Donnerstag, 20. November, in öffentlicher Sitzung ein heißes Eisen auf. Die Vorsitzende Kiymet Kirtas hat einen Antrag des SC Ay Yildiz an die Stadt auf die Tagesordnung gesetzt. Der türkische Fußballclub meint hier, es sei angebracht, ihm den Wehrdener Platz inklusive Clubheim zur Verfügung zu stellen. Der SV Wehrden habe keinen Spielbetrieb mehr, und zurzeit werde der Platz vom SC Albazurra ("einer Bouser Mannschaft") benutzt, erklären die Vorstandssprecher Metin Güzel und Erdal Kaya. Den SC Ay Yildiz Wehrden, 213 Mitglieder, gebe es seit 1992, doch bisher sei kein Platz zur Verfügung gestellt worden, wo genügend Gelegenheit zum Spielen und zur Verköstigung der Zuschauer sei. Auf dem Platz in Fenne, der zusammen mit dem SC Fenne benutzt werde, fühle man sich "wie Gäste auf Abruf". Sitzungen müssten auf Bänken auf dem Parkplatz stattfinden. "Wir nehmen unser Wasser vom WC, abgespült wird auch dort, und der Verkauf findet auf dem Parkplatz statt, und was sollen wir jetzt im Winter tun?", fragen Güzel und Kaya.

"Der SV Wehrden lebt noch und braucht den Platz", bekräftigt derweil Vorsitzender Viktor Mathias. Die Aktiven-Mannschaft habe vom Spielbetrieb zurückgezogen müssen, weil die Pflichtspielrunde mit drei Spielen bereits in den Ferien begonnen habe. Zu der Zeit sei ein Großteil der Mannschaft ("überwiegend Türken") noch auf Urlaub in der Heimat gewesen. Es gebe aber nach wie vor vier Jugendmannschaften, und zudem werde der Platz vom Frauenfußballclub 1. FFC Völklingen und dem SC Albazurra ("eine Völklinger Mannschaft, die mal in Bous spielte") benutzt. Mit diesem Verein sei nun auch eine engere Kooperation angedacht.

Stadt-Pressesprecher Uwe Grieger erklärte auf SZ-Anfrage, das Thema sei von der Vorsitzenden des Integrationsbeirates auf die Tagesordnung gesetzt worden, was sie durchaus selbstständig tun könne. Der Meinungsbildungsprozess der Verwaltung sei noch nicht abgeschlossen. Die Sitzung am Donnerstag werde dazu beitragen.

Seit August 2010 gibt es den nun strittigen neuen Kunstrasenplatz in Wehrden. Die rund 485 000 Euro teure Anlage war unmittelbar vor der Oberbürgermeisterwahl eingeweiht worden. Etwa 100 000 Euro hatte der Verein nach damaligen Angaben in Eigenleistung erbracht.

Die Sitzung des Integrationsbeirates beginnt um 16 Uhr im Saal 2 des Neuen Rathauses.