Am Arbeitsplatz der Retter

Die Freiwillige Feuerwehr im Stadtteil hat keinen Mangel an Nachwuchs – das und mehr erfuhr der Lauterbacher Ortsrat bei einer Besichtigung des Gerätehauses. Außerdem befasste er sich mit der Sanierung des Lauterbaches.

Einer Sitzung der etwas anderen Art wohnten am Mittwochabend die Mitglieder des Lauterbacher Ortsrates bei. Denn im Gegensatz zu der Gepflogenheit, in der Lauterbachhalle über die neuesten Entwicklungen des Völklinger Ortsteiles zu sprechen, traf man sich dieses Mal im Gerätehaus der örtlichen freiwilligen Feuerwehr.

"Wir heißen offiziell Löschbezirk 8", teilte Herbert Broy zu Beginn mit. Broy ist der Wehrführer der Gesamtwehr Völklingen, als gebürtiger Lauterbacher hat er natürlich immer ein offenes Ohr für die Belange seines Heimatortes. Generell sei der Löschbezirk - mit 38 Mitgliedern und "steigender Tendenz" - sehr gut aufgestellt. 15 Jugendliche stünden bereit, nach Erreichen der Altersgrenze in den aktiven Dienst zu wechseln.

Frisch fertiggestellt sei die neue Küche. Dank zahlreicher freiwilligen Helfer und sehr viel Unterstützung aus dem Ort, etwa durch Spenden von Händlern und Gewerbetreibenden, "haben wir mit wenig finanziellen Mitteln viel erreicht", sagte Broy. Bislang sei das Essen vor allem in der Garage zubereitet worden, was natürlich nicht mehr zeitgemäß sei. Nun habe man die Küche ins Gebäude integriert, neue Bodenfliesen, eine Industrie-Spülmaschine und ein Kühlhaus mit neuer Tür.

Eine Führung durch den Fuhrpark und die Ansicht einer der größten Feuerwehrhelm-Sammlungen im Saarland, mit mehr als 100 Exemplaren aus aller Welt, rundeten den Vor-Ort-Termin ab. Feuerwehr und Ortsrat einigten sich darauf, das Infoblatt zum Verhalten bei einem Störfall, beispielsweise in der Chemieplattform Carling, in einer überarbeiteten Form erneut zum Download auf der Internetseite Lauterbachs anzubieten. Ortsvorsteher Dieter Peters sagte weiterhin Unterstützung zu: "Schließlich ist die Feuerwehr im Ernstfall für unser Leben verantwortlich."

Ein weiterer Tagesordnungspunkt beschäftigte sich mit der Sanierung des Lauterbaches. Wie bereits berichtet, hatten die Ortsräte eine Abstufung des Gewässers zu einem Abwasserkanal gefordert und damit einhergehend eine Verrohrung angeregt. Eine entsprechende Anfrage des Völklinger Bürgermeisters Wolfgang Bintz (CDU ) an das Umweltministerium kam nun beantwortet zurück. Danach sei "eine Verrohrung des Gewässers in der Ortslage fachlich abzulehnen und nach geltendem Wasserrecht auch nicht zulässig". Das Problem des ständigen Überfließens bleibe also auf längere Zeit bestehen. Zwar seien bereits Gelder zugesichert, um drei Kilometer des Lauterbaches zu sanieren. Dafür müssten jedoch teilweise statische Eingriffe an privaten Gebäuden vorgenommen werden.

Konsens herrschte bei den Ortsräten, dass es sehr schwer werde, alle Bürger "unter einen Hut zu kriegen", man aber "das Thema hart verfolgen wird". Als nächsten Schritt wolle man einen Vertreter des Entsorgungsverbandes Saar (EVS), der für die Abwasserreinigung zuständig ist, zur kommenden Sitzung einladen.

Ein Thema, das den Ortsrat ebenfalls immer wieder beschäftigt, ist die Zunahme der Spielautomaten in Lauterbach . Fast 40 Stück davon seien derzeit im Ort vorzufinden, was teils zu zugeparkten Gehwegen, randalierenden Gruppen und zerstörtem Ortsbild führen würde. Die SPD-Fraktion regte deswegen an, eine Änderung des Bebauungsplans anzustreben, womit die Anzahl von vornherein eingedämmt würde. Ebenfalls solle man die Vergnügungssteuer anheben und prüfen, ob es sich bei den einschlägigen Etablissements nicht um "Scheingastronomien" handele.

Des Weiteren wurde mitgeteilt, dass die defekten Duschen in der Lauterbachhalle in Kürze saniert werden.