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Tag des offenen Denkmals in der Pfarrkirche St. Michael in Saarbrücken

Architektur : Tag des offenen Denkmals im „Saarbrücker Dom“

Sie wird tatsächlich auch „Saarbrücker Dom“ genannt – die Pfarrkirche St. Michael, die mit ihren markanten Doppeltürmen 90 Stufen hoch über dem Nauwieser Viertel auf dem Rotenberg thront. Mit ihrem eigenwilligen Baustil verschleiert sie ihr wahres Alter.

Und sie ist ein Ort, der zum Verweilen und Schauen einlädt. Am gestrigen Tag des offenen Denkmals war sie für jedermann zugänglich, und Wolfgang Peters erläuterte die Geheimnisse des Sakralbaus.

Die Hauptführung war gut besucht und Peters berichtete: „Ein Kirchbauverein hat sich bereits 1899 gegründet.“ Wenig später wurde das Gotteshaus 1913 von einem jungen, damals erst 26 Jahre alten Architekten namens Hans Herkommer geplant, dessen Entwurf sich gegen 172 Mitbewerber durchsetzte. Der offizielle Kirchenführer schreibt über die Anfangszeit: „Der Ausbruch und die Folgen des Ersten Weltkrieges verzögerten den Bau der Kirche um zehn Jahre. Der Kirchenbau fiel Mitte der 1920er Jahre in eine Zeit starker Umbrüche in Staat und Gesellschaft. Aber auch in der Kirche gab es ein Wetterleuchten... Die Teilnahme der Gläubigen an der heiligen Messe rückte in den Mittelpunkt.“ Das alles geschah in einer Zeit, in welcher der Bauhausgedanke an Bedeutung gewann. Vor exakt 100 Jahren. Dozent Peters beschrieb den Bauhausgedanken in etwa so: Die Grenzen zwischen den Bau- und Kunststilen seien aufgebrochen worden. Um den Stilmix zu beschreiben, zitierte Peters unter anderem die Frankfurter Allgemeine Zeitung: „... eine virtuose Synthese aus Stauferromanik und karger Frühmoderne...“

Damals eröffnete auch der neue Baustoff Eisenbeton dem Architekten Hans Herkommer neue Möglichkeiten. Peters: „So war es möglich, den Innenraum der Kirche von Säulen freizuhalten.“ Durch den Vortrag neugierig geworden, nahmen die von Peters geführten Besucher die Besonderheiten von  St. Michael mit großem Interesse unter die Lupe.