,,Wir haben für diese Produktion gelebt“

,,Wir haben für diese Produktion gelebt“

Sensationell: Das war einer der vielen Superlative aus dem Publikum nach viermaliger Musical-Aufführung des Sulzbacher Theodor-Heuss-Gymnasiums. Für den umjubelten Erfolg stehen nicht nur die Leistungen der jungen Darsteller, sondern auch drei Pädagoginnen, die sich mit Musik und Theater bestens auskennen.

Noch eine letzte Zugabe. Noch einmal stehende Ovationen eines begeisterten Publikums. Dann war sie vorüber, die sechste und letzte Vorstellung des Musicals "Roméo et Juliette - un amour incroyable" am Theodor-Heuss-Gymnasium in Sulzbach . "Es war anstrengend, aber es war einfach nur schön", schwärmte Juliette-Darstellerin Chiara Groß und kämpfte ein wenig mit den Tränen: "Für mich und einige andere ist es ja mehr als das Ende der Aufführungen. Mit dem Abitur haben wir die Schulzeit abgeschlossen, mit dem Ende des Musicals ist unsere Zeit am THG nun ganz vorüber." Auch "Roméo" Jack Schößer schwankte zwischen Euphorie und Wehmut: "Diese Endgültigkeit ist im Kopf noch nicht angekommen, das wird vielleicht noch ein paar Tage dauern. Wir alle haben für diese Produktion gelebt, auch wenn es gerade während der Abiturphase stressig war. Wir alle sind als Team unglaublich zusammengewachsen. Es war eine echte Leidenschaft, die alle Mitwirkenden miteinander verbindet."

Eine der schwierigsten Rollen hatte Susannah Reimer. Die Abiturientin verkörperte den Mercutio. In die Rolle des Machos musste sie sich erst einfinden. "Auf Französisch zu singen war aber schwerer, als einen Mann darzustellen", erzählte Susannah, "ich musste erst lernen, zu gehen wie ein Mann, mich so zu bewegen. Aber ich glaube, ich wäre ein richtig guter Kerl geworden."

Während die Vorstellung Ende vergangener Woche für einige Darsteller den Schlusspunkt ihrer THG-Musical-Laufbahn darstellt, war "Roméo et Juliette" für Katharina Biwer und Sandra Sauter der Einstieg. Die Pädagoginnen mit der Zusatzqualifikation "Darstellendes Spiel" gehören erst seit eineinhalb Jahren zum Team. "Uns war es wichtig, dass die Geschichte nicht abgedroschen wirkt oder schnulzig. Wir wollten den bekannten Stoff so umsetzen, wie es ihn noch nicht gab", betonte Katharina Biwer. Das ist mit dem puristischen Bühnenbild und durch die herausragende Beleuchtung absolut gelungen. Für Sandra Sauter war die erste Produktion eine Herausforderung: "Es war eine sehr intensive Zeit. Die Betreuung von Schülern in einer whatsapp-Gruppe kann sehr anstrengend sein."

In den letzten Wochen vor der Premiere habe man aber in der gesamten Schule eine enorme Vorfreude spüren können. Alle hätten das Projekt unterstützt, jeder sich auf seine eigene Weise eingebracht. "Der Applaus des Publikums und die strahlenden Augen aller Mitwirkenden sind Lohn und Anerkennung für uns alle", sagte Marie-Luise Keller-Sandner, die erneut die Gesamtleitung übernommen hatte.

Einige Hauptdarsteller haben die Schule mittlerweile verlassen, die jüngeren werden bei der sicher kommenden Produktion in ihre Fußstapfen treten. Wieder andere wurden durch die herausragenden Vorstellungen für künftige Musical-Rollen begeistert. Welches das kommende Stück sein wird, ist derzeit noch offen. "Sicher ist nur, dass wir etwas ganz Anderes machen müssen", sind sich Katharina Biwer und Sandra Sauter einig.

"Roméo et Juliette" sind nun in Sulzbach zum letzten Mal gestorben, die THG-Musicalproduktionen nach diesen Aufführungen aber lebendiger denn je. > : Interview

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