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Eine Veranstaltung mit tollen Stimmen
Zwei Chöre mit einem bewegenden Auftritt

„Lieder zwischen Himmel und Erde“ präsentierten die Chöre in der evangelischen Kirche.
„Lieder zwischen Himmel und Erde“ präsentierten die Chöre in der evangelischen Kirche. FOTO: Thomas Seeber
Sulzbach. Die beiden Ensembles des Theodor-Heuss-Gymnasiums begeisterten ihre Zuhörer in der evangelischen Kirche. Von Petra Pabst

Das Publikum erhob sich und spendete am minutenlang begeisterten Applaus und stehende Ovationen in der voll besetzten evangelischen Kirche. Unter dem Motto „Lieder zwischen Himmel und Erde“, brachten der Eltern-Schüler-Chor „ELSCH“ und der Schülerchor „Sing together“ des Theodor-Heuss-Gymnasiums drei- und vierstimmige Songs und Lieder von Beethoven bis zu den Bee Gees zu Gehör, die alle eines gemeinsam hatten: Sie erzählten von der Schönheit der Erde und des Himmels und allem, was dazwischen liegt. Gewidmet war das Benefizkonzert dem „Sven-Reichert-Projekt“, einem Unterprojekt des Dr. Schales-Afrikaprojektes. Sven Reichert war Schüler des THG und hat sich in diesem Afrika-Projekt engagiert.  Der junge Medizinstudent, der kurz vor dem Examen stand, wurde mit 24 Jahren Opfer eines tragischen Unglücks in den französischen Alpen. Eine Lawine riss ihn  aus dem Leben.


„Du wirst auch weiterhin Menschen bewegen“ heißt es in einem Nachruf. Am 21. Mai, seinem Geburtstag,  startete das nach ihm genannte „Sven-Reichert-Projekt“. Damit soll Schülerinnen und Schülern der Partnerschulen in Simbabwe Lebensfreude geschenkt werden durch den Bau von Sportanlagen und Spielplätzen oder die Förderung von Ausflügen und Turnieren.

Die beiden Chöre sind schon lange fester Bestandteil des Musiklebens von Sven Reicherts früherer Schule. Im „ELSCH“ singen regelmäßig rund 40 Sängerinnen und Sänger, Eltern ehemaliger und aktueller Schüler sowie diese Schüler selbst. Der Schülerchor „Sing together“ ist eine Gruppe von aktuell 33 Sängerinnen und Sängern der Klassenstufen 6 bis 12. Beide Chöre veranstalten regelmäßig Konzerte oder umrahmen Chorveranstaltungen mit ihrem Repertoire, das Songs aus Pop, Jazz, Musical und Gospel umfasst.



Am Freitag konnten diese beiden Klangkörper unter der Leitung von Marie-Luise Keller-Sandner das Publikum wieder einmal überzeugen und sorgten mit ihren hervorragend vorbereiteten Beiträgen auch für zahlreiche Gänsehaut-Momente. Die Konzertbesucher lauschten gebannt und zeigten sich berührt von den eingängigen Melodien und den jugendlichen Stimmen, die mit großer Freude und Hingabe für großartigen Hörgenuss sorgten. So auch bei bekannten und außergewöhnlich arrangierten Melodien wie „Halleluja“ von Leonard Cohen, „Angels“ von Robbie Williams oder „Der Mond ist aufgegangen“. Die Chöre sangen in Blöcken getrennt und gemeinsam, und sorgten so für ein abwechslungsreiches Programm. Die harmonische Geschlossenheit der Chöre beeindruckte vor allem durch Stimmreinheit und saubere Artikulation.

Dabei setzten Laura David, Julia Vogelgesang, Anna Scheffler, Marie Geising, Leonie Richter, Ranalda Robson-Reimer, Willi Meiser, Nele Weiß und Annika Guilpain mit ihren klangschönen Stimmen solistisch wunderschöne Akzente.  Mit musikalisch anspruchsvollen Arrangements und außergewöhnlichen Chorsätzen überraschten besonders die moderneren Popsongs.  Für „Be my forever“ von Christina Perri und Ed Sheeran, das von Susannah und Anthony Reimer im Duett vorgetragen wurde, gab es verdienten Sonderapplaus.

Dass sie nicht nur mit der Stimme sondern auch mit der Violine zauberhaft musizieren kann, bewies Susannah Reimer bei dem Intro zu dem irischen, lyrischen „Riversong“. Mit viel Gefühl und Hingabe überzeugte Ulli Weyand als Solistin bei „Lenas Song“ aus dem Film „Wie im Himmel“. „I must be strong and carry on – ‚Cause I know I don’t belong here in heaven“ (Ich muss stark sein und weitermachen, denn ich weiß, ich gehöre nicht hierher in den Himmel) heißt es bei „Tears in Heaven“ von Eric Clapton. Und viele vor allem junge Zuhörerinnen und Zuhörer werden in diesen Momenten in Gedanken bei ihrem ehemaligen Freund und Mitschüler Sven gewesen sein.

Nicht wenige wischten sich die Tränen von den Wangen. Verständlich, dass das begeisterte, tief berührte Publikum auf eine Zugabe nicht verzichten wollte. Mit „Joyful“, zur Melodie von Beethovens „Ode an die Freude“ erfüllten die beiden Chöre diesen Wunsch in einem klangvollen Finale.