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Umfrage: Saarbrücken unattraktivste Landeshauptstadt - was sagt das Saarland?

Kontroverse Debatte : Saarbrücken, die unattraktivste Landeshauptstadt Deutschlands? Umfrage spaltet die Saarländer

Eine neue Umfrage bringt Saarbrücken den Titel als unattraktivste Landeshauptstadt ein. Was sagen die Saarländer selbst dazu? Wir haben unsere Leser gefragt – mit durchaus erstaunlichem Ergebnis.

Niederschmetterndes Ergebnis für Saarbrücken: Laut einer Umfrage landet sie auf dem letzten Platz aller Landeshauptstädte, was die Attraktivität betrifft.

Bei der bundesweiten Befragung unter 1553 Menschen gaben demnach lediglich sieben Prozent an, Saarbrücken sei so attraktiv, dass ein Besuch lohne. So wenig Anziehungskraft hat keine andere Landeshauptstadt in Deutschland.

Doch wie denken die Menschen von hier darüber? Trifft das zu? Oder wird die Stadt an der französischen Grenze verkannt?

Saarbrücken die unattraktivste Landeshauptstadt? 54 Prozent stimmen zu

Auf Instagram haben wir unsere Follower gefragt: Saarbrücken ist die unattraktivste Landeshauptstadt Deutschlands – zu Recht? Das Ergebnis dieser nicht repräsentativen Blitzumfrage ist durchaus erstaunlich: 54 Prozent der Teilnehmer finden, dass Saarbrücken den Titel als unattraktivste Landeshauptstadt zu Recht bekommen hat. 46 Prozent sehen das nicht so.

Kalt lässt diese Erhebung die wenigsten. Hunderte kommentierten den SZ-Beitrag dazu auf Facebook und Instagram. Von Spott über Zustimmung bis hin zu verbissenem Widerspruch ist so ziemlich alles dabei. Viele Saarländer äußerten sich dabei sogar mit ausführlichen Analysen, warum Saarbrücken aus ihrer Sicht unattraktiv ist – oder eben nicht.

Saarbrücken – liebenswert oder unattraktiv? Das sagen die SZ-Leser

Hier ein Überblick mit einigen Beispielen, was Leserinnen und Leser dazu bei Facebook und Instagram kundtun:

