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Thema versiegelte Gärten. Wer was in Saarbrücken darf

Die drängenden Fragen eines Dudweiler Bürgers : Dürfen Vorgärten immer und überall versiegelt werden?

Ein Dudweiler Bürger konfroniert die Landeshauptstadt Saarbrücken mit 21 Fragen.

  Die einen finden es schön und praktisch, die anderen unmöglich. Die Steingärten, die immer mehr um sich greifen. So hat auch ein Dudweiler Bürger rund um dieses Thema die Bauaufsicht der Landeshauptstadt Saarbrücken schriftlich mit etlichen Fragen konfrontiert, die ihn umtreiben. Doch nicht nur die Bauaufsicht, sondern  unter anderem auch die Staatskanzlei, der Naturschutzbund (NABU), der Tierschutzbund sowie Innenminister Klaus Bouillon hat der Mann in Kenntnis dessen gesetzt, was ihn beschäftigt. Unter anderem stellt er die Frage ob es erlaubt ist, seinen Vorgarten ohne Baugenehmigung zu versiegeln und ihn als Stellplatz zu nutzen. Mitunter fragt sich der Mann auch, ob es erlaubt ist, einen begrünten Vorgarten komplett durch Schotter und Stein zu ersetzen, also ohne irgend etwas Grünes. Dann will er auch wissen, wie groß der prozentuale Anteil versiegelter Flächen in Dudweiler ist. Und wie groß der Anteil versiegelter Flächen ist, die als Stellplatz oder Garage genutzt werden. Und welche Wohngegenden im Stadtbezirk von begrünten Vorgärten geprägt sein müssen. Damit nicht genug, möchte er noch Auskunft darüber erlangen, wie hoch die Strafe ausfällt, sofern man seinen Vorgarten ohne Erlaubnis versiegelt und als Stellplatz vermietet. Überdies stellt sich für unseren Briefeschreiber die Frage, wie oft Saarbrücker Wohngegenden auf illegale Bauten geprüft werden. Insgesamt hat der Mann 21 Fragen formuliert, die teils sehr ins Detail gehen. Die letzte Frage seines Briefes lautet indes: „Muss man sich damit abfinden, dass eine Wohngegend immer grauer wird?“ Das Schreiben endet mit den Worten: „Ich bitte um ausführliche Antworten.“

Die SZ hat den Pressesprecher der Landeshauptstadt Saarbrücken mit sämtlichen Fragen konfrontiert. Thomas Blug mochte diesbezüglich aber kein detailliertes Statement abgeben, sondern eher allgemein antworten wie folgt:  „Ob ein Eigentümer einen Stellplatz auf seinem Grundstück schaffen darf, hängt von mehreren Faktoren ab. Daher muss jeder Fall einzeln betrachtet werden. Es hängt zum Beispiel davon ab, ob es ein Bebauungsplan für den Bereich gibt, in dem etwa Flächen für Stellplätze oder Grünflächen geregelt sind. Oder ob es eine Erhaltungssatzung gibt, in welcher Vorgärten geschützt werden. Aber auch der Denkmalschutz kann unter Umständen eine Rolle spielen. Unabhängig davon gilt grundsätzlich: Stellplätze sind bauliche Anlagen und erst ab 36 Quadratmetern genehmigungspflichtig. Steingärten hingegen sind keine baulichen Anlagen und somit auch nicht genehmigungspflichtig.“