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Stadtrat Sulzbach
Zoff im Rat um die neuen Pläne im Rathaus

Innenminister Klaus Bouillon (rechts) bei der Scheckübergabe an Bürgermeister Michael Adam vergangenes Jahr.
Innenminister Klaus Bouillon (rechts) bei der Scheckübergabe an Bürgermeister Michael Adam vergangenes Jahr. FOTO: Stadt Sulzbach
Sulzbach. SPD und Freie Wähler in Sulzbach wehren sich vehement gegen die Umschichtung von Geld, das mal ins Hallenbad fließen sollte. Von Stefan Bohlander

Die Anspannung war geradezu mit Händen zu greifen: Am Donnerstagabend stellte sich Sulzbachs Bürgermeister Michael Adam im Rathaus-Festsaal den teils sehr kritischen Fragen des Stadtrates zur Renovierung des Schwimmbads. Denn der ursprüngliche Plan – die blinden Fenster sollten durch eine Zuwendung von 750 000 Euro saniert werden – wurde erst einmal verschoben. Stattdessen soll das Geld für die Sanierung der Fassade der Halle im Sportzentrum und für die Sanierung des maroden Schwesternheims in der Lazarettstraße verwendet werden (wir berichteten).


Die Fraktionen der SPD und der Freien Wähler beriefen sich bei ihren Nachfragen auf die Berichterstattung der Saarbrücker Zeitung zur offiziellen Eröffnung der Halle am Sportzentrum am Quierschieder Weg (SZ vom 23. März 2017: „Ganz unverhofft flattert Geld ins Haus“). Dort wurde berichtet, dass Innenminister Klaus Bouillon besagten Scheck an die Stadt überreichte. Der Sulzbacher Verwaltungschef merkte seinerzeit an, dass man damit auch die blinden Fenster und die Außendämmung erneuern könne.

Theoretisch hätten sich die Ratsmitglieder auch im Mitteilungsblatt der Stadt, also in der Sulzbacher Umschau, oder auf der stadteigenen Internetseite informieren können, wo zu lesen ist: „Nach Angaben von Bouillon sollen die Fördermittel für die energetische Sanierung des gesamten Gebäudekomplexes verwendet werden. Neben einer Dämmung gibt es auch neue Fenster im Vopeliusbad.“ Ähnlich hatte sich auch Karlheinz Christmann, Geschäftsführer der städtischen Gesellschaft KDI in einem SZ-Gespräch geäußert (SZ vom 6. Dezember 2017: „Die Besucher bleiben dem Vopeliusbad treu“). Wörtlich hieß es da: „Die energetische Sanierung wird im kommenden Jahr fortgesetzt. Denn dann sollen die neuen Fenster eingebaut werden. Im kommenden Mai soll dies der Fall sein. Dann schließt das Bad für etwa zwei bis drei Monate.“



„Wir werden hier vorgeführt“, echauffierte sich Bernd Schlachter von den Freien Wählern. „Nicht nachvollziehbar“ sei das alles für seine Fraktion, wie Frank Mayer, Fraktionsvorsitzender der SPD, sagte. Er verlangte eine Stellungnahme des Innenministers und stellte die Frage, ob denn Bedarfszuweisungen hin- und hergeschoben werden dürften oder ob sie nicht etwa zweckgebunden sind.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Jochen Wagner äußerte Unverständnis in Richtung der Sozialdemokraten und warf ihnen vor, nichts anderes zu versuchen, als klamme Kassen zu hinterfragen. „Das ist emotional und irrational“, so Wagner. Sein Fraktionskollege Alfred Herr sah die Freien Wähler und die SPD bereits im Wahlkampfmodus für die Kommunalwahlen im kommenden Jahr.

Schlichtend meinte Jürgen Reimertshofer („Fraktion der Mitte“), dass die Fenster ja „nicht blind, sondern künstlerisch hochwertig bemalt“ seien. Daraufhin schob er noch nach, dass die Trennung der Gelder von der Verwaltung her „gut und fair“ verlaufen sei.“

Bürgermeister Adam indes versuchte zu erläutern, dass die Aufsplittung der einst in Aussicht gestellten Fördersumme von 750 000 Euro folgendermaßen am besten umgesetzt sei: rund 320 000 Euro für Sanierung und Anstrich der Fassaden der Sporthalle und 265 000 Euro für die Baumaßnahme am ehemaligen Schwesternwohnheim. Das soll zum „Haus der Generationen“ erwachsen. Das restliche Geld solle in die Haushaltsberatungen für 2019 mit einfließen.

Er, Adam, habe bei der Scheckübergabe seinerzeit „im Überschwang“ reagiert und gedacht, man könne das Geld für die Sanierung der Hallenbad-Fenster verwenden. Doch auf dem Scheck sei der Hinweis vermerkt, dass das Geld für das Sportzentrum zu verwenden sei.

Der Komplex rund um das Vopeliusbad wurde im vergangenen Jahr übrigens in „Sportzentrum Mellin“ umbenannt.