| 20:22 Uhr

Jugendfeuerwehr übt
Auch der Nachwuchs ist schon fit im Retten

Schnell die Tragbahre her: Die Völklinger Jugendfeuerwehr probt bei ihrer Jahreshauptübung auch die Menschenrettung – an einer Puppe.
Schnell die Tragbahre her: Die Völklinger Jugendfeuerwehr probt bei ihrer Jahreshauptübung auch die Menschenrettung – an einer Puppe. FOTO: BeckerBredel
Geislautern. „Das Schulhaus brennt“ – so steht es im Szenario der Jahreshauptübung, die Völklingens Jugendfeuerwehr in Geislautern absolvierte. Von Andreas Lang

Als am Samstagnachmittag 23 Kinder und Jugendliche in der blau-orangefarbenen Uniform der Jugendfeuerwehren zum Übungsort fahren, ist es für einige die erste spannende Fahrt in einem richtigen Feuerwehrauto unter Einsatzbedingungen. Mit Blaulicht und Tatü-Tata, beobachtet von Dutzenden von Zuschauern, durch den Ort brausen – das brennt sich in diesen Momenten ganz tief in die Erinnerungen der angehenden Lebensretter. Die Astrid-Lindgren-Förderschule ist ihr Ziel bei der Jahreshauptübung der Jugendfeuerwehr Völklingen, die anlässlich der Feuerwehrgerätehaus-Einweihung und des 110-jährigen Bestehens des Löschbezirks in Geislautern stattfindet.


Aus allen Löschbezirken der Mittelstadt kommen die Jungs und Mädchen, die nach und nach am Einsatzort eintreffen. „Das Schulhaus brennt“, erfahren die Ersten dort, also ist Brandbekämpfung ihre Aufgabe. Wie Feuerwehrleute einen solchen Außenangriff schnell und effizient absolvieren, haben sie bereits gelernt und geübt. Zielsicher greifen sie an den Lösch- und Gerätewagen alles notwendige Material ab. Während einige die aufgewickelten Schläuche abrollen, legen andere bereits Armaturen, etwa Dreifach-Verteiler, aus. Ziemlich genau dort sogar, wo diese in wenigen Sekunden gebraucht werden. Die Maschinen dürfen die jungen Leute freilich nicht bedienen. Das ist nämlich meist Aufgabe des Kraftfahrers. Klar, dass aktive Feuerwehrleute den Nachwuchs zum Einsatz gefahren haben. Jetzt sorgen sie dafür, dass Druck auf die Wasserschläuche kommt, sobald die verlegt und angeschlossen sind. Nicht so viel Druck, wie man erwachsenen Feuerwehrleuten auf den Schlauch legen würde, aber genug, um aufs Schuldach zu spritzen. Einige Minuten dauert dieser Übungsabschnitt, den viele Zuschauer beobachten. Die von der scheidenden Verwaltungsspitze – Oberbürgermeister Klaus Lorig und Bürgermeister Wolfgang Bintz – angeführte Polit-Prominenz ist da. Wehrführer Herbert Broy auch. Und viele Angehörige der Jugendfeuerwehrleute und Dutzende, die sich für die Arbeit der Freiwilligenwehr interessieren.

Als der imaginäre Brand gelöscht ist, rückt ein weiteres Feuerwehrfahrzeug aus dem nahen Gerätehaus aus. An Bord: Weitere Jugendfeuerwehrleute, die sich am Einsatzort der Menschenrettung widmen. Laut Übungs-Szenario ist ein Schulkind im ganzen Wirrwar unter einen Auto-Anhänger geraten. Jetzt gilt es, die Übungspuppe, die das verunglückte Kind darstellt, schonend zu bergen. Wie er es bei ihren Übungsstunden gelernt hat, erledigt der Völklinger Feuerwehrnachwuchs das mit Hebekissen und Unterbaumaterial aus Holz.



Wasser marsch aus allen Rohren.
Wasser marsch aus allen Rohren. FOTO: BeckerBredel