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Wenn im Kindergarten die Gitarre erklingt

Wenn im Kindergarten die Gitarre erklingt

Sulzbach. Wenn in den Fluren des katholischen Kindergartens St. Elisabeth in Sulzbach die Gitarre erklingt, wissen die Kinder: Heute ist Chorprobe

Sulzbach. Wenn in den Fluren des katholischen Kindergartens St. Elisabeth in Sulzbach die Gitarre erklingt, wissen die Kinder: Heute ist Chorprobe. Erzieherin Stefanie Bungart-Wickert hat dann ihr Instrument umgeschnallt, macht den Rundgang durch die Räume und sammelt sprichwörtlich auf musikalische Art die Chorkinder aus den Gruppen ein, denn vor fünf Jahren hat die Musikantin den Kindergartenchor "Violino" gegründet. Dreijährige Ausbildung"Ich möchte das Singen wieder nach vorn bringen, Kinder brauchen das Musizieren", sagt die überzeugte Erzieherin, die außerdem den Kinderchor "Staccato" in Kirkel leitet. Die 46-Jährige steht mit beiden Beinen in der Musik. Berufsbegleitend hat sie eine dreijährige Ausbildung auf der Bundesakademie in Drossing absolviert, um an Musikschulen musikalische Früherziehung unterrichten zu können. Außerdem befähigt ihre Chorleiterausbildung beim Saarländischen Chorverband sie zur offiziellen Leitung ihrer Chöre. Die Vollblutmusikantin bricht eine Lanze fürs Musikmachen: "Viele junge Eltern musizieren nicht mehr, das haben wir Mittelalte zu Hause noch erlebt, dass man an Weihnachten gesungen hat", berichtet sie. Man habe das Singen verlernt und gleichzeitig eine große Hemmschwelle aufgebaut. "Die Stimme ist ein körpereigenes Instrument, man gibt sich ein Stück preis, und dabei entstehen Skrupel", sagt sie und kann selbst ein Lied davon singen: "Als Kind wollte ich schon Musik machen, habe mit zehn Klavier angefangen und mir mit fünfzehn eine Gitarre gekauft und erstmal Jahre hinter verschlossener Tür gesungen und geübt", sagt die Erzieherin. Aber als sie sich dann aus ihren Wänden traute, begann das gezielte Stimmtraining: erst Schulchor und Schulbanderfahrung, dann Gesangsunterricht durch Musikschule und Privatlehrer, später Rockband-Erfahrung: "Mit achtzehn habe ich in einer Sulzbacher Band musikalische Erfahrung gesammelt", berichtet die Sängerin. Doch wohl am Wesentlichsten waren die prägenden Eindrücke bei "Chorwurm": "Diese Musik liegt mir am Herzen. Es schlägt in Richtung Musical, Folk und Pop", sagt sie. Grund genug, ein eigenes Duo aus Klavier und Gesang zu gründen, das unter dem Namen "Carpe Diem" auch mit einer CD auf dem Musikmarkt vertreten war.Auftritt in Sulzbach"1990 habe ich mit dem Pianisten Berthold Hemmen ein Duo gegründet. Unsere Plattform war das Caféhaus in Ommersheim", berichtet die Sängerin. "Unser Repertoir: Pe Werner, Carole King, Zarah Leander und mehr", fügt Bungart-Wickert hinzu. Auch wenn sich das Duo wegen beruflicher und anderer musikalischer Verpflichtungen im Jahr 2000 wieder auflöste, so trifft man sich dennoch ab und zu, um gemeinsam zu musizieren. Anlass gibt diesmal der ökumenische Neujahrsempfang im Klosterkeller Sulzbach, der diesen Sonntag um 17 Uhr beginnt: "Berthold und ich werden am Sonntag vier Stücke aus unserem alten Repertoire vortragen. Ich freue mich drauf!" ane