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Zauberer Kalibo und Gabor Vosteen schenken das Lachen

Comedy im Herbst : Zwei Ver-Zauberer schenken uns das Lachen

Comedy im Corona-Herbst: Kalibo und Gabor Vosteen trotzen an vier Abenden im Regionalverband allen Widrigkeiten.

Die beiden operieren nicht zum ersten Mal im Doppelpack: Nach einem gemeinsamen Abend im Stadtpark Dudweiler bei der letzten Sommer Szene 2019 hätten die zwei den Wunsch geäußert, noch mal zusammen aufzutreten, erzählt Kulturveranstalter Charlie Bick. Wobei zusammen vielmehr nacheinander meint: Erst steht als regionaler Vortrupp der Dudweiler Zauberer Kalibo alias Kai Oliver Borchers auf der Bühne, danach gehört sie dem „Flötenmann“ Gabor Vosteen, der scharf Angeblasenes serviert.

Und wenn Corona nicht dazwischengekommen wäre, dann wäre das schon im Frühjahr passiert, bei der „Comedy im Frühling“. Die aber fiel wegen des Lockdowns aus, und so wurde der Plan nun bei der „Comedy im Herbst“ umgesetzt. Wie immer kooperiert das veranstaltende Kulturforum des Regionalverbands bei der viertägigen Reihe an vier Abenden hintereinander mit je vier Gemeinden als Partnern vor Ort. Diesmal macht(e) die Comedy Station in Heusweiler, Sulzbach, Völklingen-Wehrden und in Kleinblittersdorf-Auersmacher, wo die Serie der „knallbunten Abende“ heute zu Ende geht.

Comedy und Corona, das ist eine gute Kombination, weil wir alle in diesen Zeiten das Lachen bitter nötig haben. Zugleich ist es eine denkbar schlechte, weil vor allem Kleinkünstler auf die Interaktion mit dem Publikum angewiesen sind: Sie brauchen Nähe, Austausch, Rückmeldung – wie soll das funktionieren in (dank Hygieneregeln) halbleeren Sälen, wo sich außerdem kaum jemand laut zu kichern traut?

Wie würden sich vor allem Kalibo und Vosteen schlagen, die beide dafür bekannt sind, für ihre Späße mit dem Publikum mehr oder weniger Freiwillige aus Zuschauerreihen zu rekrutieren? Das fragte man sich auch am Dienstag in der streng bestuhlten Aula Sulzbach, und um die Antwort vorwegzunehmen: Beide machten ihre Sache zauberhaft beziehungsweise flötastisch, und Kalibo holte sich sogar eine mitmachwillige Sabine als Assistentin auf die Bühne – mit allem gebotenen Abstand natürlich.

„Magie, Unterhaltung, Klassiker“, so lautet Kalibos Motto. Wobei der alles andere als maulfaule Taschenkünstler unter Klassikern Tricks mit Seilen und Karten versteht, bei denen auch Tücher und (faule) Eier nicht fehlen dürfen. Borchers – diesmal übrigens farblich auf Orange gepolt von Mundschutz-Maske über Einstecktuch bis zum Konfetti – ließ Seil-Enden verschwinden und zerschnittene Stricke wundersam genesen. Parallel hexte er abgerissene Kartenecken wieder an.

Ähnlich mysteriös verhält es sich mit Gabor Vosteen, der als „The Fluteman“ der Welt die Flötentöne beibringt. Angeblich wurde Vosteen, dem – punkiges Markenzeichen - die Haare zu Berge stehen, als Kind von einer mutierten Blockflöte gebissen. In Wahrheit hat er Blockflöte studiert und außerdem unter anderem die Zirkusschule Budapest absolviert, um danach – etwa mit dem Zirkus Roncalli – international auf Tour zu gehen.

Vosteen ist der Rattenfänger von Hameln unter den Holzbläsern: ein Pfiff, und alles tanzt nach seiner Flöte – verführt und gebannt von seinem pantomimischem Charme, seiner musikalischen Virtuosität von Barock bis Rock, seinen verrückten Kostümierungen und, ja, auch das, seinem Spaß an hemmungslosem Nonsens.

Vosteen kämpft mit übergroßen Notenblättern und absurden Partituren, er spielt bis zu fünf Flöten gleichzeitig und per Loopstation live ganze Symphonien ein mit einer Instrumentierung von Piccolo bis Bass-Flöte. Und einen längeren Kostümwechsel überbrückt er mit einem drolligen Zeichentrickfilm über Geburt, Tod und Wiederauferstehung des „Fluteman“. Eine wahrhaft pfiffige Mischung.