| 21:05 Uhr

Derby unter anderen Vorzeichen
Schießbude der Liga gegen besten Sturm

Wohin führt der Weg für Trainer Markus Schreiber und den SV Bübingen? Er sagte vor der Saison: „Wir werden sehr viel Lehrgeld zahlen.“
Wohin führt der Weg für Trainer Markus Schreiber und den SV Bübingen? Er sagte vor der Saison: „Wir werden sehr viel Lehrgeld zahlen.“
Bübingen. Das normalerweise mit Spannung erwartete Derby zwischen dem SV Bübingen und dem SV Auersmacher steht unter anderen Vorzeichen. Bübingen musste den kompletten Kader ersetzen. Von David Benedyczuk

„Wir werden sehr viel Lehrgeld zahlen.“ Markus Schreiber war sich der Schwere der Aufgabe vor dem Saisonstart bewusst. Nach dem radikalen Umbruch – die komplette Mannschaft hat den Club verlassen – schickt der neue Trainer des SV Bübingen ein junge und unerfahrene Truppe ins Rennen. Schreiber hatte auch Optimismus in seine Aussagen gepackt: „Wir werden für die ein oder andere Überraschung sorgen.“


Beides ist eingetreten: Für die Bübinger gab es auswärts nichts zu holen – 0:10 beim FC Homburg II, 0:7 bei den SF Rehlingen-Fremersdorf und 1:9 beim VfL Primstal. Ergebnisse, die jene bestätigen, die Bübingen als Absteiger sehen.

Andererseits war die Mannschaft daheim im Meerwald-Stadion in zwei Partien konkurrenzfähig. „Wir sind zu Hause eine ganz andere Mannschaft als auswärts“, sagt Schreiber angesichts der 2:4-Niederlage gegen Aufsteiger FC Rastpfuhl und der Punkteteilung gegen Borussia Neunkirchen. Gegen den Titelkandidaten ließen sich die Bübinger vom Rückstand nicht verunsichern, führten durch Treffer von Jan Dick und Farouk Slimani mit 2:1 und trotzten den Borussen auch dank Torwart Jan Simmer, der einen Elfmeter parierte, ein 2:2 ab. Kurz vor dem Schlusspfiff hätte Dominic Naßhan, einer von neun in den Aktiven-Kader aufgerückten Spielern aus der A-Jugend der JFG Obere Saar, fast für den ersten Saisonsieg gesorgt, als er an den Pfosten traf.



Jetzt hoffen sie in Bübingen darauf, am heutigen Freitag, 24. August, um 19 Uhr dem SV Auersmacher ein Bein zu stellen. Es sei diesmal ein Lokalderby „unter anderen Vorzeichen, nicht vergleichbar mit dem, was sonst war“, sagt Schreiber. Seine Mannschaft sei „krasser Außenseiter“ gegen den Spitzenreiter. Der Tabellenvorletzte SV Bübingen ist mit 32 Gegentreffern mit Abstand die Schießbude der Liga. Spitzenreiter SV Auersmacher stellt mit 16 Toren den besten Sturm der Liga. „Wir wollen an die guten Leistungen gegen Rastpfuhl und Neunkirchen anknüpfen“, sagt der 54-Jährige, „wollen über Einstellung, Leidenschaft und Willen ins Spiel finden“.

Für Schreiber ist es umso mehr eine besondere Partie. Der Bübinger Trainer erklärt: „Ich bin Mitglied beim SV Auersmacher. Aus meiner Zeit als U 17- und U 19-Trainer kenne ich viele der Jungs, die jetzt in der Saarlandliga spielen.“ Etwa Fabian Lauer, Felix Laufer oder Jonas Philipp, die beim Tabellenvierten der vergangenen Saison Stammspieler sind. Das sei „eher ein Vorteil“, so Schreiber, „dadurch erwarten uns nicht die ganz großen Überraschungen. Wir können uns besser auf den Gegner einstellen“.

Andreas Wellner stellt sich für das Derby auf einen harten Gang ein. Er sagt: „Bübingen hat eine Mannschaft mit viel Begeisterung, die durchaus in der Lage ist, jeden in der Liga zu ärgern. Das Alter spielt keine große Rolle. Die Bübinger Jungs werden von Markus Schreiber taktisch gut eingestellt. Wenn sie zusammen agieren und die Räume eng machen, wird es für uns nicht leicht – vor allem dann, wenn wir nicht mit letzter Konzentration ins Spiel gehen.“ Mit dem Saisonstart sei er „sehr zufrieden“, abgesehen von der verdienten 0:3-Niederlage beim Oberliga-Absteiger Saar 05 Saarbrücken. Mit dem 3:2 bei Meister TuS Herrensohr und dem 2:1 gegen den SV Mettlach habe man aber immerhin „gegen drei Brocken sechs Punkte geholt“.

Auf einen Akteur, der gegen den SV Bübingen nur zu gern gespielt hätte, muss Trainer Wellner verzichten: Nils Cuccu. Er hatte vor seiner Rückkehr vor dieser Saison zum SV Auersmacher in 164 Saarlandliga-Partien für den SV Bübingen 102 Tore erzielt. Cuccu wird verletzt noch einige Wochen ausfallen. Beim Gegner stehen zwei der erfahreneren Akteure gegen ihren Ex-Club nicht bereit: Christian Reutenauer fehlt krank, Lars Rothe mit einer Oberschenkelverletzung.