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Jürgen Reimertshofer will nicht mehr
Vertreter des Bürgermeisters tritt zurück

Jürgen Reimertshofer.
Jürgen Reimertshofer. FOTO: Elmar Müller
Sulzbach. Der 2. Beigeordnete der Stadt Sulzbach zieht die Konsequenzen aus der Uniform-Affäre.

Seit heute ist es offiziell: Der 2. Beigeordnete der Stadt Sulzbach, Jürgen Reimertshofer, hat sein Amt niedergelegt. Das erklärte am Dienstag Bürgermeister Michael Adam auf SZ-Anfrage. Rund eine Woche nach der Uniform-Affäre, so Adam, habe er dies ihm gegenüber schriftlich erklärt. Mehr wollte der Verwaltungschef gegenüber unserer Zeitung nicht preisgeben. Vor allem nicht, was die genauen Beweggründe des 61-Jährigen angeht.


SZ-Recherchen zufolge soll sich Reimertshofer in seinem  Brief an Adam dahingehend geäußert haben, dass die ihn betreffenden Geschehnisse vom 21. Februar das Amt des 2. Beigeordneten in Misskredit gebracht hätten. Um weiteren Schaden von der Stadt abzuwenden, habe er sich dazu entschlossen, sein Amt niederzulegen. Jürgen Reimertshofer soll allerdings in seinem Schreiben an den Chef im Rathaus großen Wert auf die Feststellung  gelegt haben, dass sein jetziger Entschluss keineswegs als Schuldeingeständnis zu werten sei. Im Übrigen soll er sich gegenüber dem Bürgermeister beklagt haben über die Presse, die ihn vorverurteilt habe und über sehr unangemessene Kommentare in den sogenannten sozialen Netzwerken. Gemeint ist da wohl Facebook, wo  einige Kommentare zu dem Vorfall vom 21. Februar zu lesen waren.

An jenem denkwürdigen Mittwoch legten knapp 100 Rekruten des Fallschirmjägerregiments 26 ihr öffentliches Gelöbnis am Salzbrunnen-Ensemble ab (SZ vom 22. Februar „Vom Zivilisten zum Staatsbürger in Uniform“). Zu diesem Termin erschien auch Reimertshofer - und zwar in reichlich dekorierter Uniform - was ihm zum Verhängnis wurde.  Denn nach den Schilderungen von Thomas Dillschneider, Pressesprecher der Bundeswehr im Saarland, führten Feldjäger bei dem Mann, der als Beigeordneter zum feierlichen Gelöbnis  geladen war,  eine Personenkontrolle durch. Und nachdem festgestellt worden sei, dass der Sulzbacher Rentner weder zum Tragen der Uniform  noch der daran befestigten Auszeichnungen berechtigt gewesen sei, sei er aufgefordert worden „die Orden und Ehrenzeichen unverzüglich zu entfernen“. Anschließend hätten die Feldjäger der Bundeswehr (die im Übrigen anlässlich des Gelöbnisses  Hausrecht am Salzbrunnen-Ensemble hatte) ihn an die vor Ort anwesende Polizei übergeben. Von der Pressestelle des Polizeipräsidiums in Saarbrücken war derweil zu erfahren, dann nicht nur gegen den Sulzbacher, sondern auch gegen einen nicht näher bekannten 66-jährigen Mann aus Quierschied ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden sei. Und zwar wegen Amtsanmaßung (Paragraf 132 Strafgesetzbuch).



Die SZ  wollte am gestrigen Dienstag von Jürgen Reimertshofer mehr erfahren über die Gründe, die ihn dazu brachten, das Amt des Beigeordneten niederzulegen. Für eine Stellungnahme war er jedoch nicht erreichbar. Derweil kursiert aus dem Stadtrat heraus schon der Name seines Nachfolgers beziehungsweise seiner Nachfolgerin. Sie, die der SPD angehört, war allerdings gestern auch nicht erreichbar.