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Die Hinweistafeln sind wichtig
1900 Nothelfer warten im Untergrund

Wasser marsch: Jörg Reichert von den Völklinger Stadtwerken demonstriert in der Beethovenstraße die Spülung eines Hydranten.
Wasser marsch: Jörg Reichert von den Völklinger Stadtwerken demonstriert in der Beethovenstraße die Spülung eines Hydranten. FOTO: BeckerBredel
Völklingen. Hydranten sind überlebenswichtige Einrichtungen. Denn über sie wird das Netz gepflegt und, wenn es brennt, Wasser gefördert. Von Frank Bredel

In diesen Tagen ist es wichtiger denn je – das Wassernetz der Stadt Völklingen, das als ein unterirdisches Gespinst von Leitungen jedes Haus erreicht und mit frischem Wasser versorgt. 210 Kilometer Hauptleitungen und 80 Kilometer Hausleitungen bringen kühles Nass, derzeit wegen des Hochsommers 6000 Kubikmeter jeden Tag. Das Netz ist damit aber nur zu 60 Prozent ausgelastet, sagt Jörg Reichert von den Stadtwerken. Die Förderung des Trinkwassers komme selbst im Hochsommer nicht an ihre Grenzen. Das wirkt beruhigend.


Beruhigend ist auch, dass es 1900 Hydranten in Völklingen gibt. Die gusseisernen runden und ovalen Deckel in der Straße kennt jedes Kind. Sie sind überlebenswichtige Einrichtungen, denn über sie wird das Netz gepflegt und, wenn es brennt, Wasser gefördert. Jedes Haus in Völklingen ist im Umkreis von 300 Metern mit mehreren Hydranten abgesichert. Dort kann die Feuerwehr bei Bränden Wasser zum Löschen fördern.

Damit das immer sichergestellt ist, werden die 1900 Hydranten regelmäßig gewartet. „Zwei Mitarbeiter der Stadtwerke haben einen Wartungsplan, so dass jeder Hydrant im Turnus von acht Jahren einmal geöffnet und gespült wird. Werden Schäden festgestellt, dann werden diese sofort repariert“, sagt Jörg Reichert.



Er bedauert, dass die rotweißen Hydrantenschilder an Hauswänden, Mauern, Schilderpfosten oder Laternen oft von Vandalen zerstört oder verdreht würden. „Diese Tafeln zeigen der Feuerwehr auch nachts oder bei Schnee schnell und sicher, wo der nächste Hydrant zu finden ist. Die Tafeln geben die Größe der Wasserleitung und die Entfernung in Metern zum Hydrant an. Weil sie aber oft zerstört werden, hat die Feuerwehr zusätzlich Pläne des Wassernetzes dabei“, so Reichert, der mit seinen Kollegen in Notfällen rund um die Uhr erreichbar ist.

Für Störungen im Gas- und Wassernetz seien drei Mitarbeiter immer zur Hand. Wenn es brenne, wenn es Rohrbrüche gebe oder ein Gasleck vermutet werde, kämen die Mitarbeiter der Stadtwerke sofort. Neben dem Absperren der Leitungen könne bei hohem Bedarf auch Wasser zusätzlich eingespeist werden. Dazu gebe es Verbindungspunkte zu den Nachbarnetzen der Energis, der Stadtwerke Saarbrücken oder dem Wasserzweckverband Warndt. „Als es einen Großbrand in Ludweiler gab, haben wir die Leitung zum Warndt geöffnet. Sofort steht dann noch mehr Wasser zur Verfügung“, erklärt Reichert.

Auch seien vom Hochbehälter am Wehrdener Berg drei Hauptleitungen in die Innenstadt verlegt. So könnten bei Störungen stets Umleitungen geschaltet werden. Die Wasserversorgung in Völklingen sei damit im Brandfall und auch in Sommerhitze immer gewährleistet. Mit 840 Kubikmetern Förderleistung Quellwasser pro Stunde habe man ausreichende Reserven, versichert Jörg Reichert.

Hydranten gibt es mit ovalem (unser Bild) und rundem gusseisernen Deckel. Zum Öffnen braucht man spezielles Werkzeug.
Hydranten gibt es mit ovalem (unser Bild) und rundem gusseisernen Deckel. Zum Öffnen braucht man spezielles Werkzeug. FOTO: BeckerBredel
Diese rot-weißen Hydrantenschilder zeigen der Feuerwehr den Weg zur Wasserentnahme, erläutert Jörg Reichert (unser Bild).
Diese rot-weißen Hydrantenschilder zeigen der Feuerwehr den Weg zur Wasserentnahme, erläutert Jörg Reichert (unser Bild). FOTO: BeckerBredel