Sulzbacher Fassadenkletterer gelangt in die sozialen Medien

Angetrunkener Ruhestörer : Spiderman wird an City-Wache gefilmt

Ein Fall von Fassadenkletterei sorgte am Donnerstagabend für reichlich Gesprächsstoff im Stadtratsausschuss für Finanzen und allgemeine Angelegenheiten. Über zumindest einen derartigen Vorfall kursierten Filme in den sozialen Medien, so Karl-Heinz Paulus von der City-Wache.

Das skurrile Geschehen habe sich in der Bahnhofstraße erstmals im Sommer des vorigen Jahres und zuletzt wieder im Januar zugetragen. Protagonisten seien Vater und Sohn sowie ein gemeinsamer Bekannter, allesamt Bewohner im 1. Stock des früheren Kirner-Ecks. Dort, wo im Erdgeschoss die Sulzbacher City-Wache untergebracht ist, sind mittlerweile Wohnungen für Flüchtlinge entstanden. Die Diskussion über die nächtlichen Ruhestörer hatte die Freien Wähler (FW) in einer offiziellen Anfrage ins Rollen gebracht.

Karl-Heinz Paulus hellte den Sachverhalt ausführlich auf. Seinen Ausführungen zufolge war der Sohn von einer nächtlichen Tour durch Saarbrücken offenbar in angetrunkenem Zustand zurückgekehrt. Weil er seinen Wohnungsschlüssel nicht fand, kletterte er kurzerhand am Regenwasserablaufrohr just über dem Eingang zur City-Wache hoch und gelangte unter lautem Singen in seine Wohnung im ersten Stock.

Aber damit nicht genug: Bis in die frühen Morgenstunden sei aus den Räumen laute Musik weithin hörbar gewesen, so Bernd Schlachter von den FW. Eine daraufhin ausgesprochene Ermahnung sei fruchtlos geblieben. Es habe sogar ein Gespräch im Beisein von Bürgermeister Michael Adam gegeben. Auch das ohne anhaltenden Erfolg. Denn ein ähnlicher Vorfall sei im Januar gemeldet worden. Zwei Männer seien jetzt wegen Ruhestörung und Sachbeschädigung (Schaden rund 500 Euro) angezeigt worden. Alle drei seien im Laufe dieser Woche in andere Wohnungen umgesetzt worden.

Paulus widersprach im Ausschuss vehement Aussagen, wonach die Polizeiinspektion Sulzbach nachts nicht besetzt sei. Es könne aber vorkommen, dass die Beamten der Nachtschicht zur Unterstützung von Kollegen in anderer Reviere gerufen würden. Dann könne es bis zum Eintreffen vor Ort (wie hier in Sulzbach) etwas dauern.

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