Am Woolworth-Bau wird geschafft

Oft kann man es nur hören: etwas Geschepper, ein paar Rufe hinter der blickdichten Hülle, die einen Teil der Woolworth-Fassade in der Völklinger Rathausstraße verbirgt. Doch ab und zu spazieren Menschen in Bau-Kluft hinüber zu den dünner verschleierten Gerüst-Partien.

Und legen Hand an die Fassade: Seit Wochenbeginn wird gearbeitet am Woolworth-Bau. Arbeiter lösen die roten Glasscheiben der Fassadenverkleidung, bugsieren sie über mehrere Gerüstetagen nach unten, lassen sie in einen Bau-Container gleiten - an dessen Stahlwänden zerstiebt schließlich roter Scherbenregen.

Wer die Arbeiten in Auftrag gegeben hat und was danach mit dem Bau geschehen soll, ließ sich bisher freilich nicht feststellen. Auf SZ-Fragen nach dem aktuellen Eigentümer des Hauses gab es keine Antworten. Die Acrest Property Group mit Sitz in Berlin, der etliche Woolworth-Bauten in Deutschland gehören, ließ wissen, das Objekt sei verkauft, aber "aufgrund einer Vertraulichkeitsklausel" könne man der SZ den neuen Eigentümer nicht nennen. Völklingens Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU ) hatte im Juli 2015 gesagt, die Zustimmung der Stadt zum Verkauf - im Sanierungsgebiet nötig - stehe noch aus, weil der "Kaufinteressent" seine Absichten nicht befriedigend erklärt habe. Jetzt teilte die Verwaltung knapp mit, die "sanierungsrechtliche Genehmigung" sei erteilt - keine Aussage, warum und für welche Nutzung man genehmigt hat. Und: "Pläne zur Fassadengestaltung liegen nicht vor." Auch die Woolworth GmbH in Unna sagte nichts über ihren Vermieter. Dort hieß es nur, am Betrieb der Filiale werde sich nichts ändern.

Im Juni 2014 hatte sich eine gläserne Platte aus der Woolworth-Fassade gelöst und war auf die Straße gestürzt. Wenig später wurde der Bau eingerüstet und verhüllt. Arbeiten waren in den vergangenen eineinhalb Jahren nicht zu beobachten.