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Völklingen und der Köllerbach
Auf Distanz zum naturnahen Köllertal

Am Köllerbach gibt es bereits Beweidungsprojekte, hier ungarische Steppenrinder in der Aue zwischen Püttlingen und Köllerbach.
Am Köllerbach gibt es bereits Beweidungsprojekte, hier ungarische Steppenrinder in der Aue zwischen Püttlingen und Köllerbach. FOTO: BeckerBredel
Völklingen. Völklinger Stadtratsausschuss beschließt, dem geplanten Zweckverband vorerst nicht beizutreten. Von Walter Faas

Einstimmig hat der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt des Stadtrates in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, dem Zweckverband „Naturnahes Köllertal“ nicht beizutreten. Dabei ist das Interesse an dem Thema groß. Das war den Redebeiträgen der im Rat vertretenen  Fraktionen zu entnehmen. Gibt es doch gute Gründe, sich einen sauberen Köllerbach auch auf Völklinger Gebiet zu wünschen, zumal die weiter oben am Bachlauf gelegenen Kommunen Heusweiler, Riegelsberg und Püttlingen im letzten Jahrzehnt bereits Aktivitäten zur Verbesserung der Wasserqualität entwickelt und umgesetzt haben.


Sieht doch der Satzungs-Entwurf des angestrebten Zweckverbandes aller vier Anrainergemeinden unter anderem folgende Maßnahmen vor: Entwicklung und Erhaltung einer vielfältig struktuierten und extensiv genutzten Kulturlandschaft links und rechts des Bachlaufes; Erhaltung und Weiterentwicklung einer artenreichen Tier- und Pflanzenwelt einschließlich der Wiedereinführung gefährdeter heimischer Nutztierrassen;  regionale Maßnahmen zur Förderung der Bereiche Natur- und Umweltschutz, sanfter Tourismus, Landbewirtschaftung. „Durchaus anstrebenswerte Ziele, die wir weiter im Auge behalten sollten“: So lautete – zusammengefasst – der Tenor der Debatten-Beiträge aus den im Rat vertretenen Fraktionen, hier vorgetragen durch ihre Sprecher.

Warum dann die Ablehnung des geplanten Zweckverbandes? Der Ausschuss folgte hier – einstimmig –  dem Rat der Experten aus der Stadtverwaltung, die sich in gleich zwei Expertisen kritisch mit dem Satzungsentwurf auseinander gesetzt haben. Da wird zum einen „die (aufwändige) Gründung und der (schwerfällige) Betrieb eines Zweckverbandes“ als Hindernis gesehen –  eher, so meint die Völklinger Verwaltung, hätte eine schlichte Arbeitsgemeinschaft genügt, dem Ziel Renaturierung näher zu kommen. Als zweites wichtiges Hemmnis führt Stephan Groß vom Finanzmanagement der Stadt Völklingen finanzielle Gründe an. Unklar sei, so seine Expertenmeinung, mit welcher finanziellen Belastung des Haushaltsplanes gerechnet werden müsste, sollte Völklingen dem Zweckverband beitreten. Fazit: „Es wird empfohlen, einen Beitritt zum Zweckverband zu einem späteren Zeitpunkt zu prüfen, wenn sich die zu erwartenden Kosten konkretisiert haben.“