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Hier muss dringend Abhilfe geschaffen werden
Übers Hundeklo ist hier niemand froh

Festplatzs Hünerfeld
Festplatzs Hünerfeld FOTO: / Thomas Seeber
Hühnerfeld. Die Stadt Sulzbach ergreift Maßnahmen, um unerträgliche Zustände am Karl-Holzer-Platz zu beseitigen.

Es gibt Begriffe, die nicht aus der Hochsprache sind, den Nagel aber auf den Kopf treffen. „Scheiße“ ist ein solcher Begriff. Und es ist genau das, worüber sich Horst Schmitt aus Hühnerfeld so aufregt. Schmitt wohnt in der Grühlingstraße direkt neben dem Karl-Holzer-Platz. Dass er eine städtische, mit Hecken bewachsene Fläche, die sein Grundstück vom Platz abgrenzt, immer von Papier und Unrat reinigt, stört Schmitt schon fast gar nicht mehr. Aber was hier, auf einer Grünfläche, herumliegt, lässt seinen Blutdruck ansteigen. Das Gras am Rand ist von Hunde-Urin geradezu weggeätzt. Auf der Wiese selbst reiht sich Hundehaufen an Hundehaufen. Hunderte von Hinterlassenschaften. Kiloweise Kot möchte man meinen.  „Das ist doch unerträglich. Wenn es wieder warm wird, fängt das doch an zu stinken“, sagt Schmitt, der beobachtet hat, dass „Leute von außerhalb hergefahren kommen, um hier ihren Hund rauszulassen.“
Schmitts Schwägerin habe bei der Stadt Sulzbach, der Eigentümerin des Grundstücks, um Hilfe nachgefragt. „Man hat ihr gesagt, man wolle mal nachschauen, ob nicht irgendwo noch ein Verbotsschild übrig ist, das man aufstellen könnte“, erzählt der Anwohner. Wie „erfolgreich“ diese Schilder sind, zeigt sich bei unserem Termin vor Ort: Ein Mann mit frei laufendem Hund kommt aus der Grünanlage zwischen Platz und Autobahn. Dort stehen bereits Verbotsschilder. Zwar kann nach der Polizeiverordnung der Stadt ein Bußgeld verhängt werden. Allerdings muss der Hundehalter in flagranti erwischt werden. 
„Wie andere Kommunen hat auch die Stadt Sulzbach gegen die Verschmutzung von öffentlichen Flächen wie Grünanlagen mit Hundekot kein Patentrezept“, sagt Stadtsprecher Elmar Müller, „die Tretminen der Hunde sind ein Ärgernis und nicht nur eine Zumutung für die Bürgerinnen  und Bürger, sondern  auch für die Mitarbeiter des Baubetriebshofs, denen beim Mähen der Grünanlagen die Hinterlassenschaften im wahrsten Sinne des Wortes um die Ohren fliegen.“
In Quierschied ist man das Problem „Hundekot in öffentlichen Anlagen“ anders angegangen. Dort stehen 18 sogenannte „Dog-Stationen“, Automaten an denen Hundehalter Tüten ziehen können, mit denen sie die Ausscheidungen ihrer Lieblinge aufnehmen und anschließend im Müll entsorgen können. Die Automaten kosteten knapp über 10 000 Euro. Für das Nachfüllen der Tüten, die Reinigung und Entsorgung des Kots fallen nach Angaben der Gemeinde nochmal 933 Euro pro Jahr und Station an. 
Dem Beispiel will Sulzbach nun folgen. „Was die angesprochene Grünfläche am Karl-Holzer-Platz betrifft, so werden wir dort ein Verbotsschild aufstellen und zudem einen Tütenspender“, so Müller, „das Problem dabei ist allerdings, wie die Erfahrung zeigt, dass die Dinger oft zerstört und die Tüten  herausgenommen und anderweitig verwendet werden. Unser Baubetriebshof muss Schild und Tütenspender aber erst bestellen.“
Zumindest ein Hoffnungsschimmer für die Anwohner wie Horst Schmitt, die die jetzige Situation als unsäglich erachten.