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Wenn die kleinen Könige nicht mehr klingeln

Wenn die kleinen Könige nicht mehr klingeln

Den Pfarrgemeinden Herz Jesu und St. Marien in Altenwald und Hühnerfeld scheinen die Sternsinger auszugehen. Dabei sammeln die Kinder in der Rolle der Könige Caspar, Melchior und Balthasar wichtige Erfahrungen.

"Segen bringen, Segen sein" - so lautet das Motto des kommenden Dreikönigssingens. Zum 58. Mal werden sich zum Jahresanfang bundesweit kleine Könige auf den Weg machen.

Doch jetzt erreicht ein Hilferuf aus Altenwald die Saarbrücker Zeitung: Den katholischen Pfarrgemeinden Herz Jesu und St. Marien in Altenwald und Hühnerfeld scheinen die Sternsinger auszugehen. Tatsächlich könnte es sein, dass 2016 zu wenige Caspars, Melchiors und Balthasars durch die Straßen ziehen. "Es wird immer schwieriger, Kinder zu finden, die das machen wollen", erklärt Gemeindereferentin Anneliese Maaß besorgt. Um das Ehrenamt zu besetzen, habe man zwar schon in den vergangenen Jahren immer mehr kämpfen müssen, doch nun gebe es ernste Bedenken. "Für Altenwald brauchen wir 24 und für Hühnerfeld 21 Kinder, sonst können nicht mehr alle Bezirke abgegangen werden", erklärt Maas. "Viele Menschen warten auf den Segen und werden dann enttäuscht sein, wenn niemand bei ihnen vorbei kommt. Aber es wäre dann leider nicht zu ändern."

Doch woher kommt der Mangel an Sternsingern? Maaß macht dafür auch die demografische Entwicklung verantwortlich. Und auch Spielekonsole, Mobiltelefon und ein verändertes Konsumverhalten schon bei dem Nachwuchs könnten daran schuld sein: "Es gibt einfach weniger Kinder. Das merkt man hier, und vielen ist die Geschichte des Sternsingens vielleicht nicht bekannt." Sollten sich in diesem Jahr tatsächlich zu wenig Freiwillige zur Aktion melden, hätte dies auch weitere Auswirkungen: "Wir werden dann wahrscheinlich auch weniger Spenden sammeln können", sagt Maaß. Anfang dieses Jahres brachten die Sternsinger in Hühnerfeld und Altenwald über 2000 Euro nach Hause. Das Geld wurde an das Kindermissionswerk weitergeleitet. Im Fall der hiesigen Kirchengemeinden fließt es jedes Jahr zweckgebunden zwei Waisenhäusern in Indien und Bolivien zu. Es sei "beeindruckend", dass das Haus in Indien damit fast ein Jahr lang betrieben werden könne, findet die Gemeindereferentin. Sieben Kinder hätten nach ihrer letzten Tour im Januar bereits wieder Interesse bekundet. Dazu kämen sehr wahrscheinlich noch die 15 Kommunionkinder. Doch wie wird man Sternsinger? Das ist nicht schwer. Maaß: "Die Kinder sollten zwischen acht und 14 Jahren sein." In Begleitung Erwachsener ziehen die kleinen und großen Könige am Samstag, 9. Januar, und Sonntag, 10. Dezember, in Gewändern von Tür zu Tür, sagen ein Gedicht auf und spenden den Segen. Die Rollenverteilung, also wer Caspar, wer Melchior und wer Balthasar ist, sei dabei beliebig. Nach ihrem Einsatz, bei dem der eine oder andere Kilometer zurückgelegt wird, treffen sich die Kinder zum Abschluss alle zusammen. Für sie ist es ein Erlebnis, bei dem sie viele Erfahrungen sammeln. Gesucht werden auch noch erwachsene Begleitpersonen, die ehrenamtlich bei der Vorbereitung helfen und die Sternsingergruppen betreuen. Zum ersten Mal treffen sich die Sternsinger am Samstag, 12. Dezember, im Pfarrheim Altenwald .

Weitere Infos gibt es bei Anneliese Maaß unter Tel. (0 68 97) 9 83 06 40, oder per E-Mail an: anneliese.maass@bgv-trier.de