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Luisenthaler Wohnungen sind saniert
„Alles auf dem neuesten Stand der Technik“

Außen eine helle, freundliche Fassade mit limonengrünen Akzenten. Drinnen kleine, aber lichte Räume mit modernem Standard. Und drumrum Freiflächen mit viel Grün: Nicht erstaunlich, dass die  Sozialwohnungen in den frisch sanierten Häusern an der Luisenthaler Straße In der Acht begehrt sind. Vor wenigen Jahren gab es noch Überlegungen, den Häuserblock abzureißen.
Außen eine helle, freundliche Fassade mit limonengrünen Akzenten. Drinnen kleine, aber lichte Räume mit modernem Standard. Und drumrum Freiflächen mit viel Grün: Nicht erstaunlich, dass die Sozialwohnungen in den frisch sanierten Häusern an der Luisenthaler Straße In der Acht begehrt sind. Vor wenigen Jahren gab es noch Überlegungen, den Häuserblock abzureißen. FOTO: BeckerBredel
Luisenthal. Gute Wohnungen für Leute mit wenig Geld: Mit Förderung  aus dem Flüchtlings-Wohnungsprogramm des Landes hat die städtische Wohnungs-Gesellschaft GSW einen Häuserblock in Luisenthal saniert. Von Andreas Lang

Die wachsende Zahl der Gardinen hinter den Fensterscheiben ist ein untrügliches Zeichen. Ebenso wie die Umzugstransporter, die derzeit des öfteren vor dem frisch sanierten Wohnblock der Gemeinnützigen Städtischen Wohnungsgesellschaft (GSW) in der Luisenthaler Straße In der Acht zu sehen sind. Und selbstverständlich die Bewohner, die gut gelaunt die frisch renovierten Wohnungen beziehen: Nach äußerst wechselhafter Vergangenheit steht der Gebäudekomplex vor einer positiven Zukunft.


War einst sogar der Abriss des Wohnblocks in Betracht gezogen worden, bieten die alten Mauern nun wieder modernen und günstigen Wohnraum in angenehmer Lage. Kurz gesagt: Knapp 50 Quadratmeter Wohnfläche für deutlich unter 300 Euro Monatsmiete. Entsprechend ist die Nachfrage.  „Die Wohnungen sind schon lange vermietet“, berichtet GSW-Geschäftsführer Markus Arend, der zusammen mit dem beauftragten Projektleiter Volker Jung die SZ ein zweites Mal durch den Wohnblock führt. Bekamen die SZ-Reporter im August 2017 noch eine Baustelle zu sehen, sind die meisten noch leeren Wohnungen bis auf einen letzten Großputz besenrein und fertig zum Einzug. Im Ostflügel wohnen bereits neue Mieter, bald wird es auch in den Wohneinheiten im Westen wieder Leben geben.

Besonders  auf die Bäder sind die Bauherren stolz. Auf wenig Raum haben sie viel erreicht,  Waschbecken, Toilette, Duschkabine. Farbige Akzente im Kachelmuster sollen das Bad freundlicher gestalten. „Sehr gelungen“, beurteilen Arend und Jung die Arbeit, die sie Architektin Karin John zuschreiben, ebenso wie die Gestaltung der Außenfassade; genau wie draußen lockern limonengrüne Elemente die weißen Grundflächen auf.

Oft ist der Satz „alles auf dem neuesten Stand der Technik“ zu hören. Elektro-, Wärme- und Wasserinstallationen sind dann gemeint, sowohl in den Wohnungen selbst als auch in den Betriebsräumen im Keller. Und nur zu gerne öffnen Arend und Jung Wartungsklappen und Kellertüren, um die Besucher staunen zu lassen.

Alles ist noch nicht fertig. Hier und da ist noch nachzuarbeiten, hinter den größten Posten der übrigen To-Do-Liste steckt aber Kalkül. Was zum Beispiel den Anstrich der Treppenhäuser angeht. „Das machen wir erst, wenn die neuen Bewohner eingezogen sind“, sagt Arend. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Werden sperrige Möbel die Treppen hoch geschleppt, dann eckt man hier und da mal an – und dann wären hässliche Löcher im frischen Anstrich, der also deshalb noch warten muss.



Das Dach und die meisten Fenster wurden nicht erneuert. „Die sind noch in Ordnung“, sagt Arend. Nur wer genau hinsieht, bemerkt, dass da droben doch gearbeitet wurde: Die meisten alten Kamine werden nicht mehr gebraucht, da ja nicht mehr jeder Mieter einen oder mehrere Ölofen betreiben muss. Nur noch einer je Blockabteilung, an dem alleine eine zentrale Heizanlage für die Abteilung angeschlossen ist.

Ja, und wer wohnt denn da zukünftig in den frisch renovierten Wohnungen? Nun, die wurden zwar im Zuge der Wohnraumbeschaffung im Zusammenhang mit der Flüchtlingsproblematik saniert. Dennoch sind sie keineswegs dieser Zielgruppe vorbehalten. „Es sind auch ehemalige Flüchtlinge dabei, aber auch alle anderen Bevölkerungsgruppen, die auf günstigen Wohnraum angewiesen sind“, sagt Arend. Und so lässt sich auch kein Nationalitätenschwerpunkt feststellen. Nur Kinder werden den Komplex nicht beleben. „Der Zuschnitt ist mehr für Ein- oder Zwei-Personen-Haushalte ausgelegt“, erläutert Arend.

Demnächst wird auch noch der Streifen hinter dem Haus hergerichtet. Vermutlich mit einem Braschenbelag, damit die Bewohner im nahenden Sommer auch ein paar Stunden in der frischen Luft verbringen können.

Im August 2017 waren die Sanierungsarbeiten in vollem Gange, da sah es noch nicht sonderlich wohnlich aus.
Im August 2017 waren die Sanierungsarbeiten in vollem Gange, da sah es noch nicht sonderlich wohnlich aus. FOTO: BeckerBredel
GSW-Chef Markus Arend (links) und Projektleiter Volker Jung von der Firma Adams präsentieren stolz die neuen Versorgungsleitungen.
GSW-Chef Markus Arend (links) und Projektleiter Volker Jung von der Firma Adams präsentieren stolz die neuen Versorgungsleitungen. FOTO: BeckerBredel
Entlastung für die kleinen Wohnungen: Fürs Wäschewaschen gibt es im Keller Platz genug.
Entlastung für die kleinen Wohnungen: Fürs Wäschewaschen gibt es im Keller Platz genug. FOTO: BeckerBredel
Architektin 
Karin John
Architektin Karin John FOTO: BeckerBredel