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Der Rückblick auf die abgelaufene Woche
Viele Probleme wären gelöst

FOTO: Robby Lorenz / SZ
Zertifizierung ist ein sperriges Wort. Mit ihm bezeichnet man ein Verfahren, mit dessen Hilfe die Einhaltung bestimmter Anforderungen nachgewiesen wird. Vor wenigen Tagen haben wir über solche Zertifizierungen geschrieben. Sie betrafen 35 evangelische Kindertagesstätten. Sie hatten sich über einen Zeitraum von zwei Jahren dem Procedere gestellt und damit viel Arbeit auf sich genommen.

Im Prinzip geht es um Qualität in der Erziehung. Es geht darum, noch besser zu werden, Gegebenheiten zu hinterfragen und am Profil zu feilen. Zu hinterfragen, ob das denn noch zeitgemäß ist, was man so tut. Diakoniepfarrer Udo Blank hielt eine bemerkenswerte Rede im Rahmen der Veranstaltung in Friedrichsthal, bei der den verantwortlichen Personen in besagten Kitas die Zertifizierungsurkunden ausgehändigt wurden. Er sagte, dass Qualitätsentwicklung noch vor 15 Jahren in der Jugendhilfe und in den Kindertagesstätten sehr umstritten gewesen sei. Da hat er wohl recht. Auch mir sind Kindergärten von früher bekannt, in denen sich die Kleinen halb totgebastelt haben, ansonsten aber Fördern und Fordern ein Fremdwort war. Heute sieht die Welt nun mal anders aus, und besser ist sie nicht geworden. Familienstrukturen lösen sich auf, es gibt Mütter und Väter, die mit der Erziehung nicht klar kommen oder sie schleifen lassen. Wir alle kennen solche Fälle. Und wir kennen Kinder und Jugendliche, denen wir ein besseres Leben wünschen würden. Ein Leben mit Bildung und klar strukturiertem Tagesablauf. Und schon kommen wir zur Gemeinschaftsschule Quierschied, die zur Gebundenen Ganztagsschule mutiert. Martina Thielmann, die neue Schulleiterin, ist von diesem Konzept absolut überzeugt. Wobei sich einmal mehr die Frage aufdrängt, warum es dieses nicht flächendeckend gibt. Und warum es analog dazu keine Gebundenen Kitas gibt. Viele gravierende Probleme hätten sich mit ihrem Dasein erübrigt.



(mh)