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Versammlung
356 Einsätze, vom Brand bis zur Hilfeleistung

Zu den Einsätzen 2017 gehörte auch dieser: In einem Hochhaus in Wehrden standen im November mehrere Kellerräume in Flammen.  

 
Zu den Einsätzen 2017 gehörte auch dieser: In einem Hochhaus in Wehrden standen im November mehrere Kellerräume in Flammen.   FOTO: BeckerBredel
Geislautern. Stehende  Ovationen gab es bei der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Völklingen für Noch-OB Klaus Lorig. Der nämlich scheidet demnächst aus seinem Amt als Chef der Wehr. Von Andreas Lang

Ein Lob aus berufenem Munde gab es am Sonntag für die Freiwillige Feuerwehr Völklingen bei ihrer Jahreshauptversammlung in der Geislauterner Schlossparkhalle. Und zwar vom Brandinspekteur des Regionalverbandes, Tony Bender: „Die Freiwillige Feuerwehr Völklingen hat unter Klaus Lorig einen Riesenschritt nach vorne gemacht, alleine was die Fahrzeugausstattung und die Modernisierung der Feuerwehrgerätehäuser angeht.“


Die jüngste Entwicklung hatte Oberbürgermeister Lorig als scheidender Chef der Wehr zuvor selbst aufgeführt. „Unter der Woche wurden zwei neue Löschfahrzeuge in Ulm abgeholt und den Löschbezirken Wehrden und Luisenthal übergeben.“ Noch vor dem Jahreswechsel hätten die Fürstenhausener Feuerwehrleute außerdem einen „neuen gebrauchten“ Mannschaftstransportwagen bekommen: „Das Fahrzeug wurde günstig erworben und zu einem Feuerwehrfahrzeug umgebaut.“ Mache die Haushaltslage jetzt noch eine schnellstmögliche Ausschreibung möglich, bekomme auch noch der Löschbezirk Luisenthal Verstärkung für seinen Fuhrpark. Dann soll ein so genanntes Hilfeleistungslöschgruppenfahreug (HLF) beschafft werden.

Und zu den Immobilien: Nachdem vergangenes Jahr der Umbau des Wehrdener Feuerwehrgerätehauses gefeiert wurde, soll im Mai das in der Bau-Endphase befindliche Feuerwehrgerätehaus Geislautern feierlich eingeweiht werden. Lorig sagte zu seinem Abschied: „Ich glaube, dass ich am 1. Juni meiner Nachfolgerin Christiane Blatt eine Freiwillige Feuerwehr übergeben kann, die schlagkräftig, motiviert und technisch auf dem bestmöglichen Stand ist.“ Nachdem er sich für 15 Jahre freundschaftliches Miteinander bedankt hatte, versprach er: „Ich werde auch im Ruhestand Anteil nehmen an der Freiwilligen Feuerwehr Völklingen. Und so weit es mir möglich sein wird, werde ich euch auch weiter unterstützen.“ Dafür gab‘s stehende Ovationen.



Wehrführer Herbert Broy vertiefte im Anschluss die Jahres-Statistik, die zuletzt auch Thema eines SZ-Berichtes war. 287 Aktive, 40 Jugendfeuerwehrleute und 66 Mitglieder in der Altersabteilung – das macht insgesamt knapp 400 Mitglieder in der Völklinger Freiwilligenwehr.

356 Einsätze wurden im Vorjahr verbucht, bei denen die Aktiven inklusive Nachbereitung zusammengezählt 22 000 Stunden im Einsatz waren. Meistens handelte es sich dabei um Brand-Einsätze oder um technische Hilfeleistungen – beide Kategorien halten sich in etwa die Waage. Damit aber noch nicht genug. 58 000 Stunden investierten die Ehrenamtlichen in den Übungsdienst. Und das ist immer noch ein Klacks gegen den Riesenbatzen, den die Lebensretter in Einsatzbereitschaft verbringen.

Laut Wehrführer Broy sind das 2,5 Millionen Stunden. Er wies auf das jüngste Urteil des Europäischen Gerichtshofs, Bereitschaftszeit sei Arbeitszeit, hin, und stellte die Frage in den Raum: Wer sollte diese von professionell ausgebildeten ehrenamtlich Tätigen erbrachte Leistung bezahlen, müssten Profis sie übernehmen?

Die Freiwillige Feuerwehr Völklingen beförderte verdiente Feuerwehrleute. Links: Wehrführer Herbert Broy, ganz rechts: Kreisbrandinpekteur Tony Bender. Zweite Reihe, Fünfter von rechts: OB Klaus Lorig. 
Die Freiwillige Feuerwehr Völklingen beförderte verdiente Feuerwehrleute. Links: Wehrführer Herbert Broy, ganz rechts: Kreisbrandinpekteur Tony Bender. Zweite Reihe, Fünfter von rechts: OB Klaus Lorig.  FOTO: Andreas Lang / Picasa