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SZ-Ältestenrat beschäftigt sich mit Bienen.

Artenschutz : Staunen über fasziniernde Wesen

Der Ältestenrat der Saarbrücker Zeitung beschäftigt sich mit dem Leben der Bienen und wirbt darum, etwas für ihren Schutz zu tun.

Nichts als Arbeit und ein kurzes, klar geregeltes Leben. Das klingt nicht sehr unterhaltsam. Dennoch hat der Ältestenrat der Saarbrücker Zeitung beschlossen, sich das, was ihm sein Mitglied Heribert Bernardy in der Theorie erklärt hat, bald mal in der Praxis, draußen in der Natur, noch etwas genauer anzuschauen: das Leben der Bienen.

Drei Tage Ei, fünf Tage Made, acht Tage Puppe, nach 16 Tagen schlüpft die Königin, nach 21 Tagen die Arbeiterin, nach 24 Tagen Drohnen. Die Arbeiterinnen putzen zuerst die Zellen, dann füttern sie Maden, später auch die Königin und die Drohnen, dann nehmen sie Nektar von den Flugbienen an und verstauen ihn in den Waben. Danach bauen sie Zellen. Die, die nicht unterwegs sind, um Nektar zu sammeln, sichern als Wächterbienen den Eingang zum Stock gegen Feinde. Wenn es gut läuft, müssen sie nur ein paar Bienen, die hier nichts verloren haben, den Einflug verbieten. Wenn es schlecht läuft, kommen Wespen oder gar Hornissen. Dann ist das Leben der Wächter in der Regel beendet, denn gegen diese Feinde hat eine Biene keine Chance. Aber nach 35 bis 40 Tagen stirbt sie eh.

Der Tod seiner Schützlinge, ist für einen Imker nicht so dramatisch, wie es sich anhören mag. Und Schützlinge sind die Bienen für einen Imker, „sie sind Haustiere, die man pflegt“, sagt Heribert Bernardy. Er hat nach einem Kurs bei der Volkshochschule Völklingen vor drei Jahren mit der Imkerei angefangen. Und nichts von der Begeisterung, mit der er angefangen hat, verloren.

Er erzählt von den großen Geheimnissen der Bienenvölker. Darüber zum Beispiel, dass Königinnen zielgerichtet zu Plätzen aufbrechen, an denen sich Drohnen, also die männlichen Bienen versammeln. Dass eine Königin von etwa 20 Drohen im Flug begattet wird, und dass jede Begattung für die Drohne tötlich endet. Dass Bienen sich durch Tänze verständigen. Dass sie immer nur ein Objekt, einen Baum also oder Blumenfeld abarbeiten, bevor sie zum nächsten fliegen und so sortenreiner Honig entsteht.

1833 Imker arbeiten zurzeit im Saarland. Sie betreuen etwa 9500 Honigbienenvölker. Etwa 19,5 Kilogramm Honig produziert so ein Bienenvolk pro Jahr, sagt Bernardy. 185 270 Kilogramm Honig kommen so im Saarland jährlich zusammen. Dahinter stecke viel Arbeit. Angefangen vom Kampf gegen Milben, die ganze Bienenvölker hinwegraffen können, wenn der Imker Fehler macht, bis hin zur Entnahme des Honigs und der Fütterung der Bienen mit Zuckerwasser im Winter.

Eine Honigbiene arbeitet auf einer Wabe. . Foto: picture alliance / dpa/Fredrik von Erichsen

Wenn man in seinen Reihen einen solchen Fachmann hat, findet der Sprecher des SZ-Ältestenrats, Axel Egler, dann muss man die Tradition, Gäste von außen einzuladen, unterbrechen, um dieses Wissen anzuzapfen. Wissen, das er aber mit einem Wunsch weitergeben möchte, sagt Heribert Bernardy. Dafür dass Wild- und Honigbienen und viele andere Insekten überleben, sind nämlich nicht nur die Imker verantwortlich. „Wir Imker appelieren immer wieder an Landwirte, Politiker und Bürger: Es muss gesunde Nahrung geben für Insekten.“ Das Gegenteil davon seien zum Beispiel bestimmte Pflanzenschutzmittel und zubetonierte Vorgärten. Dass in Bayern gerade 1,7 Millionen Menschen ein „Rettet die Bienen“-Volksbegehren unterstützt haben, kann der SZ-Ältestenrat nun gut verstehen. „Beim Rasenmähen ein Stück stehen lassen und Wildblumen säen“, rät Bernardy allen, die etwas tun wollen für diese Lebewesen, deren Dasein auf den ersten Blick nicht sehr unterhaltsam wirkt.