SZ-Ältestenrat besuchte Saarbrücker ZF-Werk

Ortstermin : SZ-Ältestenrat besuchte Saarbrücker ZF-Werk

Die Senioren informierten sich über die Arbeitsbedingungen der Belegschaft und über die Zukunftspläne des Getriebeherstellers

230 Standorte in 40 Ländern, 36,3 Milliarden Euro Umsatz und 9005 Mitarbeiter alleine am Standort Saarbrücken – die Zahlen der ZF Friedrichshafen klingen beeindruckend. Paul Altmeyer, Mitarbeiter der Personalentwicklung bei ZF, nahm sich in der vergangenen Woche die Zeit, um dem Ältestenrat der Saarbrücker Zeitung den größten saarländischen Arbeitsgeber vorzustellen. Und als Einführung präsentierte Altmeyer dem Ältestenrat die beeindruckenden Zahlen, anhand derer leicht nachvollziehbar ist, in welchen Dimensionen sich das Unternehmen ZF bewegt.

Insgesamt arbeiten heute 148 969 Menschen für ZF. Rund 18 Milliarden Euro Umsatz machte der Automobilzulieferer im Jahr 2014, vier Jahre später hat sich diese Zahl verdoppelt. ZF konzentriert sich am Standort Saarbrücken auf die Entwicklung von Automatik- und Hybridgetrieben für Pkw. 1973 startete in der saarländischen Landeshauptstadt die Produktion. Im Jahr 2018 produzierte das Werk rund 2,7 Millionen Getriebe.

Nach seinem Vortrag führte Altmeyer den Ältestenrat in die Werkshalle, die sich über eine Länge von 1,1 Kilometern erstreckt. Eines der Hauptthemen bei der Führung waren die Mitarbeiter von ZF, die üblicherweise im Wochentakt durch Früh-, Mittags- und Nachtschicht wechseln. Durch fortschreitende Automatisierung wird ihnen heute viel Arbeit abgenommen. Anlagen, an denen früher immer ein Mitarbeiter stehen musste, laufen heute vollautomatisch und müssen nur noch überwacht werden.

Maschinen nehmen den Arbeitern heute außerdem viele Hebearbeiten ab – eine große Erleichterung bei der Arbeit an Getrieben, die zum Teil deutlich über 100 Kilo wiegen können. Für erstaunte Blicke bei den Mitgliedern des Ältestenrates sorgten außerdem die vollautomatischen Transportroboter, die über WLAN gesteuert werden. Auf festgelegten Wegen transportieren sie selbstständig Mechatronik von einer Halle in die nächste.

Eine Gefährdung von Arbeitsplätzen sei durch die Automatisierung aber bisher nicht gegeben, sagte Altmeyer. Durch „rentenbedingte Abgänge“ würde diese Entwicklung zum Teil natürlich vonstattengehen. Ein menschlicher Transportfahrer sei außerdem immer noch flexibler als ein Roboter und daher nicht zu ersetzen. Das gelte für einen Großteil der Arbeitsplätze bei ZF. Dass die Arbeit in der Halle trotz automatischer Hilfen immer noch sehr anstrengend ist, spürten die Besucher des Ältestenrates alleine schon an der großen Hitze, die in der Werkhalle herrschte. „Selbst im Winter stehen die hier noch mit kurzer Hose und T-Shirt“, sagte Altmeyer schmunzelnd.

Um die Arbeiter zu entlasten und ihnen gleichzeitig mehr Abwechslung zu bieten, erlernen die Mitarbeiter meistens nicht nur eine der vielen Arbeitsstationen, sondern wechseln durch die unterschiedlichen Stationen in der Halle, erklärte Altmeyer weiter. Auf diese Weise sei auch gewährleistet, dass körperlich anstrengendere Arbeiten nicht immer von den gleichen Mitarbeitern verrichtet werden müssen.

In einer abschließenden Fragerunde mit Jacqueline Sarg, Mitarbeiterin für Marketing und Kommunikation, interessierte sich der Ältestenrat unter anderem für die Elektromobilität. Dass Hauptkunden von ZF wie BMW und VW in Zukunft vermehrt auf Elektroautos setzen wollen, stelle kein Problem für ZF dar, sagte Sarg. Das Unternehmen bereite sich auf unterschiedliche Zukunftsszenarien vor, noch sei aber nicht abzusehen, inwiefern sich E-Mobilität durchsetzen würde. ZF passe sich aber auch an, sagte Sarg: „Wir setzen für die nächsten Jahre ganz stark auf das Thema Hybridtechnik.“

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