  • „Da sind die Befragten aber wohl noch nicht viel rumgekommen... im Ruhrgebiet habe ich da schon Schlimmeres gesehen“, äußert ein Nutzer sein Unverständnis.
  • Differenzierter schreibt es ein weiterer Leser, der mit seiner Kritik das schlechte Abschneiden zuerst einmal bestätigt: „Es ist leider so,  dass die Innenstadt auf den ersten Blick dreckig wirkt, besonders die Kaiser- und Bahnhofstraße. Auch die Randbezirke wie Malstatt wirken sehr verwahrlost, was auch die Häuser betrifft.“ Doch er findet durchaus auch positive Aspekte: „Zugleich hat Saarbrücken aber auch sehr schöne Seiten wie den Staden, Mainzer Straße, die Höhenlage Bellevue und auch St. Arnual. Alleine das Almet ist einmalig, was du in dieser Art nicht überall hast.“
  •  Hart ins Gericht mit Saarbrücken geht dieser Schreiber und gibt der Mehrheit der Umfrageteilnehmer Recht: „Kann man nachvollziehen. Baustellen ohne Ende, unattraktiv für junge Leute, keine Highlights, schmutzig, umständlich in der Verkehrsführung, unfreundlich für Fahrradfahrer  – die Liste könnte man noch um so vieles erweitern.“
  • Versöhnlicher klingt es hingegen in diesem Kommentar: „Och, ich find’, es gibt einige schöne Ecken, die ganz viele andere Städte nicht haben.“ Um dann etwas trotzig anzuhängen: „Gut so: Dann bleiben mir auch unter uns.
  • Einen saarlandinternen Wettstreit macht eine weitere Userin aus und macht aus ihrer Ansicht keinen Hehl: „Ich bin und bleibe dabei, dass Saarlouis definitiv sehr schön ist und Saarbrücken keinen Deut an Saarlouis rankommt.“
  • Gelästert wird auch – wie in diesem Beitrag: „Oh nein, wie kann das sein? Dabei hat Saarbrücken doch diese wunderhübsche, idyllische Autobahn mitten in der Innenstadt, ein ästhetischer und akustischer Hochgenuss.“
  •  Eine herzliche Liebeserklärung an die Hauptstadt hat eine Zugezogene parat: „Ich war vor 17 Jahren zum ersten Mal in Saarbrücken... Gesehen und verliebt in die Stadt... Koffer gepackt und Bayern verlassen. Für mich persönlich Stadt mit Charakter und Herz.“
  • Offensichtlich gar nicht nachvollziehen kann die Rangfolge ein weiterer Leser, der sich fragt: „Dann erkläre mir mal einer, was zum Beispiel an Berlin schön ist oder auch Stuttgart.“ Berlin kam nach der Allensbach-Umfrage auf den zweiten Platz, Stuttgart landete mit dem zehnten Platz im Mittelfeld.
  • Einen weiteren Aspekt führt ein anderer Nutzer an: „Schon für Fußgänger ist Saarbrücken lebensgefährlich: Radfahrer und E-Scooter auf Gehwegen.“
  • Zustimmung dahingehend, was das Sicherheitsgefühl betrifft, vom nächsten Kommentator:  „Saarbrücken hat total abgebaut und ist so voller Kriminalität, dass ich nur noch gezwungenermaßen hinfahre.“
  • Kurz und bündig hingegen vom nächsten Diskussionsteilnehmer: „Ich finde Saarbrücken super, eine tolle Stadt.“
  • Ein gewisses Verständnis mit dem Prädikat Unattraktivität zeigt der nächste Eintrag, um dennoch solidarisch beizuspringen: „Irgendwie schon. Trotzdem lieb ich Sie, die Kleine an der Saar.“
  •  Zweifel an der Objektivität der Erhebung hat wiederum der Schreiber dieser Zeilen: „Ja wer wurde denn da gefragt? Ich mal nicht“  und fügt einen sich vor Lachen schüttelnden Smiley ein. Dann fährt er fort: „Wenn nur Leute aus Hamburg, Berlin und München an der Umfrage teilnehmen, wundert mich so ein Ergebnis nicht.“
  • Um eine für soziale Netzwerke recht ausführliche Analyse bemüht sich der nächste: „Um das fundiert beantworten zu können, müsste man jede Hauptstadt schon besucht haben. In den dreien auf den Spitzenplätzen (Anm. d. Red.: Hamburg, Berlin, München) war ich schon (öfter) und kann subjektiv sagen, dass Saarbrücken in diesem Vergleich leider sehr berechtigt als unattraktiv eingestuft wird. Liegt meiner Meinung nach auch überwiegend daran, dass die Anbindung über ÖPNV in anderen Großstädten weitaus besser ausgebaut ist und die Städte so nicht in Autos versinken. In Saarbrücken hat man leider überall einen starken Verkehrslärm und muss sich durch falschparkende Autos quälen. Immerhin, man hat einen Anfang versucht mit einer Fahrradzone. Die Betonung liegt allerdings auf versucht, angekommen ist es bei den Autofahrern noch nicht.“
  • Wünsche gibt es auch: „Ein besseres S-Bahn-Netz oder auch eine Eis- oder Eventhalle. Will man etwas erleben, muss man immer über die Landesgrenze hinaus. Es ist nervig, und ich denke, dass auch deswegen viele junge Menschen hier wegziehen“, heißt es weiter.
  • Verwunderung hingegen bei einem Instagramer über die negative Wertung. Er habe ganz andere Erfahrungen gemacht: „Komischerweise hat sich bis dato jeder auswärtige Besuch nach einem privaten Stadtrundgang (Markt, Ludwigskirche, Schloss…) und anschließender Einkehr in einem Restaurant oder einer Kneipe sehr positiv geäußert und das Flair genossen (überwiegend im Sommer). Vor allem Menschen mit südländischen Wurzeln fanden die Atmosphäre am Markt und Staden toll.“
  • Seine ganz persönliche Wertung fügt ein weiterer Social-Media-Nutzer an: „Mainz ist ja wohl ’ne ätzende Stadt, München ist nur was für die dicken Geldbeutel und Berlin viel zu groß und übersichtlich.“ Schlusssatz auf halb saarländisch: „Geschmäcker sinn halt net alle gleich.“ Wie Recht er hat.