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Erfolg für Völklinger Musiker
Auf Tournee in Ostdeutschland

Die saarländische Pink Floyd-Tribute-Band Shine nach einem Konzert im Anhaltischen Theater Dessau. Vorn links Ricardo Angel-Peters aus Großrosseln, mittendrin die Völklinger Philipp Roth, Jonas Degen und Jürgen Thiel (5., 7., und 8. von links).
Die saarländische Pink Floyd-Tribute-Band Shine nach einem Konzert im Anhaltischen Theater Dessau. Vorn links Ricardo Angel-Peters aus Großrosseln, mittendrin die Völklinger Philipp Roth, Jonas Degen und Jürgen Thiel (5., 7., und 8. von links). FOTO: Shine/Franziska Emrich / Franziska Emrich
Völklingen/Dessau . Erfolg für Musiker aus der Region: Die saarländische Pink Floyd-Tribute-Band Shine spielte in Dessau. Und brachte tolle Erlebnisse und begeisterte Zuhörer-Reaktionen mit nach Hause. Von Andreas Lang

Ein Samstagmorgen, etwa halb neun Uhr. Vor dem altehrwürdigen Anhaltischen Theater in Dessau kommt ein Bus mit saarländischem Kennzeichen an. Die rund 40 Insassen, die aussteigen, sehen größtenteils übermüdet aus – aber sie sind froh, nach einigen Stunden Fahrt angekommen zu sein.


Es sind die Musiker der saarländischen Pink Floyd-Tribute-Band Shine. Begleitet werden sie von Familienangehörigen und Freunden, ihren treuesten Fans. „Es gibt uns ein echt gutes Gefühl, dass sie alle mitgekommen sind“, sagt Gitarrist Jürgen Thiel und freut sich sichtlich.

Koffer, Instrumente und alles andere, was Musiker auf Tour so mit sich führen, sind schnell ausgepackt. Während sich die einen dann schon auf den Weg ins Hotel begeben, sorgen die anderen dafür, dass das Equipment im Hintereingang und anschließend im Dunkel der labyrinthischen Gänge des Theaters verschwindet. Danach ein gemeinsames Frühstück. Ganz wichtig, wie Thiel meint: „Lebensgeister erwachen wieder nach den ersten Tassen Kaffee, dann kommt Lachen und gute Laune.“



Für die Künstler bleibt jetzt gar nicht mehr so viel Zeit zum Ausruhen, bis es zum Aufbauen und zum ersten Soundcheck geht. Jetzt kann man die Erregung förmlich spüren – aber auch die Erleichterung, weil Veranstalter, Techniker und die Crew vor Ort durchweg echte Profis sind. Thiel staunt: „Alles läuft wie ein Uhrwerk, perfekt und nach Plan – passend, wie eine Sequenz, die man später am Abend als Video-Einspielung für ,Time‘ hätte benutzen können.“

Auch die Show startet pünktlich: Die beiden Keyboarder Karim Ehlayil und Detlef „Toni“ Anton erfüllen den komplett besetzten Theaterraum mit den Klängen von „Shine On You Crazy Diamond“, und die Musiker betreten nacheinander die Bühne. Sofort ist ihnen allen klar, dass es ein ganz besonderer Abend wird. Und so gibt es hinterher viel Lob, wie Thiel berichtet: „Die Stücke sind, wie ein begeisterter Zuschauer es im Gästebuch schreibt, Juwelen, die zum einem aus der Feder von Roger Waters stammen, zum anderen Werke, die auf Soloalben von David Gilmour und Richard Wright zu finden sind.“ Ein anderer Zuhörer beschreibt seine Eindrücke aus diesem Konzert so: „Besser kann man Pink Floyd nicht spielen. Selbst alt gestandene Pink Floyd-Fans aus Dessau hatten Tränen der Freude und Begeisterung in den Augen.“

Es gibt minutenlange stehende Ovationen und tosenden Applaus bereits vor dem Abschiedssong, so dass Gitarrist Jürgen Thiel ein paar Mal mit seinem Auftakt-Riff beginnen muss. Mit einem regen Austausch von allen Bandmitgliedern mit alten und neuen Fans im Theaterfoyer, mit gemeinsamen Fotos, herzlichen Umarmungen und dem Versprechen, sich möglichst bald wieder auf einem Shine-Konzert, vielleicht ganz in der Nähe von Dessau, wiederzusehen, geht der Abend zu Ende.

„Es war ein großartiges Erlebnis, und es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht“, schwärmt Lead-Sänger Reimar Lorenz im Rückblick vom ersten Konzert der Band Shine in den neuen Bundesländern. Lust auf mehr? „Klar doch“, sagt Bandkollege Philipp Roth strahlend. Und klar, auch alle anderen Bandmitglieder freuen sich darauf, wenn die nächsten Termine „im Osten“ endlich feststehen.

Neben Thiel stammen Gitarrist Philipp Roth und Schlagzeuger Jonas Degen aus Völklingen. Beide sind auch aus der jungen Coverband Compliment for Soul bekannt, die im anstehenden Sommer auch einen Termin der City Open Airs im Pfarrgarten übernehmen wird.

Ebenfalls aus der Region, nämlich aus dem Warndt, stammt Saxofonist Ricardo Angel-Peters, der auch dafür bekannt ist, dass er sich gerne Musikerkollegen ins heimische Karlsbrunner Wohnzimmer einlädt, um dort vor Publikum bei Kaffee und Kuchen ein Konzert zu geben.

Im Herbst wird sich das Reise-Prozedere wiederholen: Dann stehen Konzerte in Leipzig, Chemniz und Dresden an. Im kommenden Frühjahr geht es dann noch nach Falkenberg und Wittenberg.