Auch wenig Grünschnitt kostet

Neue und höhere Gebühren sollen Anlieferer von Grünschnitt demnächst bei der Kompostieranlage in Fürstenhausen und der Sammelstelle in Lauterbach entrichten. Das beschloss der Stadtrat auf seiner jüngsten Sitzung. Dabei wird auch die alte Mengenbeschränkung aufgehoben. Die Verwaltung vertraut darauf, dass sich Anlieferer und Mitarbeiter über das Volumen verständigen.

Für die private Anlieferung von Gras, Laub, Ästen, Sträuchern und Gehölzen an die Völklinger Kompostieranlage in Fürstenhausen gelten demnächst andere Regeln und Gebühren. Der Stadtrat beschloss am Donnerstag (mit einer Mehrheit der linken Parteien) eine neue Ordnung, die an die Stelle derjenigen von 2001 tritt. Die Angelegenheit war zuvor bereits ein halbes Dutzend Mal im zuständigen Fachausschuss beraten worden - ein Zeichen, dass sich Kommunalpolitiker bisweilen akribisch mit Themen befassen, die für die Bürger bedeutsam sind sind.

Bis zu 150 Fahrzeuge täglich

Da an den Öffnungstagen, vor allem an schönen Samstagen, oft bis zu 150 Fahrzeuge vorfahren, gilt die Grünschnittdeponie als unverzichtbare Serviceeinrichtung. Aus dem Stadtrat wurde angeregt, die Zufahrt zu vereinfachen und das Procedere zu beschleunigen. Argument: Wenn es zu schwer wird, Grünschnitt in gute Hände abzuliefern, dann werfen ihn die Leute illegal weg, und die Stadt hat am Ende höhere Kosten. Was ändert sich bei der Grünschnittabfuhr? Zunächst wird die alte Mengenbeschränkung ("Ladevolumen eines Pkw") aufgehoben. 15 Kubikmeter Material gelten nun als "haushaltsüblich". Auch Kleinmengen sind nicht mehr gebührenfrei. Bis 0,5 Kubikmeter werden zwei Euro verlangt, je weiterer halber Kubikmeter zwei weitere Euro. Zu zahlen ist bei der Anlieferung beim Betriebspersonal.

Hier setzte die Hauptkritik der CDU an: Wie soll der nicht zu beneidende städtische Mitarbeiter das Volumen richtig taxieren, und wie ist ein Streit um die "richtige" Gebührenfestsetzung zu vermeiden oder im Ernstfall zu schlichten? Der Fachdienst der Verwaltung hat die diversen möglichen Szenarien nicht bis ans Ende gedanklich durchgespielt. Wie unserere Zeitung erfuhr, geht er davon aus, dass die Mitarbeiter ihre Aufgabe großzügig und gewissenhaft erledigen und mit allen Anlieferern Einvernehmen herstellen. Wie geschildert wurde, sei dies bisher (bei der Abrechnung der größeren Mengen) ebenfalls gelungen, warum also nicht auch in der Zukunft?

Lorig will nachjustieren



Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU ) sagte zu, das Geschehen genau zu beobachten und bei nicht vorhergesehenen Entwicklungen die Ordnung und die Handhabung nachzujustieren.

Wegfallen wird der kostenlos angebotene Grünschnitt-Container in der Fliederstraße in Lauterbach, der zum Missfallen der Verantwortlichen oft falsch und missbräuchlich befüllt wird. So entsorgen hier Grenzgänger ihren Sperrmüll und Hausmüll.

Statt seiner werden im Sommerhalbjahr mittwochs am Feuerwehrgerätehaus (Glashüttenplatz) Grünschnittcontainer zur Anlieferung bereit gestellt. Auch hier muss dann bezahlt werden, und zwar zusätzlich zu den Gebühren auch noch ein Transportzuschlag von 0,50 Euro je halber Kubikmeter. > weiterer Bericht folgt