Wie die Katze auf dem heißen Blechdach

Wie die Katze auf dem heißen Blechdach

Bei der aktuellen Hitze, die in dieser Woche sogar an der 40-Grad-Marke kratzt, setzt man sich bevorzugt in den Schatten und macht langsam, besucht ein Schwimmbad oder arbeitet in klimatisierten Räumen - wenn man eine dieser Möglichkeiten hat.Keine Wahl haben da zum Beispiel auch die Dachdecker in unserer Region, wie zum Beispiel Sascha Klas aus Neuweiler.

Er arbeitet zurzeit an einem Dach in Jägersfreude und deckt es neu ein. Damit sind er und seine Kollegen nicht nur der Sonne ein wenig näher als andere, das Dach bietet auch gar keinen Schatten und heizt sich ungemein auf: "Mitunter braucht man Handschuhe, um die Schindeln anfassen zu können", sagt Klas. Das Sprichwort von der Katze auf dem heißen Blechdach kann er nachempfinden, denn sein Job gleiche der Arbeit auf einer Herdplatte.

"Aber nur in den zwei wirklichen Hitzewochen des Jahres ist das so", sagt der Handwerker. Seine Mitarbeiter tragen alle Mützen und T-Shirts. "Vor Sonnenbrand und Sonnenstich muss man sich schützen, ein erfahrener Dachdecker kennt die Risiken aber", sagt er. Und so gehört Sonnenmilch und eine große Ration frisches Mineralwasser zur Grundausstattung am Bau. "Oben ohne" wird auch nicht gearbeitet. "Das sieht man zwar oft bei Menschen, die in der Sonne arbeiten. Ich mache das aber nicht mehr. Ich schütze meine Haut", erzählt Klas, dessen Kollegen Hosen tragen, wo bestenfalls die Waden über den Arbeitsstiefeln frei sind. Die Knie sind bedeckt, auch wegen der heißen Dachpfannen. "Wir hatten noch nie einen Arbeitsunfall, und das soll so bleiben", so Klas, der auch Alkohol auf der Baustelle eine klare Absage erteilt. Die Dachdeckerei sei eine sehr gefährliche Arbeit, Alkohol mache leichtsinnig und sei daher tabu. Klas ist seit mehr als 20 Jahren Dachdecker , seit fast zwei Jahren selbstständig und hat fünf Mitarbeiter. Gerade hat er der Freiwilligen Feuerwehr Sulzbach-Mitte eine Grillhütte hinter dem Gerätehaus gebaut, die Hälfte der Kosten trug der Neuweiler Handwerksbetrieb und spendete die Arbeitsleistung.