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Polizeichef zu Gast in Sulzbach
Und der höchste Ordnungshüter an der Saar referierte

Auf unserem Bild (von links): Mary-Rose Bramer, Hans Peter Komp, Jochen Wagner, Norbert Rupp, Michael Adam und Anita Sonntag mit Sternsingern im Salzbrunnenhaus.
Auf unserem Bild (von links): Mary-Rose Bramer, Hans Peter Komp, Jochen Wagner, Norbert Rupp, Michael Adam und Anita Sonntag mit Sternsingern im Salzbrunnenhaus. FOTO: Thomas Seeber
Sulzbach. Von Stefan Bohlander

Zehn Minuten Vortrag waren vom Bürgermeister vorgegeben, 15 Minuten hatte Landespolizeipräsident Norbert Rupp ausgehandelt. Dass er trotz leichter Überziehung seiner Redezeit keine Konsequenzen zu befürchten habe, dessen war er sich sehr sicher, denn: „Ich habe die Polizeigewalt“, argumentierte der höchste Ordnungshüter des Saarlandes scherzhaft und auflockernd. Anlässlich des Neujahrsempfangs der CDU Sulzbach-Mitte erläuterte Rupp im voll besetzten Salzbrunnenhaus einige Fakten zur Polizeiarbeit in der Salzstadt.


Dabei war es ihm wichtig, den Unterschied zwischen Sicherheitsgefühl und Sicherheitslage darzustellen. Wobei es ihm keineswegs darum gehe, irgendetwas schön zu reden. Anschläge wie im Bataclan oder am Breitscheidplatz hätten jedoch die Wahrnehmung in den vergangenen Jahren deutlich verändert, was oft als Angstmacher missbraucht werde. Am Beispiel der in Sulzbach geplanten Moschee erklärte er beispielsweise, dass es im ganzen Saarland 21 Moschee-Vereine gebe.

Insgesamt habe es in Sulzbach im vergangenen Jahr rund 1100 versuchte und vollendete Straftaten gegeben, wozu beispielsweise auch Beleidigungen zählten. Die Zahl der Einbruchdiebstähle sei zurückgegangen, wie er ausführte. 2014 seien es 28 gewesen, in den Folgejahren 39, 23 und im vergangenen Jahr wohl 20. „Aber hören Sie deswegen nicht auf, vorsichtig zu sein“, mahnte er. Ansteigend sei hingegen der „Enkeltrick“, wobei hier die Dunkelziffer deutlich höher ausfallen dürfte, da viele Senioren aus Scham nicht die Polizei verständigen würden - „weil man auf einen Lump hereingefallen ist.“

Bereits zur Begrüßung hatte der Vorsitzende des Ortsverbandes, Jochen Wagner, zurück und natürlich auch nach vorne geblickt. So lobte er beispielsweise die abgeschlossenen Arbeiten in der Sulzbachtalstraße mit der neuen Mittelinsel und die Renaturierung des Sulzbachs im Salinenpark. Er hob darüber hinaus hervor, dass es gelungen sei, das Sportzentrum nicht nur zu erhalten, sondern auch sanieren zu lassen. Auch in Zukunft habe man viel vor. So stünden bald die Sanierung der Mellinschule und der Abriss der beiden Gebäude in der Sulzbachtalstraße an, um eine Sichtachse zum Salzbrunnen-Ensemble herzustellen. „Wir wollen Sulzbach nach vorne bringen – packen wir es an“, so Wagner.

Bürgermeister Michael Adam erklärte, dass die Verwaltung versucht, die angedachte City-Wache im Kirner Eck noch im Januar zu eröffnen. Die Mitarbeiter sollen dann unter anderem Beschwerden wegen unschöner Geschehnisse  in Sulzbach entgegen nehmen. „Verschmutzung und Vermüllung schaffen Angsträume“, so der Verwaltungschef. Hier sei die Stadt aktiv und habe im Stadtgebiet 556 Objekte von Graffiti befreit. 53 davon stünden unter regelmäßiger Beobachtung, wodurch man sich erhoffe, das Problem langfristig in den Griff zu bekommen. 18 Strafanzeigen seien bereits gestellt.



Zum Rahmenprogramm gehörte der Auftritt des Trios New Start. Die drei Musiker interpretierten bekannte Rock- und Popklassiker im akustischen Gewand. Zudem übten die Sternsinger der Pfarreien in Sulzbach heftige Kritik an Kinderarbeit, beispielsweise in Indien. 168 Millionen Kinder und Jugendliche weltweit würden zum Beispiel in Steinbrüchen ihr Leben aufs Spiel setzen und oft kaum noch als Menschen betrachtet. Die Armut der Eltern sei die Hauptursache für Kinderarbeit.

(bo)