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Die DHC-Stiftung macht’s möglich
Überwältigt und zu Tränen gerührt

Bei der Benefizveranstaltung der DHC-Stiftung präsentierten die Kinder ein Trommelkonzert mit Max Bousso.
Bei der Benefizveranstaltung der DHC-Stiftung präsentierten die Kinder ein Trommelkonzert mit Max Bousso. FOTO: Iris Maria Maurer
Fischbach. In Fischbach wurde der zehnte Geburtstag der DHC-Stiftung gefeiert. Es kam viel Geld für ein Projekt im Kongo zusammen.

„Kurze Durchsage: Die Sonne ist da.“ Erleichterung schwang in Harald Cronauers Stimme mit, als er per Mikrofon und Lautsprechern die Freudennachricht weiter gab. So ein Sommerfest steht und fällt nun mal mit dem Wetter. Anlass für dieses in und rund um die katholische Kirche St. Josef war der zehnte Geburtstag der Dir-Hilft-Christus-Stiftung. Sein „schönstes Geschenk, egal wie das heute hier ausgeht“, hatte Stiftungsgründer Cronauer übrigens schon vorab erhalten: „Ich brauchte niemanden zu rufen. Alle boten von sich aus ihre Hilfe an“, ob beim Aufbau, im Service, in Sachen Salat- und Kuchen-Spende oder sogar mit einem XXL-Banner, das Ruth Jung gestaltete. Metzger Hans-Günther Schwamm spendierte sämtliche Schwenkbraten und Würste. Insgesamt zählte Cronauer mehr als 50 freiwillige Helfer.


Extra angereist war Pater Dr. Floribert Malemo, Leiter des akut vom Einsturz bedrohten College Mwanga, dem der Reinerlös aller Tages-Aktivitäten zu Gute kommt. „Ich bin überwältigt und zu Tränen gerührt, wenn ich sehe, wie sich die Menschen hier für uns, vor allem für die Kinder einsetzen“, betonte Malemo. Fleißig gewesen waren im Vorfeld die Mädchen und Jungen der Grundschule Fischbach/Göttelborn für ihre „Patenkinder“ im Kongo. Tontöpfe wurden mit Papier bespannt und bunt bemalt, so dass man am Sonntag gemeinsam mit Max Bousso ein richtiges Trommelkonzert improvisieren konnte. „Asuggu, asuggu, sumsumbea“ – mit Eifer widerholten die jungen Musiker die von Bousso vorgegebenen Rhythmen, ein Heidenspaß.

Wobei am Sonntag immer auch ein etwas ernsterer Ton mitschwang. Etwa, als die zehnjährige Paula „Wozu sind Kriege da“ sang und Pater Floribert über die Verhältnisse in Goma berichtete. Schon der Beginn der Kongolesischen-Saarländischen Partnerschaft hatte dramatische Züge.



„Es war im Dezember 2012. Wir saßen bei einer Weihnachtsfeier in einem Bistro am St. Johanner Markt, da rief mich Floribert an“, erinnert sich Cronauer sehr bildhaft an diesen schicksalshaften Tag. Es war 22 Uhr abends und der Pater klang verängstigt. „Seine“ Kinder hatten seit einem Tag weder zu trinken noch zu essen, die Trinkwasserbrunnen waren vergiftet worden. „Es ging um Leben und Tod.“ In einer Nacht- und Nebelaktion organisierte Cronauer Geld, so dass die Lage vor Ort überbrückt werden konnte, bis die Regierungstruppen eintrafen. Seitdem hat es schon diverse Hilfsprojekte für das College gegeben, darunter den Bau von Solaranlagen für die Stromversorgung. Erst letztes Jahr sammelte man Geld für 60 Stuhltische, die im Kongo für die Schule angefertigt wurden.

Das Highlight des Festes war das abschließende Gospelkonzert von „Africa Voices“. Mit Liedern wie „Swing low sweet chariot“ oder „Oh happy day“ zogen die jungen Afrikaner ihre Zuhörer stimmgewaltig in ihren Bann, was diese mit frenetischem Applaus honorierten. In der Pause wurden selbstgebastelte Trommeln von Marcus Jung für den guten Zweck versteigert. Da der ursprüngliche Auktionator kurzfristig erkrankt war, sprang Harald Cronauer spontan ein. „Eine Premiere“, verriet der Rechtsanwalt, die er aber mit Bravour meisterte: Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten - und schon waren die vier originellen Trommeln für insgesamt 600 Euro verkauft. Zuvor hatte sich Cronauer „von ganz oben“ mit den Worten „Wir tun es ja für einen sehr guten Zweck“ die Absolution für eine Versteigerung in der Kirche erteilen lassen.

Insgesamt beläuft sich der Reinerlös inklusive der durchweg sehr großzügigen Spenden auf mehrere tausend Euro. Diese fließen komplett in die Renovierung des College Mwanga.

Überwältigt vom Engagement der Grundschule und von den vielen „großherzigen Besuchern“, erwägt DHC-Stiftungsvater Harald Cronauer eine Wiederholung im nächsten Jahr.

(nig)