1. Saarland
  2. Saarbrücken
  3. Völklingen

ADFC-Fahrradklimatest für Völklingen: Gesamtnote 4,2 ist Verbesserung

ADFC-Fahrradklimatest für Völklingen : „Es gibt noch viel Luft nach oben“

Radfahrer haben beim ADFC-Fahrradklimatest die Bedingungen für sie in Völklingen bewertet. Dafür gab’s insgesamt die Schulnote 4,2.

Es kommt wohl auf den Blickwinkel an. Die Schulnote 4,2 für 2018 haut einen nicht vom Hocker. Sieht man aber das vorherige Ergebnis (Note 4,6 im Jahr 2016), dann wirkt die Zahl etwas positiver. Beide Zensuren haben Radfahrer der Stadt Völklingen beim Fahrradklimatest des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) gegeben.
Die Ergebnisse stellte Thomas Fläschner, Sprecher des ADFC Saar, im Neuen Rathaus im Beisein von Oberbürgermeisterin Christiane Blatt (SPD) und Bürgermeister Christof Sellen (CDU) vor.

Um die Wahrnehmung der Radverkehrsbedingungen gehe es bei dem Test, sagte Fläschner. Und resümierte: Trotz Verbesserungen (gegen den Trend, siehe Info) gebe es „noch viel Luft nach oben“. Das Erreichte wurde honoriert – lobend äußerte man sich so zur Öffnung der Poststraße. Dort können Radler nun auch gegen die Einbahnstraße fahren. Aber: „Die Ergebnisse sind nicht so gut, dass man sich darauf ausruhen darf.“ Von September bis November 2018 hatten 63 Völklinger 32 Fragen in fünf Blöcken beantwortet. Das brachte einen Sprung nach vorne: Hatte die Stadt 2016 – da hatten 52 Leute mitgemacht – in ihrer Kategorie den vorletzten Platz mit Rang 363 von 364 belegt, rutschte sie nun ins Mittelfeld: Rang 237 von 311. Bei den Fragen ging es um „Fahrrad und Verkehrsklima“, um den Stellenwert des Radverkehrs, die Sicherheit und den Komfort beim Radfahren sowie um die Infrastruktur und das Radverkehrsnetz. Überall gab’s Verbesserungen, aber auf mäßigem Niveau. In fast jeder Kategorie steht die Durchschnittsnote 4 (plus x), nur in Sachen Infrastruktur und Radverkehrsnetz rutschte das Ergebnis mal in den Dreierbereich (von 4,3 auf 3,7).

Im Einzelnen stellten die Befragten unter anderem den Falschparkerkontrollen auf Radwegen oder den Wegweisern für Radler ein schlechteres Zeugnis aus als 2016. Etwas rauf ging es dagegen bei fast allen anderen Kriterien – ob beispielsweise Radfahren Spaß oder Stress bedeutet, wie viel fürs Radfahren geworben wird oder wie sicher man sich als Radfahrer hier fühlt.

Bürgermeister Sellen wollte nach der Präsentation wissen, wo Radwege zugeparkt sind. „Dann kann ich den Kommunalen Ordnungsdienst vorbeischicken.“ Er bat auch um Einschätzungen zu Schutzstreifen und Fahrradstraßen. Im Publikum gab’s Beschwerden über falsch parkende Auslieferungsfahrzeuge – und die Anregung, „anständige Zufahrten zum Saar-Leinpfad“ zu machen.

Werner Michaltzik, der Vorsitzende des Völklinger Sicherheitsbeirates, wies darauf hin, dass oft nicht die Stadt allein zuständig sei. Man leide an einer „jahrzehntelangen autofixierten Verkehrsplanung“. So manche Verbesserung sei auf Vorschläge des Sicherheitsbeirates zurückzuführen. Hans Holderbaum, ADFC-Mitglied und Sprecher der Gruppe „Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer in Völklingen“ im Sicherheitsbeirat, formulierte im Gespräch mit der SZ mehrere aus seiner Sicht realisierbare Herzenswünsche: „Einen Radverkehrsbeauftragten im Rathaus. Dass zumindest jeder Stadtteil mit einem vernünftigen Weg ans Zentrum angeschlossen ist. Und dass das rechte Saarufer für Fußgänger und Radfahrer über zumutbare Wege erreichbar ist.“ ADFC-Mann Fläschner bedauerte derweil, dass die Stadt Völklingen nicht beim Stadtradeln dabei ist. Dazu OB Blatt: „Wir hätten gerne mitgemacht, haben aber keine Kapazitäten frei.“

Die Ergebnisse, sagte Christiane Blatt, seien „eher schlecht“, gleichwohl freue sie sich über die leichte Verbesserung. Man mache sich viele Gedanken über das Thema. Bald werde in Ludweiler in der Werbelner Straße ein Fahrradschutzstreifen errichtet. Laut Stadt-Pressestelle soll er ab der Einfahrt aus der Völklinger Straße bis kurz vor der Einmündung Birkenweg markiert werden. Weiter heißt es, einen vergleichbaren Schutzstreifen gebe es in Völklingen noch nicht. Lediglich im unteren Bereich der Poststraße existiere eine Fahrbahnmarkierung zum Schutz der Radfahrer, die dort entgegen der Einbahnstraße fahren dürfen.