| 20:12 Uhr

Im Salzbrunnenhaus
Wie eine große Familienfeier in Harmonie

Beim Gruppenbild (von links): Guido Allgeier, Chiara Stella Renata, Moderatorin Susanne Wachs, Noël Walterthum, Henrik Geidt, Claudio Favari, Mary-Rose Bramer (Erste Beigeorndete der Stadt) und Wolfgang Winkler
Beim Gruppenbild (von links): Guido Allgeier, Chiara Stella Renata, Moderatorin Susanne Wachs, Noël Walterthum, Henrik Geidt, Claudio Favari, Mary-Rose Bramer (Erste Beigeorndete der Stadt) und Wolfgang Winkler FOTO: Peter Diersch / photo-peter-diersch.de
Sulzbach. Chanson-Abend im Salzbrunnenhaus war am Samstag ein Teil des Deutsch-Französischen Chansonpreises. Von Stefan Bohlander

Ein wenig war der Chanson-Abend am Samstagabend im Salzbrunnenhaus wie eine große Familienfeier. In entspannter Atmosphäre ging dort die Veranstaltung als Teil des Deutsch-Französischen Chansonpreises über die Bühne. Vier Künstler aus dem Bewerberkreis des abgeschlossenen Wettbewerbes bestritten das gemeinsame Konzert im ausverkauften Haus. SR-Moderatorin Susanne Wachs führte charmant und kompetent durch den Abend und hatte zu jedem Künstler auch Persönliches mitzuteilen.So habe sie Chiara Stella Renata vor etwa anderthalb Jahren kennengelernt. „So ein taffes Mädel“, sei einer ihrer Gedanken gewesen. Auch am Chanson-Abend bewies Chiara Mut, da die 17-Jährige die einzige Frau im Teilnehmerfeld des Abends war. Sie überzeugte mit natürlicher Bühnenpräsenz und beeindruckte mit ihren selbst komponierten Songs. Dabei feierte sie eine Premiere, wie sie sagte. Denn sie begleitete sich nicht nur mit der Gitarre, sondern programmierte zwischendurch auch immer wieder ihre „Loop-Station“. Somit konnte sie sich selbst eine zweite Stimme oder eine weitere Gitarrenspur live ein- und sofort abspielen. Mit Noël Walterthum ging es „einen kleinen Schritt nach Lothringen“, wie es Susanne Wachs ausdrückte. Begleitet von Guido Allgaier sang er klassische Chansons von seinen bislang sechs veröffentlichten Alben. Das klang mal verträumt, mal beschwingt, jedoch immer melodiös. „La Gitane“ beispielsweise handelt von einer Zigeunerin, deren Lebenslinie sie in eine mysteriöse Traumwelt führt.



Beinahe schon Musikkabarett bot Henrik Geidt, den die Moderatorin durch einen Nachbarn kennenlernte. Geidt packte seine Alltagsbeobachtungen in flotte Wortspielereien, seine Betonung erinnerte bisweilen an Reinhard Mey. Seine Erfahrungen mit dem Sammeln von Payback-Punkten oder sein Erstaunen über die angespannte politische Weltlage untermalte er mit ebenso virtuosem wie weichem Klavierspiel. Den Abend beschloss Claudio Favari. „Bei seiner Stimme könnten wir Damen hinwegschmelzen“, warnte Susanne Wachs mit einem Augenzwinkern. Tatsächlich hatte der hoch gewachsene und komplett in weiß gekleidete Schlacks das Publikum – nicht nur das weibliche – mit seiner sympathischen Erscheinung sofort auf seine Seite gezogen. Er interpretierte Klassiker wie „La bohème“ von Charles Aznavour und trug eigene Stücke vor. Dabei wechselte er spielerisch zwischen gezupften Solo-Passagen und sich selbst begleitender Rhythmus-Gitarre.