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„Verpetzen“ als Gegenwehr: Radler zeigen Falschparker in Saarbrücken an

Kostenpflichtiger Inhalt: Gegenwehr mit Handykamera und Formular : Radfahrer zeigen jetzt Falschparker an

Initiative „Radfahren in Saarbrücken“ will Radwege frei machen von illegal abgestellten Fahrzeugen. Und nicht nur das.

Radfahren hält fit und schont die Umwelt. Trotzdem sind die Saarländer im bundesweiten Vergleich am seltensten mit dem Rad unterwegs. Ein Grund dafür seien fehlende oder zugeparkte Radwege, die Radlern das Vorankommen in der Stadt erschweren, – davon jedenfalls geht der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) Saar aus. Mitglieder der neuen „Initiative Radfahren in Saarbrücken“ wollen die Situation für Radfahrer verbessern. Sie setzen sich unter anderem für freie Radwege in der Saarbrücker Innenstadt ein.

Die Idee zur Initiative kam bei der Fahrradaktion „Critical Mass“ („Kritische Masse“) in Saarbrücken auf. Radfahrer treffen sich dabei monatlich zu Touren. Anschließend, am Stammtisch, tauschen sie ihre Erfahrungen als Stadtradler aus. Dabei entstand die Idee, Falschparker beim Ordnungsamt anzuzeigen, wenn sie Radwege blockieren.

Mitinitiator Frank Lichtlein zufolge setzen sich aktuell zehn bis zwölf Mitstreiter auf diese Weise gegen Falschparker ein, gehen auch gezielt auf die Suche nach zugeparkten Radwegen. Die Mitglieder organisieren sich in sozialen Netzwerken und teilen Straßen untereinander auf, um den Aufwand für jeden Einzelnen gering zu halten.

Mit Handykamera und Formularvordruck vom Ordnungsamt ausgestattet, kontrollieren sie Straßenabschnitte in der Innenstadt. Sie sind vor allem dann unterwegs, wenn die Beamten des Ordnungsamtes Feierabend haben, in den späten Abendstunden und sonntags. Besonders die Geh- und Radwege der Mainzer Straße, der Bleich- und Dudweiler Straße und der Stadtgraben seien von Autos zugeparkt, sagt Lichtlein.

Nach eigenen Angaben hat die Initiative in den ersten zwei Monaten dieses Jahres 478 Anzeigen beim Ordnungsamt erstattet. Frank Lichtlein betont, das Ordnungsamt solle öfter kontrollieren und konsequent abgeschleppen lassen. Außerdem fordere die Initiative einen Innenstadtring für Fahrräder, wie es ihn auch für Autos gibt.

Die Radfahrinitiative plane in diesem Jahr noch mehrere Veranstaltungen, um auf Probleme und Gefahren bei bestimmten Radstrecken für Kinder und Jugendliche aufmerksam zu machen.

Für Samstag, 21. März, organisiert die Initiative, als Teil des bundesweiten Aktionstags „Platz da für die nächste Generation“, eine betreute Tour für junge Radfahrer durch Saarbrücken. Der ADFC Saar unterstützt das Ganze.Heranwachsende sollten dabei lernen, sich auf das Verhalten von Autofahrern einzustellen. Besonders in der Mainzer Straße verlaufe der Radweg sehr nah an der Fahrbahn und am Parkstreifen. Dies sei für Kinder gefährlich, da sie beim Öffnen der Fahrzeugtür leicht zu übersehen seien.

Treffpunkt zur betreuten Tour für junge Radfahrer durch Saarbrücken ist am Samstag, 21. März, um 13.30 Uhr der Landwehrplatz.