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Manöver
Überzeugende Übung an Montessori-Schule

Auch die Mädchen und Jungs der Jugendfeuerwehr waren mit von der Partie. Sie probten einen Löschangriff.
Auch die Mädchen und Jungs der Jugendfeuerwehr waren mit von der Partie. Sie probten einen Löschangriff. FOTO: Thomas Seeber
Friedrichsthal. Die Freiwillige Feuerwehr Friedrichsthal zeigte vor zahlreichen Fachleuten und Zuschauern, dass man im Ernstfall auf sie bauen kann. Von Petra Pabst

  „Hurra, Hurra, die Schule brennt!“ singt ein Zuschauer. Er beobachtet die Jahreshauptübung der Freiwilligen Feuerwehr Friedrichsthal am vergangenen Samstag. Das Übungsszenario sieht folgendermaßen aus: „Mehrere Menschen befinden sich in einem komplett verqualmten Schulgebäude der Montessorischule in verschiedenen Räumen, nachdem es durch einen Kurzschluss im Computerzimmer zu einem Brandt gekommen war. Diese gilt es zu evakuieren. Zusätzlich gilt es, die Photovoltaikanlagen auf dem Dach des Gebäudes abzuschalten und den Brand zu löschen.“


Doch zunächst dürfen die Jungs und Mädchen der Jugendfeuerwehr zeigen, was sie draufhaben. Bei einer Löschangriffsübung entrollen sie mehrere Wasserschläuche aus einem Einsatzfahrzeug und verbinden sie miteinander. Anschließend wird mit Druck Wasser aus drei Schläuchen über die Turnhalle der Schule gespritzt und ein angenommener Brand gelöscht.

Jetzt kommen die Aktiven zum Einsatz. Ein Schüler ruft aus dem verqualmten Schulgebäude über sein Handy um Hilfe. Der Ernstfall wäre hier eine besondere Herausforderung für die Feuerwehr, denn während der Schulzeit könnten sich insgesamt 275 Schülerinnen und Schüler sowie 45 Lehrkräfte und weitere Bedienstete im Gebäude aufhalten.



Um 15.07 Uhr geht die Sirene und keine drei Minuten später trifft bereits Einsatzleiter Dieter Altmeier ein und verschafft sich einen Überblick. Im Minutentakt erreichen nun die Tanklöschfahrzeuge und weitere Einsatzkräfte das Schulgelände, und nach kurzer Lagebesprechung laufen alle Sofort-Maßnahmen zur Menschenrettung an. Parallel dazu startet die Brandbekämpfung,  während sich mehrere Einsatzkräfte mit Hilfe von Atemschutzgeräten durch den Eingangsbereich zum Brandherd im Gebäudeinnere vorkämpfen.

Zeitgleich läuft die Menschenrettung von außen über die große Drehleiter bzw. über Steckleitern aus den Fenstern im ersten Stock. Die zu Bergenden werden auf schnellstem Wege in Sicherheit gebracht und dem Rettungsdienst des Deutschen Roten Kreuzes übergeben, der sich um die Behandlung und den Abtransport der verletzten Personen kümmert.

Vor den Augen von Bürgermeister Rolf Schultheis sowie zahlreicher Zuschauer, fachkundiger Beobachter und Feuerwehrleute aus den Nachbarwehren werden nach und nach alle Aufgaben abgearbeitet. Nach etwas mehr als einer Stunde sind alle Übungsziele erreicht, und alle konnten sich von der Leistungsfähigkeit der Friedrichsthaler Feuerwehr überzeugen.

Auch die vierjährigen Zwillinge Luca und Aaliyaa sind ganz aufgeregt. Sie haben heute „Papa-Tag“ und freuen sich wie viele andere Familien und Kinder über die nicht alltägliche Vorführung. Nach dem Einsatz geht es an das Aufräumen und Verstauen der verwendeten Geräte. Auch hier wird deutlich, wie oft diese Handgriffe schon geübt wurden. Alles hat seinen genauen Platz im Einsatzwagen, denn fehlende Ordnung könnte im Ernstfall lebenswichtige Zeit kosten.

Nach der Übung hieß es für die Feuerwehrleute noch: Antreten im Gerätehaus. Hier gab es bei der Abschlussbesprechung viel Lob von Wehrführer Volker Klein, der in Vertretung von Brandinspekteur Toni Bender gekommen war, um die Manöverkritik vorzunehmen. Auch der Chef der Wehr, Bürgermeister Schultheis, äußerte sich sehr zufrieden über den Verlauf. Anschließend führte er eine Reihe von Ehrungen für langjährig aktive Feuerwehrleute durch, überführte zwei Feuerwehrmänner nach über 30 Jahren Dienst in die Alterswehr und sprach einige Beförderungen aus.

Als Feuerwehranwärter in den aktiven Dienst wurden übernommen: Steven Kirsch, Oliver Marx, Philipp Schöndorf und Thomas Stöckel. Ein bronzenes Ehrenzeichen für 25 Jahre aktiven Dienst erhielt der frisch gebackene Hauptlöschmeister Mark Bergmann.

Für 35 Jahre aktiven Dienst wurden Brandmeister Wolfgang Molter und Hauptlöschmeister Markus Nuss mit dem Feuerwehrehrenzeichen in Silber ausgezeichnet.

Das goldene Feuerwehr-Ehrenzeichen für 45 Jahre pflichttreue Diensterfüllung wurde Oberbrandmeister Peter Bickelmann überreicht. Besondere Ehren für 60 Jahre Mitgliedschaft in der Feuerwehr wurden Oberbrandmeister Helmut Blum, Oberlöschmeister Ernst-Dieter Heuchel und Löschmeister Dieter Loch zuteil. Schließlich noch ein Erinnerungsfoto, bevor sich die Feuerwehrleute nach diesem ereignisreichen Tag endlich mit Leberknödel und Sauerkraut stärken durften.