130 Einsätze am Dienstag : Das Unwetter machte den Rettungskräften im Saarland viel Arbeit

Insgesamt musste die Feuerwehr zu 130 Einsätzen ausrücken, die Polizei zu 50. Und laut Deutschem Wetterdienst könnte es am Wochenende wieder knallen.

Eben waren es noch 35 Grad im Saarland, plötzlich brach am Dienstagmittag für etwa eine Stunde die Hölle los. Schwere Regenfälle, Gewitter, Hagelkörner.

Die Folge? Viel Arbeit für die Feuerwehr Saarbrücken – und das bis ein Uhr nachts. Allein in der Landeshauptstadt rückte die Feuerwehr zu 130 Einsätzen aus: Etwa, weil „viele Bäume umfielen: zwei Bäume in parkende Autos, eine in ein Wohnhaus“, sagte eine Sprecherin der Feuerwehr. Oder, weil die Einsatzkräfte mehrere Keller auspumpen und die Straßen von Ziegeln freiräumen mussten, die von Hausdächern gefallen waren. Außerdem hatte das Hitzegewitter starken Einfluss auf den Verkehr. So war die Stadtautobahn A 620 im Bereich der Bismarckbrücke und der Anschlussstelle St. Arnual zeitweise wegen Überflutung gesperrt.

Die Polizei Saarbrücken unterstütze die Feuerwehr bei deren Einsätzen, sicherte etwa 50 Gefahrenstellen ab. „Das Einsatzgeschehen konzentrierte sich deutlich auf das Stadtgebiet in Saarbrücken, wobei es auch zu Einsätzen in den Bereichen Homburg, Neunkirchen und St. Ingbert kam“, sagte ein Sprecher der Polizeiinspektion Saarbrücken.

An der Wetterstation Ensheim wurden 16 Liter Niederschlag pro Quadratmeter und Stunde gemessen. Eine hohe Zahl. Im gesamten Jahr fallen dort durchschnittlich etwa 500 Liter pro Quadratmeter. Es folgte ein Temperatursturz um 15 Grad. Das sei nicht ungewöhnlich, erklärt ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD). „Bei Gewitter fällt auf trockene Luft in Bodennähe plötzlich eine Menge Regen. Der verdunstet schnell, es folgt eine Abkühlung. Ein Temperatursturz um zehn Grad oder mehr kann da schon mal vorkommen.“ Auch für den plötzlich einsetzenden Hagel hat der Wetterexperte eine Erklärung: Er sei Folge sogenannter „labil geschichteter Luftmassen“, in denen starke Aufwinde herrschen. Durch diese würden Regentropfen in höhere Luftschichten geweht, wo es deutlich kälter ist. Dort gefrieren die Regentropfen und fallen als Hagel auf die Erde zurück.

Solche Wetterereignisse scheinen extrem. In den vergangenen Jahren sei „im Zuge des Klimawandels eine Tendenz zu Starkniederschlägen“ zu erkennen. Allerdings lasse sich ein solches Einzelereignis nicht allein auf den Klimawandel zurückführen, dafür gebe es zu viele Variablen, um das behaupten zu können, so der Meteorologe weiter.

Das Wetter im Saarland bleibt in den nächsten Tagen heiß und unbeständig. Immer wieder könne es regnen und gewittern, teilte der Deutsche Wetterdienst in Offenbach am Mittwoch mit. Am Donnerstag steigen die Temperaturen bei überwiegend blauem Himmel noch einmal auf 31 bis 34 Grad. Nicht ganz so heiß geht es am Freitag mit Höchstwerten zwischen 24 und 30 Grad weiter. Es kann bis einschließlich Samstag immer wieder schauern und gewittern, am Samstag ist zudem Starkregen möglich.