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Viele Besucher bei Messe "Reise und Freizeit" in Saarbrücken trotz Virus

120 Aussteller noch bis Sonntag in der Saarbrücker Congresshalle : Viele Besucher bei Reisemesse trotz Virus

120 Aussteller zeigen noch bis Sonntag in der Saarbrücker Congresshalle die neusten Trends für die schönste Zeit des Jahres. Besonders beliebt sind diesmal die Bereiche Reiseforum, E-Mobilität und Fahrrad sowie mit 20 Ausstellern die Fotografie.

Reger Besucherandrang trotz Verunsicherung und Ängsten rund um das Coronavirus zum Auftakt der 3. Messe Reisen &  Freizeit in der Saarbrücker Congresshalle. Große saarländische Reiseveranstalter wie Götten Reisen oder Bur Busse  berichteten, dass von ihnen erste Reisen in die Mailänder Scala oder nach Venedig wegen der Virus-Folgen schon kurzfristig abgesagt werden mussten. Im Saarland selbst, so hieß es, floriert dagegen mit im vergangenen Jahr 1,1 Millionen Gästen, 3,2 Millionen Gästeübernachtungen, 33 000 Beschäftigten und 1,4 Milliarden Euro Umsatz der Tourismus auf neuen Rekordhöhen. Doch ist auch hier noch viel Luft nach oben.

„Unsere Messe in Saarbrücken kann auf jeden Fall bedenkenlos besucht werden, denn keiner der Aussteller aus dem In- und Ausland kommt aus gefährdeten Regionen“, versicherte Saarmesse-Chef Ralf Kirch bei der Eröffnung. Bis Sonntagabend, wenn die bis auf den letzten Quadratmeter ausgebuchte Messe mit 120 Ausstellern ihre Pforten wieder schließt, hofft er den Besucherrekord von 12 000 Interessenten aus dem Vorjahr noch zu übertreffen. Besonders beliebt diesmal die Themenbereiche Reiseforum, E-Mobilität und Fahrrad sowie die laut Messe-Projektleiterin Caroline Rakete erstmals groß mit über 20 Ausstellern vertretene Sparte Fotografie.

„Heute werden in einer Minute mehr Urlaubsfotos geschossen als in den ersten 150 Jahren der Fotografie zusammen“, begründete Firmenchef Johannes Gressung von Foto Gressung das starke Engagement der Branche. So stellt sein 116 Jahre alter Familienbetrieb auf der Messe drei Weltneuheiten-Kameras mit Preisen zwischen 1500 und 7500 Euro aus. Geschäftsführer Thomas Götten von dem mit 66 Beschäftigten und 30 Millionen Jahresumsatz größten saarländischen Reiseveranstalter Götten Reisen meinte, klar sei das Thema Coronavirus inzwischen auch in den Reisebüros angekommen. Zur Absage der Mailand-Reise habe es aber wegen der jetzigen Schließung der Mailänder Scala keine Alternative gegeben. Ähnliches gelte bei ihnen auch für die abgesagte Venedig-Reise, berichteten Patricia Hessler und Vera Greiner vom grenzüberschreitenden Reiseunternehmen Bur Busse aus Kleinblittersdorf.

Beim einzigen italienischen Aussteller auf der Saarbrücker Reise-Messe, dem Besitzer des schon im Frühjahr sonnenverwöhnten Hotels Ida in Rimini, Franco Maguani, hieß es dagegen: „Das Leben bei uns läuft ganz normal. Um das Coronavirus wird vielleicht auch zu viel Bla-Bla und Panik gemacht.“ Bei der Diskussion um die Zukunft des Saar-Tourismus bemängelte Victor‘s-Hotels-Regionaldirektor Iraldi Gogadze vor allem die schlechte Bahnanbindung unserer Region als Manko. Dagegen wurden gutes Essen und Trinken sowie die Gastfreundschaft der Saarländer von Politikern und Reisexperten als größte Vorzüge gelobt. Doch laut Daniel Simarro von SR 1, der die Messeeröffnung moderierte, wird dem Ergebnis einer Meinungsumfrage zufolge „Spazierengehen“ als Grund Nr. 1 für einen Saarland-Besuch genannt.