200 000 Euro extra vom Land?

Im Streit um eine Gebundene Ganztagsgrundschule auf dem Heidstock liegt jetzt der Schlüssel in Saarbrücken. Alles kommt darauf an, ob das Land nun einen Extra-Zuschuss in Höhe von 200 000 Euro gewährt.

Es wird ernst mit der Gebundenen Ganztagsgrundschule auf dem Heidstock. Mit einer knappen Mehrheit (22 zu 19 Stimmen bei einer Enthaltung) hat der Stadtrat am Donnerstagabend die Entscheidung für diesen Standort bekräftigt. Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU ) wird nun den Antrag auf 400 000 Euro Zuschuss beim Bildungsministerium und einen weiteren Antrag ans Innenministerium auf eine Bedarfszuweisung von 200 000 Euro stellen. Diese 200 000 Euro gelten als entscheidend, denn sie machen genau die Finanzierungslücke aus, an der bisher das Vorhaben scheiterte.

Oberbürgermeister Lorig sagte gestern, sobald dieser Betrag bewilligt sei, werde er den Stadtratsbeschluss umsetzen und den Umbau auf dem Heidstock einleiten. Nach jetzigem Stand könne die neue Schulform dann frühestens zum Schuljahr 2017/2018 starten.

Der Stadtrat hatte am Donnerstagabend erneut eine engagierte Debatte ums Pro und Kontra geführt. Fraktionschef Stefan Rabel bekräftigte das Nein der CDU zum Standort Heidstock. Er sei ungeignet, und offensichtlich sei dort kein Bedarf vorhanden. Dieser Meinung schlossen sich Sprecher von FDP/Freie Wähler und AfD an. Gerold Fischer (Grüne) enthielt sich der Stimme.

"Zweitbeste Lösung"

Fischers Fraktionskollege Manfred Jost sagte Ja, auch wenn der Heidstock nur "die zweitbeste Lösung" gegenüber Standorten in der Innenstadt sei. SPD-Sprecher Erik Kuhn unterstrich, seine Fraktion habe sich in den vergangenen Monaten der Diskussion um Alternativen gestellt. Dabei habe sich jedoch keine andere Möglichkeit als der Heidstock ergeben. Dieser Auffassung folgten dann auch die Linken, womit die Mehrheit gesichert war.

Bei einer Umfrage der Stadtverwaltung bei Eltern künftiger Grundschulkinder im Mai 2015 im Schulbezirk Heidstock/Luisenthal hatten sich rund 75 Prozent gegen eine gebundene Form ausgesprochen. Zuhörerinnen rund um Elke Naccarato, Leiterin der derzeitigen freiwilligen Nachmittagsbetreung an der Schule, registrierten den Beschluss vom Donnerstagabend mit Kopfschütteln. Bei einer gebundenen Form müsssen alle Kinder (und auch die Lehrer) in der Regel bis 16 Uhr in der Schule bleiben.