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August Clüsserath statt Popel

Völklingen. Der bedeutende saarländische Maler Clüsserath (Foto: Archiv Clüsserath), nach dem die Straße benannt wird, wurde 1899 in Fenne geboren und unterrichtete in seinen späteren Jahren als Kunsterzieher an beiden Völklinger Gymnasien. 1966 starb er in Saarbrücken. Mit der Entscheidung kippte der Ortsrat seinen eigenen Beschluss vom Dezember

Völklingen. Der bedeutende saarländische Maler Clüsserath (Foto: Archiv Clüsserath), nach dem die Straße benannt wird, wurde 1899 in Fenne geboren und unterrichtete in seinen späteren Jahren als Kunsterzieher an beiden Völklinger Gymnasien. 1966 starb er in Saarbrücken. Mit der Entscheidung kippte der Ortsrat seinen eigenen Beschluss vom Dezember. Damals folgte das Gremium einstimmig einem der Verwaltungsvorschläge und benannte die Straße in Erich-Kolb-Weg. Kolb, Chef der Lolly-Werke, produzierte Süßwaren und Genussmittel wie die "Lolly Gutzjer", den "Ulli Pudding" oder den bekannten "Fenner Harz". Nachdem die CDU herausgefunden hatte, dass der Unternehmer von 1930 bis 1945 Rottenführer der SA war, setzte Ortsvorsteherin Monika Roth (SPD) die Straßenbenennung erneut auf die Tagesordnung. Neben dem CDU-Antrag standen weitere Namen für die Stichstraße zur Debatte. Die Verwaltung empfahl alte Flurbezeichnungen: "Auf groß Popel", "Auf klein Popel", "In der Klamm" und "Im Uttersloch" lauteten die Vorschläge aus dem Rathaus. Nachdem der Dezember-Beschluss aufgehoben worden war, konnten die Namen diskutiert werden. Stefan Kreth (Linke) wünschte sich ein "ehrenvolleres Gedächtnis" für Clüsserath. Statt einer Nebenstraße in einem Industriegebiet solle ein anderer Ort, etwa der Platz vor dem Alten Rathaus, den Namen des Malers tragen. Sein Fraktionskollege Heinz Adams brachte weitere Alternativen ins Spiel: Nachdem der Ortsrat im Dezember bereits die Zufahrtsstraße zur Meeresfischzucht nach dem ehemaligen Völklinger Bürgermeister Rudolf Trenz benannt habe, könnte auch die Stichstraße einem verdienten Politiker gewidmet werde. Oder man solle die Straße "Auf der alten Kokerei" nennen. Dann wisse jeder, wo sie liege, meinte Adams. Mit Blick auf die Diskussion um die Ortsbezeichnung der Hermann-Röchling-Höhe favorisierte Jutta Stumm-Burkhardt (SPD) "einen neutralen Namen" und sprach sich für den Verwaltungsvorschlag "In der Klamm" aus. Nachdem Kreths Antrag auf Vertagung des Punktes abgelehnt wurde, kam es zur Abstimmung über den Namen der Stichstraße: Neun Mitglieder folgten dem Clüsserath-Vorschlag der CDU, die Bezeichnung "In der Klamm" erhielt sieben Stimmen. tan