| 20:48 Uhr

Einseitiges Duell der Lokalrivalen
Die Luft ist raus beim Derby

Augen zu und durch hieß es für Bübingens Jan Dick (links) nicht nur im Kopfballduell mit Auersmachers Fabian Lauer. Für den SV Bübingen war schon vor dem Derby klar, dass es kein Spiel auf Augenhöhe wird.
Augen zu und durch hieß es für Bübingens Jan Dick (links) nicht nur im Kopfballduell mit Auersmachers Fabian Lauer. Für den SV Bübingen war schon vor dem Derby klar, dass es kein Spiel auf Augenhöhe wird. FOTO: Peter Franz
Bübingen. Der Fußball-Saarlandligist SV Auersmacher siegt beim Lokalrivalen SV Bübingen mit 4:0. Von David Benedyczuk

  Was gab es schon packende Duelle zwischen den Lokalrivalen SV Bübingen und SV Auersmacher. Etwa im November, als sich die Fußball-Saarlandligisten in Bübingen mit 3:3 trennten. Der Sieg schien Auersmacher damals nach dem späten Treffer zum 3:1 durch Felix Laufer sicher. Doch ein Doppelschlag von Samuel Ikas rettete den Gastgebern einen Punkt. Daran war am Freitagabend nicht zu denken, als Laufer mit einem Heber fast zur selben Zeit wie damals wieder das dritte Tor der Gäste erzielte (79. Minute). Der Spitzenreiter aus Auersmacher feierte in Bübingen vor etwa 650 Zuschauern einen 4:0 (2:0)-Sieg.


„So locker, wie alle denken, war das gar nicht“, sagte Auersmachers Trainer Andreas Wellner. Er lobte die eigene Elf: „Wir haben es gut gemacht, waren sofort hellwach und haben Bübingen nicht unterschätzt – das fand ich richtig gut.“ Sein Gegenüber Markus Schreiber erklärte: „Es war klar, dass es kein Derby auf Augenhöhe wird.“ Er musste auf die verletzten oder erkrankten Marvin Peter, Cihad Gündüz, Christian Reutenauer, Walid Habbasch und Lars Rothe verzichten. Sie alle zählen zu den erfahreneren Akteuren in seinem Kader. Im Derby standen somit acht Spieler unter 20 Jahren in seiner Startelf. „Die Jungs haben Einstellung gezeigt, Leidenschaft und Wille. Wir haben uns aber zu viele Fehler erlaubt“, erklärte Schreiber.

Luca Curcio vergab nach einer Flanke des Ex-Bübingers Patrick Jantzen die erste gute Chance für den Spitzenreiter (19.). Danach setzte Lukas Hector einen Kopfball zu hoch an (20.) und scheiterte mit einem Schuss an Torwart Dominik Gruber (21.), ehe er erfolgreich war: Hector köpfte den Ball nach einer Flanke von Curcio ins linke Eck – das 1:0 (22.). Danach kam das Leder nach einem Eckball über Umwege zu Melvin Heid, der ebenfalls per Kopfball zum 2:0 traf (30.). Laufer (79.) und Oliver Bickelmann (83.) erhöhten nach der Pause auf 4:0.



„Wir haben das Spiel jederzeit ernst genommen und souverän zu Ende gespielt“, erklärte Jantzen. Er war im Sommer aus Bübingen zum SVA zurückgekehrt. „Es ist schön, wieder herzukommen, aber nicht wirklich was besonderes, weil Bübingens Mannschaft komplett neu ist“, sagte er zum umformieren Gegner. Nur Torwart Gruber ist dem SV Bübingen treu geblieben. Der Kapitän erklärte, dass sich die junge Mannschaft von der Bilanz mit nur einem Punkt und 5:36 Toren nach sechs Spieltagen nicht unterkriegen lasse. „Die Motivation ist da. Wer die Ergebnisse sieht, denkt vielleicht, dass die Köpfe die Woche über unten sind – aber das ist absolut nicht der Fall“, sagte Gruber. Er glaubt nicht, dass der Abstieg schon besiegelt ist: „Die Chance auf den Klassenverbleib ist da. Wir haben daheim gegen starke Gegner gut gespielt. Es bleibt genug Zeit – und die Mannschaft entwickelt sich.“

Auersmacher erwartet am Freitag um 19.30 Uhr den Tabellen-13. Spvgg. Quierschied. „Wir sind super gestartet – das gibt uns Selbstvertrauen. Der Lauf ist da, den müssen wir fortsetzen“, sagte Jantzen. Er ergänzte mit Blick auf die Meisterschaft: „Der Oberliga-Aufstieg wäre ein tolles Erlebnis.“ Der Tabellenvorletzte Bübingen spielt am Sonntag um 15.30 Uhr im Kellerduell beim Schlusslicht FV Schwalbach.