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Alle Gäste sind willkommen an Diehls Hütte

Alle Gäste sind willkommen an Diehls Hütte

Vier Familien laden heute Nachmittag zu einer privat organisierte Benefiz-Vorweihnachtsfeier in Diehls Hütte im Wald bei Ludweiler ein. Sie haben sich auf über 150 Gäste bei ihrem mittlerweile siebten Weihnachtstreff rund um die Hütte vorbereitet.

Mehr als 150 Gäste erwartet ein Familien-Quartett aus Ludweiler diesen Mittwoch. In Diehls Hütte im Wald am Ludweiler Ortsrand. Direkt an einem viel genutzten Waldweg gelegen, den Jogger, Hundehalter und Reiter gerne nutzen. Zum inzwischen siebten Weihnachtstreff um die Hütte. Die erwartete Besucherzahl ist dabei nicht aus der Luft gegriffen, denn 150 waren es schon im Vorjahr - und es werden immer mehr.

Begonnen hat alles mit einer "Schnapsidee", wie es Herbert Diehl , mit Ehefrau Charlotte ein Teil des Quartetts, nennt. Irgendwo zwischen Hütte und Ortsrand, so meinen auch Patrick Schirmbeck, Franz Josef Bettscheider und Walter Luketitsch, hat Diehl gesagt: "Wir müssen was machen. Ein kleines Fest mit Essen und Trinken, vor allem, um ins Gespräch zu kommen." Denn so viele Nutzergruppen mit verschiedenen Interessen - da waren Konflikte an der Tagesordnung. Jeder motzte über den anderen, nur miteinander sprach niemand - jedenfalls nicht lösungsorientiert. "Da bist du aber früh dran", erinnert sich Luketitsch an seine nüchterne Antwort auf Diehls spontanen Ansatz. Schließlich stand der Heiligabend damals schon fast vor der Tür. Kein Grund, es nicht trotzdem zu versuchen. Also standen die vier mit ihren Frauen am Tag vor Heiligabend in der geliebten Hütte. Glühwein dampfte, Würste brutzelten und machten die Passanten neugierig. Die trauten sich aber nicht so recht, sich den Weihnachtstrefflern anzuschließen. "Die Berührungsängste waren zu Beginn schon spürbar", erinnert sich Schirmbeck.

Doch damit hatten die hemdsärmeligen Herren und ihre Frauen gerechnet. Verkaufen wollten sie ja eh nichts, lieber ins Gespräch kommen und Konflikte lösen. Also ergriffen sie selbst die Initiative, sprachen jeden, der vorbei kam an, luden immer wieder ein. Und es hat funktioniert. Zunächst Smalltalk, dann kam vorsichtig zur Sprache, was den einen am anderen ärgert. "Beim Bier oder beim Glühwein spricht es sich ja ein bisschen lockerer miteinander", weiß Schirmbeck. Das Ergebnis ist deutlich spürbar. Wenn die Familien an der Hütte zu Gange sind, grüßen die Passanten höflich. Viele halten sogar kurz an, suchen für ein paar Minuten das Gespräch.

So auch am Sonntagvormittag, als die Männer die Hütte für den Weihnachtstreff vorbereiten. Mit ein paar Abstellflächen, Tannenzweigen und einer Folie als Wind- und Regenschutz. "Die bleibt auch noch nach dem Fest dran, denn der Wanderverein nutzt die Hütte am ersten Sonntag im neuen Jahr für seine IVV-Wanderung", so Bettscheider. Was auch auffällt, ist die Sauberkeit zwischen Ortsrand und Hütte. Denn die Familien kümmern sich um die Sauberkeit, was Revierförsterin Verena Lamy freut, die wohl auch zum Weihnachtstreff kommen wird. Damit Diehl und Co sich beim Müllaufsammeln nicht so oft bücken müssen, haben sie Gelegenheit für die Passanten geschaffen, ihren Müll zu entsorgen. "Den Mülleimer an der Hütte haben wir gebaut", berichtet Diehl . Weil ein Großteil der Gäste partout etwas für das Verzehrte zahlen wollen, steht eine Spendenbox in der Hütte. Im Vorjahr waren mehr als 600 Euro drin, die Spende geht jeweils an etwas Tierisches. Dieses Mal soll die Arche aus Blieskastel unterstützt werden. Für Musik sorgt eine Jagdhorngruppe, die sich aus Revierjägern rekrutiert.

Der Treff findet am Mittwoch, 23. Dezember, zwischen 14.30 Uhr und 18.30 Uhr statt.