| 21:14 Uhr

Weihnachtsfeier in Friedrichsthal
Viel Lob fürs Verkaufsgeschick der Jugend

Die Mitglieder des SC Friedrichsthal  und der DJK Bildstock mit weihnachtlicher Ware an ihrem Stand.
Die Mitglieder des SC Friedrichsthal  und der DJK Bildstock mit weihnachtlicher Ware an ihrem Stand. FOTO: Thomas Seeber
Friedrichsthal. Weihnachtsmarkt in Friedrichsthal mit karitativer Note, mit selbst gestrickten Mützen und Strümpfen und duftenden Zimtwaffeln.

Es waren mehr „vertraute Freunde“ als Standbetreiber, wie Bürgermeister Rolf Schultheis es am Rande des Weihnachtsmarktes ausdrückte. Der Verwaltungschef zeigte sich am Samstag zufrieden, dass man auch Glück mit dem Wetter hatte – es war den ganzen Tag trocken geblieben. Mehr als 20 Vereine, Institutionen und Gastronomen hatten den Marktplatz mit Leben erfüllt. So konnte man gemütlich umherbummeln, hatte den Geruch vom Grillgut des Karnevalsvereins Blau-Weiß in der Nase oder labte sich an den Waffeln der Karnevalisten des NKV. Ebenso närrisch ging es am Stand der Kneisjer vom Hoferkopf zu. Hier lobten die Trainerinnen der Juniorengarde, Alexandra Werth und Anja Theil, den vereinseigenen Nachwuchs in den höchsten Tönen. Denn das Verkaufsgeschick der Jugendabteilung sei prächtig. Die jungen Leute veräußerten von „Oma Kopainski“ selbst gestrickte Mützen und Strümpfe und hatten zudem noch selbst gebackene Zimtwaffeln im Angebot. Was mit dem Erlös passiert? „Das geht alles in die Jugendkasse“, so Alexandra Werth.



Neben vielen weiteren Angeboten durch die örtliche Vereinswelt konnte sich auch das Rahmenprogramm sehen lassen. So verteilte der Weihnachtsmann frische Weckmänner, musikalisch untermalt durch den Spielmanns- und Fanfarenzug. Kinder der Hoferkopfschule Bildstock intonierten Weihnachtslieder, die Musikschule Friedrichsthal gab Kostproben ihres Könnens und das Duo MAD, alias Alfred und Diana Müller, sang ebenfalls Songs passend zur Adventszeit.

Zum ersten Mal am Start war Gudrun Urig. Ihre private Initiative „Hilfe für Kinder in Kenia“ war am SCF-Leichtathletik-Stand zu finden. Die Verbindung kam über die ehemalige Vorsitzende und vor rund zwei Jahren verstorbene Karin Becker zustande. „Wir haben gemeinsam die Welt bereist“, erzählte Urig. Dabei sei man vor zehn Jahren bei einer Safari in dem afrikanischen Land „hängengeblieben“.  Die dortige Armut habe beide betroffen gemacht und zur Hilfe inspiriert. Jede der beiden Frauen versuchte, jeweils fünf Kindern die Schulbildung zu bezahlen.

Da in Kenia Schulgeld gefordert wird, dies aber für zu viele Familien kaum bezahlbar ist, entschloss man sich zu diesem Schritt. Eine junge Frau konnte dank der Hilfe Urigs mittlerweile eine Ausbildung zur Krankenschwester absolvieren. Doch auch einfache Dinge wie Shirts oder Trikots seien gern gesehen. Jeweils im Februar und September bringt sie die Sachen nach Kenia und hat dann amüsante Geschichten zu erzählen. Zum Beispiel sei ein junger Mann extra zu ihrem Besuch aus seinem mehrere Dutzend Kilometer entfernten Dorf zu Fuß gekommen – um sich ein FC-Bayern-Trikot abzuholen. „Er ist jetzt der King in seinem Dorf, hat er erzählt“, so Gudrun Urig lachend. Wer etwas für die Initiative spenden möchte, kann sie per E-Mail erreichen: gudrun-vinaros@t-online.de.

(bo)