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Uwe Conradt von der CDU will Saarbrücken sexy machen.

Oberbürgermeister-Wahl : „Ihr braucht keine Angst mehr zu haben“

Uwe Conradt geht für die CDU in die Saarbrücker Oberbürgermeister-Wahl.

Uwe Conradt geht in der Landeshaupstadt vieles zu langsam. Oft sei das so, weil man aus Erfahrungen nicht lerne, die Oberbürgermeisterin sich zwar um ein Problem kümmert, sich aber nicht mit der Struktur beschäftigt, durch die das Problem entstanden ist. Wenn etwa eine Genehmigung für einen Supermarkt etwas länger daure, sei man am Ende froh, dass es doch noch geklappt hat. Man lerne daraus aber nicht, man sorge nicht für eine Änderung der Strukturen. Das will er anders machen, sagt der Kandidat der CDU für das Amt des Saabrücker Oberbürgermeisters.

Ein Beispiel dafür, dass es manchmal gar nicht so kompliziert ist, ein Problem zu lösen, wenn man es nur klar genug betrachtet, sei auch der Treffpunkt der sogenannten Randständigenszene direkt vor dem Rathaus an der Johanneskirche. Ja, man brauche in der Stadt eine präsente Polizei und einen Ordnungsdienst, der sich kümmert. „Aber warum treffen die sich denn ausgerechnet da?“, fragt Conradt. Weil dort schöne Wartehäuschen an der Saarbahnhaltestelle stehen, die einfach perfekt sind, um den Tag dort zu verbringen, erklärt er und fragt in Richtung Oberbürgermeisterin: „Wie kann man 15 Jahre lang aus seinem Bürofenster schauen und nicht verstehen, dass man einfach diese Unterstände abmontieren lassen muss, anstatt immer wieder nach mehr Polizei zu rufen?“

Doch das sind Details. Dass Saarbrücken zu langsam ist, sei auch „ein Ausdruck von Angst“. Angst vor Fehlern, Angst vor Ärger aus der Chefetage, wenn mal was schiefgeht. Also: Lieber alles immer wieder prüfen und auch mal nichts tun, als etwas Falsches zu tun. Deshalb würde er direkt nach Amtsantritt den Mitarbeitern der Stadtverwaltung sagen: „Ihr braucht keine Angst mehr zu haben.“ Nur so seien große Dinge zu bewegen. Eine begrünte Lärmschutzwand in der Innenstadt zum Beispiel. Neue Wohnungen. Eine vierstellige Zahl davon am Uni-Gelände, um „den Campus zum Stadtteil mit Saarbahnanschluss zu machen“. Conradt will Saarbrücken zum „Zentrum zwischen Paris und Frankfurt“, zur „Pionierstadt“ machen. Wie andere kleinere Städte zuvor habe auch Saarbrücken das Potenzial, Kulturhauptstadt Europas zu werden.

Dazu fehlt der jetzigen Verwaltung aus seiner Sicht der Biss. Die Stadt feiere die routinemäßige Betonsanierung der Wilhelm-Heinrich-Brücke und die Erneuerung der Bahnhofstraße, die vier Jahre gedauert hat. Da habe er schon höhere Ansprüche an Dinge, für die sich eine Feier lohnt. Wenn er von „Zeit für Saarbrücken“ spricht, sei das also vor allem „eine Ansage nach innen, an uns Saarbrücker“, sagt Conradt. Egal aus welchem Stadtteil man komme, es sei wichtig, sich als Saarbrücker für seine Stadt zu engagieren. „Dazu muss Saarbrücken aber sexy sein, erfolgreich, etwas, womit man sich gerne identifiziert“, sagt er. Das sei der Job eines Oberbürgermeisters.