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Am Sonntagvormittag blühen Spaziergängern Überraschungen

Am Sonntagvormittag blühen Spaziergängern Überraschungen

30 bis 40 Völklinger – oder auch Völklingen-Besucher – können am Sonntag einen charmanten Fund machen, den sie sich einfach aneignen dürfen: Blumensträuße, die die Teams lokaler Läden mit voller Absicht „verloren“ haben.

Der Kalender kennt viele besondere Tage, jeweils einem Thema gewidmet. Es gibt einen "Tag des Buches" und einen "Tag des Schlafes". Es gibt einen "Tag der offenen Gärten", übrigens am kommenden Wochenende - und dann gibt es am Sonntag, 26. Juni, einen weiteren Tag, der zu tun hat mit der Schönheit von Pflanzen und Blüten: den "Lonely Bouquet Day" nämlich, auf Deutsch: "Tag des einsamen Blumenstraußes".

Noch nie gehört? Das ist nicht erstaunlich, denn diesen Tag gibt es erst seit 2013. Da hatte ihn eine junge Belgierin erfunden, und über soziale Netzwerke wie Facebook ist er international bekannt geworden. Nun machen zwei Völklinger Floristen dabei mit: Steffi Benzmüller, die 2013 das Blumenhaus Eisenbarth in der Karl-Janssen-Straße übernommen hat, und Heinz Rupp, der seit 40 Jahren das gleichnamige Blumenhaus - heute in der Bismarckstraße - führt.

Und was hat es nun auf sich mit dem "Tag des einsamen Blumenstraußes"? Benzmüller erklärt die Spielregeln: Lokale Blumengeschäfte "verlieren" Blumensträuße, und wer sie findet, darf sie behalten und mit nach Hause nehmen. Sie hat schon in den Vorjahren Sträuße "ausgesetzt", berichtet sie. Und mit stillem Vergnügen beobachtet, wie sie gefunden wurden und heitere Mienen auslösten. Eine Finderin, an einer Bushaltestelle, sei sich offenkundig unsicher gewesen, ob sie die Blumen denn wirklich mitnehmen dürfe - aber man dürfe und solle. Daher seien die Sträuße auch mit kleinen Zetteln versehen, auf denen draufstehe: "Nimm mich mit und freue dich an mir" oder Ähnliches.

Auch Heinz Rupp hat bereits zuvor mitgemacht beim "Tag des einsamen Blumenstraußes", weil er die Idee reizvoll findet. Dieses Mal, berichtet er, werde sein Sohn Andreas die Aktion übernehmen. 15 bis 20 Sträuße wolle er am Sonntagvormittag in Völklingen platzieren. Natürlich so, dass sie gefunden werden, an Orten, die auch sonntags belebt sind. "Vorwiegend im ‚Bermudadreieck' ", sagt Rupp lachend, also mitten in der Innenstadt.

Steffi Benzmüller will ihrerseits 15 bis 20 Sträuße gut sichtbar in Richtung Stadion verteilen. Mit der charmanten Aktion möchte sie eine "Botschaft" übermitteln: "Wir Völklinger Unternehmen sind noch da und kämpfen mit einem Lächeln im Gesicht." Und sie setzt noch eins drauf: "Ich bleibe hier - und irgendwann wird alles gut."