Auch bei der Polizei kann es gemütlich sein

Auch bei der Polizei kann es gemütlich sein

Zwischen den Jahren dürfen sich die meisten Menschen in der Region gemütlich zurücklehnen. Aber einige müssen arbeiten – oder sie tun das aus freien Stücken. In unserer Serie „Unterwegs mit . . .“ begleiten wir sie. Heute, zum Abschluss, sprechen wir mit Steven Andler, 26, Polizist in Völklingen.

Was war das dieses Mal: eine stille Nacht, heilige Nacht? Oder schrille Nacht, eilige Nacht? Zum Abschluss unserer Serie über Feiertags-Schaffer gehen wir zur Polizei und fragen dort Steven Andler, 26 Jahre jung und - seinem Sternzeichens auf der Schulterklappe nach - im Dienstrang eines Kommissars. Er hatte bei der Polizeiinspektion (PI) in der Völklinger Cloosstraße Dienst von Heiligabend , 18.30 Uhr, bis zum ersten Weihnachtstag, 6.45 Uhr. "Es war meistens still und nur selten eilig", sagt er lachend, "nix Gravierendes, im Straßenverkehr nur einige kleine Blechschäden ."

Seine Gruppe, die aus zehn Leuten besteht, dabei eine "Azubine", war laut rotierendem Dienstplan für Heiligabend eingeteilt, und Andler entschied sich für die Nachtschicht. "Das macht mir nichts aus", sagt er, "und außerdem nehmen wir im Kollegenkreis Rücksicht auf Familien, die den Heiligabend natürlich mit ihren Kindern verbringen wollen." Aber ein bisschen feierlich durfte der Dienst an diesem Abend dann doch sein: "Wir hatten Burger vorbereitet", berichtet Steven Andler, "und dann konnte jeder sich persönlich alles zusammenbauen, weil ja einige von uns immer wieder auf Streife oder zu Einsätzen rausfahren mussten. Es war gemütlich, denn auch die Exekutive freut sich, wenn es draußen friedlich und freundlich zugeht."

Wie es bei der Polizei zugeht, erfuhr er von Kindheit an, denn auch sein Vater ist Polizist. Also begann Steven Andler vor sieben Jahren seine Ausbildung an der Fachhochschule für Verwaltung und hatte dann die Wahl zwischen Bereitschafts- oder Wach- und Streifendienst. Nach verschiedenen Praktika startete er vor vier Jahren bei der PI Völklingen in den Beruf und ist auch sehr zufrieden über die neuen Uniformen, die seit Oktober eingeführt wurden. "Der blaue Ton ist schöner als vorher der grüne, denn wir sind doch keine Jäger. Und außerdem ist der Stoff viel angenehmer und von besserer Qualität."

Dass er jeden Tag von seiner Heimat Eppelborn nach Völklingen fahren muss, stört ihn nicht. Im Gegenteil: "Ich finde es gut, dass ich hier kaum Leute persönlich kenne, denn das hilft, bei Konflikten fair und objektiv zu bleiben." Auch das Betriebsklima in der Völklinger Wache, die aus insgesamt rund 100 Leuten, davon etwa ein Viertel Frauen, besteht, gefällt ihm gut. "Wir sind ein relativ junges Team hier. Der Umgang miteinander ist immer freundschaftlich und hilfsbereit, wir besprechen Themen, bevor sie kritisch werden."

Dass die Bescherung diesmal um einen Tag verschoben werden musste, war ihm nicht neu, denn das kannte er von seinem Vater her. "Aber gefeiert haben wir trotzdem, und ich habe mich auch mit Verzögerung über neue Klamotten und Gutscheine für den Elektromarkt gefreut."

Auch seine Fußballkollegen vom Sportverein Bubach-Calmesweiler wissen inzwischen, dass man als Polizist nicht nur mit unerfreulichen Ereignissen konfrontiert wird. "Wir helfen ja auch oft, wir tun es gerne. Und kuriose Dinge erleben wir auch immer wieder."

So hatte vor ein paar Tagen ein Mann ganz aufgeregt sein Auto als gestohlen gemeldet. "Wir hatten gerade das Fahrzeug zur Fahndung ausgeschrieben, als ein Kollege das Auto eine Straße weiter entdeckte", berichtet Andler. "Der Besitzer hatte nur vergessen, dass er ausnahmsweise nicht auf dem gewohnten Parkplatz geparkt hatte."

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