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Tausende Narren feiern bei TV-Sitzung von M’r sin nit so in Saarbrücken

Kostenpflichtiger Inhalt: TV-Sitzung von M’r sin nit so in Saarlandhalle : Eierlikör – „mehr Prozente als die SPD“

In ausverkaufter Saarlandhalle feierten tausende Narren bei TV-Sitzung von M’r sin nit so die fünfte Jahreszeit – mit viel Polit-Prominenz.

Wenige Zeilen aus einem bekannten Liedchen und ein flotter Spruch genügen Entertainer Schorsch Seitz, um das Publikum bei der ausverkauften TV-Sitzung der Saarbrücker Karnevalsgesellschaft „M‘r sin nit so“ in Hochstimmung zu versetzen. Auf sein Thema „100 Jahre Saarland“ angepasst, stellt er singend seine Frage: „Lääbt dann das alte Saarländsche noch...?“ Die Antwort schallt ihm aus tausenden von Narrenkehlen entgegen: „Ja, es lääbt noch...!“ Weil das dem Entertainer mit der roten Jacke, dem schwarzen Hut und der Gitarre aber noch nicht genug ist, kitzelt er mehr aus seinem Publikum heraus. Und siehe da: Sekunden später wiederholt sich das Ganze – jetzt aber springen die Zuschauer von ihren Stühlen auf, reißen die Arme in die Luft und antworten aus voller Kehle.

Zuvor hat Marek Winter das bunte Treiben in der Bütt begonnen. Als „Till“ in der Tradition des Eulenspiegel, war er wie gewohnt toppaktuell. So reimte er humorig zur Ministerpräsidentenwahl in Thüringen und zur Affäre des Verbandes saarländischer Karnevalsvereine wegen des gleichgeschlechtlichen Rebläuse-Prinzessinnenpaars aus Kleinblittersdorf. Ein paar Worte hat er noch für Ex-Lieblingsfeindin Charlotte Britz (SPD) übrig. Als Nachfolger im Oberbürgermeisteramt ist Uwe Conradt (CDU) ab jetzt dem feinen Spott des Tills ausgesetzt. Und so kommen die bundesweit gebeutelten Sozialdemokraten erst einmal gut weg: „So viele gut gelaunte SPD-Gesichter habe ich schon lange nicht mehr gesehen“, befand Till. Das sollte sich später ändern: So forderte die Grande Dame der Saarbrücker Sitzungsfastnacht, Elfriede Grimmelwiedisch, in ihrer ersten typischen „Aaaatacke“ den nicht ganz ernst gemeinten, schimpfenden Zeigefinger von Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger heraus. Da nuckelt die Grimmelwiedisch zunächst genüsslich am Eierlikör, um dann mit einem Blick auf das Etikett festzustellen: „Ui, mehr Prozent als die SPD.“ Um, kaum dass das Lachen über den Gag ein wenig verebbt war, nachzuschieben: „Und mehr Eier.“

Gefeiert hat das närrische Publikum auch Christoph Lesch alias „Fidelius“. Der versteht es unter anderem, in schier endlosen Sätzen maschinengewehrartig Gag auf Gag abzufeuern. Etwa zum Thema „Datenschutz“, das er nach kurzer Atempause so auf den Punkt brachte: „Unn das geht euch einen Scheißdreck an.“

Auftritt Julanda Jochnachel mit ihrem Begleiter Karl-Wilhelm Hühnerfeld – vor Jahren vom Entertainer Seitz als Bühnenpaar verkuppelt. Seitz ist übrigens auch nicht entgangen: „Unser FC spielt als Viertligist im Pokal-Viertelfinale!“ Allerdings nicht im heimischen Ludwigspark, der bekanntlich seit geraumer Zeit im Umbaudilemma steckt. Was den Spaßmacher dazu veranlasst hat, den alten Hit „Macarena“ umzudichten in: „Ohne Arena!“

Annegret Kramp-Karrenbauer, die wenige Tage zuvor ihren Abschied als Vorsitzende der Bundes-CDU angekündigt hat, war großes Thema der „Krätzjer“, die ihre Themen stets singend präsentierten. Das lautete dann etwa: „Wärst Du doch in Püttlinge geblieben“, oder: „Merkel‘s Schuh sind Dir zu groß.“

In Sachen Garde- und Schautanz hatten die „M‘r sin nit so“-Garden allerhand zu bieten. Rasant machten sich die „Revo-Boys“ in ihrer Revue auf Zeitreise und verwandeln sich von frechen Gören zu gefeierten Divas. Umbaupausen verkürzte die Hauskapelle „Beavers“. Durch das Programm führten Björn Busch und „M‘r sin nit so“-Vizepräsident Ramon Gechnizdjani.

Die Stimmung bei der Fernsehsitzung der Saarbrücker Karnevalsgesellschaft „M’r sin nit so“ in der Saarlandhalle war wieder top. Auch dank der Garden. Foto: BeckerBredel
SPD-Bundestagsabgeordnete Josephine Ortleb kam als Meerjungfrau. Foto: BeckerBredel
Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) mit Ehemann Thomas in ihrem „Nasaar“-Kostüm. Foto: BeckerBredel
Auch Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) mit seiner Ehefrau Tanja waren mit von der Partie. Foto: BeckerBredel

Die Aufzeichnung der TV-Sitzung ist kommenden Samstag, 22. Februar, ab 20.15 Uhr im SR-Fernsehen und den übrigen Sendern des Südwest-Rundfunk zu sehen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Aufzeichnung der Fernseh-Sitzung von „M’r sin nit so“