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Hier wird gemeinsam geschafft : Viele fleißige Männer kümmern sich ums Kapellchen

Hier wird gemeinsam geschafft : Viele fleißige Männer kümmern sich ums Kapellchen

Mitglieder des katholischen Männervereins Bildstock sind an der Marienkapelle fleißig.

Die Männer kehren und rechen, schneiden und mähen. Es herrscht sehr viel Betriebsamkeit  auf dem Hoferkopf an einem dem strahlenden Samstag. Die Mitglieder des katholischen Männervereins Bildstock legen gemeinsam Hand an, um die Marienkapelle sowie auch die Grünanlage außen herum auf Vordermann zu bringen. Dann wird die Arbeit kurz niedergelegt und ein Päuschen mit warmem Fleischkäse eingelegt.

Da passt es gut, dass die Friedrichsthaler AWO eine Sitzbank gestiftet hat, die just heute eingeweiht wird. Man habe bereits am Spitzen Stein am Heiligenhäuschen eine gestiftet und sei von den Bürgern angesprochen worden, ob man nicht auch hier eine aufstellen könnte, erklärt AWO-Vorstandsmitglied Ulla Schmidt. Damit hat die kleine Anlage um die runde Kapelle einen weiteren Anziehungspunkt, um zu verweilen und kurz innere Ruhe zu finden.

Knapp 15 Leute sind an diesem Samstag im Einsatz. Einer von ihnen ist Eberhard Riemenschneider. Er ist bereits so lange im Verein, dass er sich gar nicht mehr genau erinnern kann, seit wann eigentlich, sagt er scherzhaft. „30 oder 40 Jahre“ werden es schon sein. Auf jeden Fall verfolgt er die Historie des schmucken Kleinods, seit er ein kleiner Junge war.

Als gegen Ende des Zweiten Weltkrieges die Amerikaner die Soldaten der Wehrmacht zurückdrängten, mussten Letztere an Bildstock vorbei, wo sich B10 und B41 kreuzten. Dadurch wurden viele Tausend Schuss an dem damals eigenständigen Ort abgegeben. Die katholische Pfarrgemeinde, seinerzeit noch geleitet von Dechant Klee, leistete da einen Schwur: Sollte Bildstock unbeschadet aus dem Angriff hervorgehen, wollte man eine Kapelle aufstellen. Von diesem Schwur zeugt auch heute noch eine Tafel im Inneren des kleinen Gotteshauses.

„Es wurden letztlich nur drei Häuser getroffen“, sagt Riemenschneider. Also wurde 1952 der Beschluss zum Bau gefasst und am 15. Juni 1953 erfolgte die Grundsteinlegung. Zu Pfingsten wurde die Einweihung gefeiert. In dieser auffälligen Bauweise gebe es nur etwa fünf Stück im ganzen Saarland, so der Hobby-Historiker. Das Gelände sei seinerzeit von Saarberg an die Kirchengemeinde verschenkt worden. Das Geld wurde durch Spenden und Haussammlungen zusammengebracht. „Meine Mutter war auch dabei“, blickt er zurück.

Nun kümmern sich die fast 100 Mitglieder des Männervereins – man muss übrigens nicht katholisch sein, um ihm beizutreten – stetig um den Erhalt. Neben der Grünpflege heißt das auch, beispielsweise den Rand zum Boden mittels Kieselsteinen neu zu isolieren oder den angrenzenden Kreuzweg in Schuss zu halten. Etwa mit einem Grünspan-Entferner die Optik aufhübschen.

Leider gehört es auch dazu, Schäden durch Vandalismus zu beheben, erzählt der Vorsitzende des Vereins, Bernd Franz. Einer vom Imkerverein gespendeten Bank muss zum Beispiel ein neues Fundament gegeben werden, weil dieses herausgerissen wurde. Von der Stadt werde man regelmäßig unterstützt, etwa durch die Abfuhr des Grünschnitts. Nach Rücksprache mit dem Bistum Trier wird in Kürze der Neubau des Vorbaus erfolgen. Dort soll dann eine rostfreie Edelstahlkonstruktion entstehen. Zudem wird der Eingangsbereich neu gefliest – damit das Zeichen gegen den Krieg auch in Zukunft noch auf dem Hoferkopf erstrahlt.

Denn eines ist klar: „Wir hatten die letzten 70 Jahre Frieden – und hoffentlich auch noch ganz lange“, sagt Eberhard Riemenschneider.