Ursache für Wasserrohrbruch in Saarbrücken noch unklar.

Kostenpflichtiger Inhalt: Wasserrohrbruch in St. Johann : Ursache für Rohrbruch ist noch unklar

Teile der Straße Am Kieselhumes sind noch bis voraussichtlich Mitte Dezember gesperrt. Das schadhafte Rohr wird zurzeit untersucht.

Das Problem, sagt Ulrike Reimann,  entstand auf sechs Uhr, ist 4,30 Meter lang. Und bis es behoben ist, wird es wohl  Mitte Dezember werden. Bis dahin ist die Straße Am Kieselhumes zwischen Rentrischer Straße und Am Kaninchenberg vermutlich gesperrt, kündigt die Sprecherin der Saarbrücker Stadtwerke an. Grund ist der Wasserrohrbruch, der am Montag die Straße und Teile des Viertels drumherum überschwemmt hat. Zunächst war da viel Wasser und wenig Wissen. Erst am Mittwochmorgen konnte das schadhafte Rohr vollständig freigelegt und ausgebaut werden. Es hat einen Durchmesser von 50 Zentimetern und weist an der Unterseite (die Experten sagen „auf sechs Uhr“) einen 4,30 Meter langen Riss auf.

Ein 4,30 Meter langer Riss durchzieht das 50 Zentimeter breite Rohr. Das Rohr, das hier zu sehen ist, wird  in einem Labor untersucht. Foto: Stadtwerke Saarbrücken

Wie es zu dem Riss kam, ist noch unklar, sagt Reimann. Das Material werde zurzeit in einem Labor untersucht. Das defekte Rohr wird gerade ausgetauscht, das neue getestet. Danach könne mit der Verfüllung und dann mit der Asphaltierung der Straße und Wiederherstellung der Gehwege begonnen werden. „Je nach Witterungslage dauert es noch bis voraussichtlich Mitte Dezember bis die Straße wieder befahrbar ist“, sagt Reimann und erklärt: „Die Straße war unterspült, die beidseitige Sperrung in diesem Bereich war daher unumgänglich, von Gutachtern wurde dies auch so bestätigt.“

Geborsten war am Montag gegen zwölf Uhr eine Hauptverteilleitung. Aufgrund der Hanglage waren einige Keller der Gebäude im Bereich Halbergstraße mit Wasser und Schlamm vollgelaufen, darunter auch das Deutsch-Französische Gymnasium.

Durch das ausströmende Wasser wurde die Straße Am Kieselhumes unterspült. Foto: Stadtwerke Saarbrücken

Dass es zu Rohrbrüchen kommt, sei nie auszuschließen, weil das Wassernetz eine komplexe Sache ist, sagt Ulrike Reimann. Um alle 180 000 Saarbrücker Bürger und weitere 40 000 Bürger anderer Stadt- und Gemeindewerke sowie auch eine Gemeinde im benachbarten Frankreich mit qualitativ hochwertigem Trinkwasser zu versorgen, „ist eine aufwändige Infrastruktur notwendig“, sagt Reimann. Die Stadtwerke Saarbrücken unterhalten dafür ein weit verzweigtes Verteilnetz mit einer Länge von rund 850 Kilometern, 20 Brunnen sowie 21 Hochbehältern, sechs Pumpstationen, die Wasserwerke Rentrisch und St. Arnual sowie diverse Druckerhöhungsanlagen. Das Wasserwerk Bliestal betreibt neben den beiden Wasserwerken noch 20 Brunnen, mehrere elektrische Schaltanlagen, zwei Hochbehälter und ein Leitungs- und Kabelnetz von rund 70 Kilometern Länge.

Jährlich investieren die Stadtwerke rund sechs Millionen Euro in die Wasserversorgung. 2018 wurde diese Summe auf sieben Millionen Euro aufgestockt. Die Mittel fließen in die Erneuerung des Verteilnetzes, des Transportnetzes sowie in die Sanierung und Erneuerung von Anlagen.

„Wie in allen Städten Deutschlands haben wir es auch in Saarbrücken mit einem sehr heterogenen Leitungsnetz zu tun, was bedeutet, es wurden über die Jahrzehnte verschiedene Materialien (Grauguss, duktiler Guss, Stahl, Kunststoffe) eingebaut“, erklärt Reimann. Das Trinkwassernetz sei permanent verschiedenen Anforderungen ausgesetzt. „So finden zum Beispiel ständig Aus-, Um- und Neubauten statt, während derer die Versorgung zu jeder Zeit sichergestellt sein muss. Zudem wirken auf das Netz ständig verschiedene Einflüsse, wie  Verkehrslasten, Druck- und Durchflussveränderungen, Straßenbaumaßnahmen, statische und dynamische Erdbodenbeschaffenheiten (Trockenheit, Feuchtigkeit, Frost). Vor diesen Hintergründen treten Schädigungen und somit Störungen in einem solch komplexen Netz auf“, sagt Reimann

Die Stadtwerke Saarbrücken haben keine Anhaltspunkte, dass sich die Häufigkeit von Rohrbrücken in den zurückliegenden Jahren signifikant verändert hat. 2017, 2018 und 2019 seien aber Schäden an Stellen aufgetreten, die für erhöhte Aufmerksamkeit gesorgt haben. Auf dem Rodenhof wurde eine Straße unterspült, im Meerwiesertalweg auch. Und im Bezirk Halberg war die Trinkwasserversorgung zeitweise unterbrochen.  „Allerdings haben die Stadtwerke Saarbrücken höhere Schadenskosten zu verkraften, da die durchschnittlichen Schadenskosten aufgrund der Dimension der Störungen angestiegen sind. Hierbei liegen die Kosten für die Wiederherstellung des Straßenkörpers weit über den Kosten für die Reparatur des Rohrsystems“, sagt Reimann.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Straßen am Römerkastell in Saarbrücken unter Wasser