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Verbandstag entscheidet über Abbruch oder Fortsetzung

Fußball-Verbandstag : ATSV-Ziel für Verbandstag: Saison unterbrechen, nicht beenden

„Aus unserer Sicht ist es sinnfrei, eine Fußball-Saison im Zuge einer Pandemie abzubrechen, wo doch noch gar nicht klar ist, dass eine neue Saison bis zum Ende der Pandemie gestartet werden kann“, sagt Jochen Six, Vorstandsmitglied des Kreisligisten ATSV Saarbrücken.

Die Alt-Saarbrücker haben als einziger Verein im Saarland für den Online-Verbandstag des Saarländischen Fußballverbandes (SFV) (Dienstag, Beginn 18 Uhr) den Antrag gestellt, die Saison zu unterbrechen und nach der Corona-Zeit fortzusetzen. Aus Sicht des ATSV könne man die durch Corona reduzierte Saisonzeit nutzen, um die restlichen Spiele entspannt zu Ende zu bringen. „Natürlich muss man dabei in Kauf nehmen, mit einem anteilig veränderten Mannschaftsbild anzutreten, wenn aktuell anvisierte Spielerwechsel im Sommer vollzogen würden. Jedenfalls könnte man auf eine zweite Corona-Welle flexibel reagieren und hätte genug Zeit zur Verfügung, um erneut den Spielbetrieb auszusetzen. Und man hätte am Ende eine sportliche Entscheidung“, sagt Jochen Six weiter.

25 Anträge saarländischer Fußballclubs sind mittlerweile beim Verband eingetrudelt. Neben dem Antrag des SFV, der einen Saisonabbruch mit Aufsteiger, aber ohne Absteiger vorsieht, und dem Antrag des ATSV Saarbrücken gibt es nur noch zwei weitere Anträge mit klarem Alleinstellungsmerkmal: Der TuS Nohfelden fordert, überhaupt keine Entscheidung über einen Abbruch oder eine Fortsetzung zu treffen, und der FV Biesingen fordert einen Abbruch mit Annullierung der gesamten Saison. Alle anderen Anträge sind überwiegend Modifikationen bezüglich der Aufstiegsregelung im Falle eines Abbruchs.

Somit wäre die Tendenz der Vereine im Prinzip schon herauszulesen. Die Mehrheit scheint wohl für einen Abbruch der Saison zu sein. Das ergab übrigens auch eine Umfrage des SFV vor mehr als einem Monat. Jochen Six sah aber bei der Umfrage einen großen Fehler des SFV: „Der Verband gab vier Alternativen an, und drei davon hatten als Ausgangspunkt den Abbruch der Saison. Dass dabei eine Mehrheit für den Abbruch herauskommt, ist doch logisch. Die erste Frage des Verbandes hätte lauten müssen: Abbruch oder Weiterspielen? Dieses Ergebnis wäre doch interessant gewesen und hätte die grundsätzliche Haltung der Vereine widergespiegelt“, sagt das ATSV-Vorstandsmitglied und nennt als Beispiel den Bayerischen Fußballverband. Dieser hat entschieden, die aktuelle Saison auszusetzen bis mindestens 31. August und danach sportlich zu Ende zu bringen. „Beim Bayerischen Verband hat man gut informiert und danach verhindert, dass Hunderte Entscheidungen am grünen Tisch getroffen werden müssen. Bei der ersten Umfrage – Abbruch oder Weiterspielen – haben in Bayern 68,3 Prozent der abstimmenden Vereine für ,Weiterspielen’ entschieden. Auf dieser Grundlage konnte vernünftig weitergearbeitet werden“, sagte Jochen Six.

Andreas Schwinn, der Geschäftsführer des SFV, erklärte dazu: „Die erste Umfrage bei uns diente nur der Meinungsbildung, mehr nicht. Die Entscheidung, wie es mit der Saison weitergehen soll, treffen die Vereine am Dienstag ganz allein. Es stehen genügend Szenarien zur Auswahl. Die Vereine werden davor auch entscheiden, wie abgestimmt wird.“

Das wahrscheinlichste Abstimmungs-Szenario ist ein Direktwahlverfahren ähnlich der Bürgermeisterwahl. Alle Anträge stehen zur Wahl. Bekommt ein Antrag mehr als 50 Prozent der Stimmen, hat dieser gewonnen. Ansonsten kommt es zwischen den beiden Anträgen mit den meisten Stimmen zur Stichwahl.

Wie der SFV mitteilte, könnte es auch ein Ausscheiden der Anträge in Stufenform geben, so dass nicht nach der ersten Wahl alle Anträge bis auf die zwei mit den meisten Stimmen herausfliegen. Alle Anträge liegen den saarländischen Fußballvereinen schon über einen längeren Zeitraum vor, so dass sich jeder ein Bild machen konnte.

Online-Verbandstag im Internetunter: www.youtube.com/channel/UC4-YJer2tRtfUqlXLQNuFpQ