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Verbraucherzentrale des Saarlandes vor Abzocke bei Online-Führungszeugnissen

Verbraucherzentrale des Saarlandes : Warnung vor Abzocke bei Online-Führungszeugnissen

Viele offizielle Dokumente wie das Führungszeugnis kann man online beantragen. Dabei ist Vorsicht geboten, denn im Netz stößt man immer wieder auf zweifelhafte Angebote, wie die Verbraucherzentrale des Saarlandes jetzt mitteilte.

Wer nicht genau hinsehe, könne schnell drauf zahlen, hieß es.

In einigen Fällen kann man sich den Gang zur örtlichen Behörde sparen – so auch bei der Beantragung eines Führungszeugnisses. Über die offiziellen Seiten der Kommunalverwaltung oder des Bundesamtes für Justiz ist das eigentlich eine einfache Sache. Doch sucht man im Netz nach den Stichworten ‚Führungszeugnis‘ und ‚online beantragen‘, erscheinen einem viele Angebote von Dienstleistern, die damit werben, die Organisation der gewünschten Dokumente zu übernehmen. „In vielen Fällen handelt es sich hierbei jedoch um Abzockmaschen, bei denen man anstatt der Papiere lediglich Informationen darüber erhält, wie man die Dokumente beantragen kann – und das gegen Geld“, erklärt Silke Schröder von der Verbraucherzentrale des Saarlandes.

Allerdings: Auch die offizielle Behörde erhebt bei Ausstellung eines Führungszeugnisses eine Gebühr. Daher sei vielen Nutzern nicht klar ersichtlich, dass sie bei den anderen Online-Anbietern nicht das offizielle Dokument an sich erwerben.

Der Betreiber der Internetseite dienstweg.com suggeriere etwa, dass man direkt online ein Führungszeugnis beantragen könne. Dass es sich nicht um eine offizielle Behördenseite handelt, sei kaum erkennbar. Nur wer genau hinschaue, merke, dass mit der Eingabe persönlicher Daten lediglich ein „Ratgeber“ zum Online-Beantragen eines Führungszeugnisses bestellt wird. Nach der Bestellung erhalten Betroffene nämlich für die verlangten 13 Euro dann kein Führungszeugnis, sondern ein eBook, das erklärt, wie sie ein Führungszeugnis beantragen können.

„Wer sich im Vorfeld informiert, fällt auf solche unseriösen Angebote nicht rein. Außerdem deutet in den Suchmasken das Wörtchen ‚Anzeige‘ bereits darauf hin, dass man es hier mit keiner offiziellen Seite zu tun hat“, erklärt Verbraucherschutz-Expertin Silke Schröder. Dabei seien sämtliche Infos kostenlos zu bekommen. Das Bundesjustizamt stelle alle Fragen und Antworten zur Verfügung, inklusive Link zum Beantragen des Führungszeugnisses.